Im Interview mit Devil May Care

492049383_1257590826250142_665230287301305642_n

Devil May Care machen Ernst: Mit ihrem vierten Album „Limit“ (VÖ: 14.11.25) liefert die Band nicht nur ihren bisher stärksten Sound, sondern auch ein klares Statement gegen den grenzenlosen Wachstumsrausch unserer Gesellschaft. Ob Fairtrade-Merch, Beach-Cleanups oder politische Kante auf Social Media – die Würzburger beweisen, dass Metalcore und tiefgründiger Aktivismus perfekt zusammenpassen.

Kurz vor ihrer Deutschland-Tournee im Januar haben wir die Band zu der Verantwortung von Künstlern, starken Features und ihrem „grünem Gewissen“ befragt:

Im November des vergangenen Jahres habt ihr euer mittlerweile viertes Album „Limit“ (VÖ: 14.11.25) veröffentlicht. Neben der bisher besten Produktion und energiegeladener Musik, bringt das Werk auch eine ordentliche Portion Gesellschafts- und Politikkritik mit sich. Gehört die Behandlung solcher Themen fest zur DNA eurer Band?

Ja, wir alle stehen für gewisse Werte ein. Wir haben massive Probleme in der Welt und uns liegt es am Herzen darüber zu sprechen. Zudem sind wir alle Fans von genau diesen Bands, die ebenfalls wichtige Themen ansprechen und kritisieren.

Mit „Limit“ habt ihr euch als Albumtitel für eine Nicht-Single entschieden. Warum repräsentiert dieses Wort den Longplayer am besten?

Limit beschreibt für uns die Grenze die wir längst überschritten haben. Wir streben immer nach noch mehr, mehr Wachstum, mehr Geld, mehr Macht – aber unsere Welt hat viele LIMITS – begrenzte Rohstoffe, begrenzte Nahrung, usw. Immer mehr kann und wird nicht aufgehen!

Auf Social Media habt ihr zuletzt durch das neu gestartete Format „Downfall of the Week“ für Aufsehen gesorgt. Etwas provokant gefragt – Denkt ihr diese Posts und Themen erreichen die „richtigen“ Personen und sorgen auch außerhalb der eigenen Bubble für Umschwung?

Natürlich bewegen wir uns in unserer Bubble und viele unserer Hörer, vertreten ähnliche Werte. Dennoch glauben wir, dass wir unsere Reichweite für etwas Gutes verwenden müssen – das ist unsere Verantwortung. Und wenn wir nur eine Person ein paar Schritte von Rechts wegbewegen können oder Zum Nachdenken anregen können, hat sich die Arbeit gelohnt.

Mit „Black Box“ feat. The Oklahoma Kid und „Amen“ feat. Impvlse finden sich zwei Features auf der Platte. Wie kamen diese Kollabs zu Stande und inwiefern waren die Artists in das Songwriting involviert?

Wir mögen es, wenn wir neue Aspekte auf die Platte bringen können, also haben wir einfach die Jungs von Impvlse und The Oklahoma Kid gefragt, ob sie bock haben und wir hatten Glück und konnten gemeinsam an den Songs arbeiten. Wir versuchen bei solchen Features die Gastsänger frei arbeiten zu lassen, sie sollen hier ihren eigenen Stil mit einbringen, das heißt Chris und Tomm haben frei Ihre Parts interpretiert und auch ihren Part textlich gestaltet.

Im Januar geht es für euch auf eine ausgiebige Deutschland-Tournee. Die wirtschaftliche Lage, rückläufige Tonträgerabsätze und Streaming-Monopole sorgen dafür, dass immer mehr kleine Artists das Handtuch werfen (müssen) und keine Tour mehr spielen können. Was gibt euch Hoffnung, dass sich die Situation künftig verbessern wird?

Grundsätzlich ist es für Szene Bands extrem schwer wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten – so auch bei uns. Aber dazu muss man sagen, wir leben nicht davon. Und für uns es eine Ehre touren zu dürfen und finanziell können wir es uns erlauben. Dennoch ohne Merchverkäufe und die Unterstützung der Hörer:innen wäre das nicht möglich – Wir sind unendlich Dankbar eine so tolle Hörerschaft zu haben, die uns jederzeit unterstützt, unsere Alben kauft und zu unseren Shows kommt.

Aktionen wie die von euch veranstalteten Beach-Cleanups oder auch Fairtrade-Merch und recycelte Vinyls zeigen, dass euch das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Müssen sich heutzutage (noch) mehr Künstler diesbezüglich engagieren? Wie kann der „normale“ Konzertbesucher mithelfen?

Nachhaltigkeit ist aus unserer Sicht eines der wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft. Der übermäßige Konsum von „Billigscheiß“ geht immer zu Lasten von anderen. Da können und wollen wir nicht mitmachen, deshalb versuchen wir faire Produkte zu produzieren und unnötiges CO2 zu sparen. Jeder Konzertbesucher kann mithelfen, indem mit Zug und Bahn zum Konzert kommt und das billige Fast Fashion Shirt nicht kauft!

Zum Abschluss: Beschreibt die Essenz eurer Band/Musik in fünf Worten – ohne weitere Erläuterung:)

Melodischer Metalcore mit grünem Gewissen!

Vielen Dank an die Jungs von Devil May Care für das aufschlussreiche und spannende Interview! Wer mehr über die Band erfahren möchte, informiert sich am besten auf deren Website.