Festivalstalker: Viele Texte schwanken zwischen maximalem Humor und überraschender Ernsthaftigkeit – Wie bewusst spielt ihr mit dieser Gratwanderung?
Alex: Ich lache immer ernsthaft.
Stroppo: Ich persönlich habe noch nie gelacht und weise diese Unterstellung zurück. Unterstellungen sind ein journalistischer Trick. Diese dürften in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vorkommen. Sie hätten mich anders befragen müssen. Jetzt frage ich mich: woher kommen Sie? Welche Institutionen sind Sie? Sind Sie ein privater Verein der eine kleine Meinungsforschung zu einem Geschäft macht, um mich zum Anreiz zu bringen, irgendetwas zu kaufen?
David: Seitdem wir durch TBS reich geworden sind, bin ich öfter in der Schweiz unterwegs. Ich kann euch die Gratwanderung am Fronalpstock in Stoss nur empfehlen. Ein tolles Bergpanorama und im Tal der Vierwaldstätter See.
Vertraut mir – es verändert euer Leben!
Festivalstalker: In welcher Atmosphäre schreibt ihr die Songs. Genau so in einer bunten, chaotischen und verrückten Welt, wie es in euren Songs beschreiben ist?
Alex: Manus Lautsprecher gehen entweder nur sehr laut oder sehr leise. Um miteinander zu kommunizieren müssen wir in der Regel schreien. Besonders peinlich wird’s, wenn gerade jemand schreit und ein anderer dann die Lautsprecher leise macht. Dann schreit die Person ohne Grund … *cringe* :/
Stroppo: Ganz normal bei Manu im Studio. Wir ölen uns ein, es läuft Lil Culture, angenehme 5 Grad Raumtemperatur und absolute Dunkelheit.
David: Wir streiten viel über einzelne Wörter oder die Anzahl der Vokale im Refrain.
Danach gehen wir oft zum Bäcker, es gibt Rührei und Cappuccino. Wir vertragen uns dann wieder.
Festivalstalker: Gab es einen Song auf dem Album, der euch im Entstehungsprozess besonders gefordert oder sogar genervt hat?
Alex: Bei „Ü30“ musste ich immer wieder weinen, weil ich selbst über 30 Jahre alt bin und mich dieses Lied sehr mitnimmt (schlimm):-(.
Und bei „Bierosaufus Ex“ konnte ich „jabadabadaba“ nicht 3 mal hintereinander sagen. Beim Aufnehmen dachten die alle ich wär unfassbar dumm.
Ich auch.
Stroppo: Bei „Piep Piep Piep“ hätte ich fast die Band verlassen, weil sie fünf Tage vor Album Abgabe den kompletten Song umschreiben wollten. Zum Glück sind sie nach meinen Morddrohungen wieder zu klarem Verstand gekommen.
David: Wir mussten das Album in drei Wochen schreiben. Alles daran hat mich gestresst. Für mich ist es das stressige Album.
Festivalstalker: Wenn ihr „Das Schwarze Album“ in einem Wort beschreiben müsstet – welches wäre es? (Außer „schwarz“.)
Alex: Obsidianfarben
Stroppo: Donnerlittchen
David: stressig – wie gesagt
Festivalstalker: Gibt es Tracks, bei denen ihr jetzt schon erfahren habt, der klappt live nicht so gut oder der ist besser als gedacht live?
Alex: Nein. Alle Lieder sind unfassbar gut. Es ist kaum in Worte zu fassen.
Stroppo: Ich habe bei der letzten Show kurz vorm Breakdown gesagt “auf vier pisst ihr in eure Bauchtaschen”. Hat leider niemand gemacht. Sehr schade.
David: Bei vielen Songs fehlt ein Gitarrensolo. Man merkt, dass die Leute das vermissen. Bei Gitarrensoli singen die Leute intensiver mit: “dudeldudeldidudlidudeldudei”
Die Soli werden auf Ibanez Gitarren gespielt.
TBS – Rock, Rap und Zaubershow Tour Palladium Köln 27.02.2026 – Fotos
Festivalstalker: Ihr seid gerade auf Tour – wie fühlt sich das neue Material live an im Vergleich zu älteren Songs?
Alex: Leider sind die neuen Lieder nur audiovisuell, sie lassen sich daher nicht anfühlen. Wenn sie aber aus einem festeren Material wären, denke ich, würden sie sich in etwa anfühlen wie warmer Wackelpudding mit etwas Sand drin.
Stroppo: Sehr gut und erfrischend. Wie ein kühler Sommerregen an einem lauen Montagabend, den Kopf sanft auf Davids Schoß gelegt. Sein wohlwollender Blick gleitet schüchtern über meine Kurven, die sich im Abendrot wärmen.
David: Es fühlt sich erregend an, wie die gleißende Schönheit Stroppos straffer Hüften im Licht der untergehenden Sonne.
Ich streiche ihm dann oft durch die Glatze.
Festivalstalker: Gab es auf der Tour bisher einen Moment, der euch selbst überrascht oder komplett aus dem Konzept gebracht hat?
Alex: Man wacht jeden morgen in einer anderen Stadt auf. Mit diesem Jetlag muss man erstmal klar kommen. Ich habe die erste Hälfte der Tour damit verbracht.
Stroppo: Ich fiel vom Boot mit dem Oberschenkel auf die Bühnenkante. Ich kämpfte mit der Ohnmacht vor Schmerzen. David musste fünf Tage lang jeden Abend an meinem blauen Fleck lutschen, damit ich schlafen konnte.
David: Ich war ganz zerstreut in Berlin – Stroppo hatte einen blauen Fleck. Ich musste mich natürlich um meinen Schützling kümmern. Wusstet ihr, dass man den subkutanen Erguss einfach aussaugen kann? Im Handumdrehen war er wieder fit.
Festivalstalker: Wie sieht ein typischer Tourtag bei The Butcher Sisters wirklich aus?
Chaos, Disziplin oder kontrollierter Wahnsinn?
Alex: Wir stehen alle um 4.30 Uhr auf und rennen erstmal 3 Kilometer und tragen Baumstämme, danach wird eisgebadet. Am Schluss kommt man eigentlich bis zur Show abends drauf klar, dass man wieder in einer anderen Stadt aufgewacht ist.
Stroppo: Alex lügt. Er und ich baden den ganzen Tag in Milch und Honig. Jeden Tag.
David: Wir sind tatsächlich ziemlich langweilig. Unser FOH hat sich mal über unsere Zahnhygiene lustig gemacht, da wir 2-3 mal am Tag Zähne putzen.
Wir sind meist auch die Ersten im Bett und trinken kaum Alkohol. Am letzten Tourtag wollte die Crew mit uns einen trinken, aber wir haben schon an der sogenannten Matratze gehorcht. Wir sind für alle eine große Enttäuschung.
Festivalstalker: Gibt es schon Ideen, wie es nach dem „Schwarzen Album“ weitergehen könnte – oder lebt ihr gerade komplett im Jetzt?
Alex: es gibt noch andere Farben außer schwarz und weiß. Vielleicht probieren wir auch mal Beschaffenheiten aus.
David: Wir arbeiten permanent an neuen Ideen. Aufgrund der rücklaufenden Verkaufszahlen von CDs oder Vinyl durch das sogenannte “Streaming”, wäre ein möglicher Schritt das “rutschige” Album. Es fällt den Leuten schnell herunter und zerbricht. Dann müssen sie ein neues kaufen.
Stroppo: Ja, falls uns aber keine Lieder mehr einfallen, machen wir das unsichtbare Album.
Festivalstalker: Zum Abschluss:
Was wollt ihr euren Fans mit auf den Weg geben, die euch auf dieser Tour begleiten?
Alex: Also eigentlich wissen das schon alle aber man weiß ja nie: Wenn man sich in Vertania City das Fangtutorial anschaut und danach an der rechten Seite von der Zinnoberinsel hoch und runter surft, kommt MissingNo. Das Spiel liest dort durcheinandergeratene Speicherdaten als Pokémon, dadurch entsteht das. Nach der Begegnung wird außerdem das sechste Item im Beutel stark erhöht, oft bis 255.
Stroppo: Den Caterpillar 6090 FS mit bis zu 4500 PS und 53 m³ Schaufelvolumen.
David: Wenn euer Espresso zu sauer ist, dann habt ihr eine zu lange Extraktion gehabt. Für einen klassischen italienischen Espresso solltet ihr ein Getränkebrühverhältnis von 2:1 einhalten, also 36 Gramm Espresso aus 18 Gramm Bohnen innerhalb von 25-30 Sekunden.
Modernere Ansätze sprechen auch von 2,5:1, allerdings ist das für klassische, dunkle Röstungen nicht unbedingt zu empfehlen.
Außerdem – ohne 20 Kilo Anpressdruck beim Tampen müsst ihr euch nicht über Channeling wundern.





