Festivalstalker: „Is This The Low Point Or The Moment After?“ – was war zuerst da: der Titel oder das Gefühl?
Shoreline: Wir wollten den Schreibprozess bei diesem Album im Vergleich zu den Vorherigen bewusst verändern. Der Titel und die Idee, eine Art Konzeptalbum darum zu schreiben, standen dabei zuerst fest. Es existierten zu diesem Zeitpunkt ein paar vereinzelte Demos, die das Grundgefühl des Albums bestimmt in eine grobe Richtung gelenkt haben. Der Großteil entstand allerdings erst im Anschluss.
Festivalstalker: Der Titel klingt nach einem Moment zwischen Absturz und Aufbruch. Wo steht ihr selbst gerade?
Shoreline: Der ganze Schreib- und Aufnahmeprozess ist zum Glück vorbei. Jetzt warten wir natürlich gespannt auf den Releasetag und wie das Album ankommt. Das ist immer besonders aufregend und fühlt sich zum Glück am ehesten nach Aufbruch an.
Festivalstalker: Ist das Album eher Verarbeitung, Standortbestimmung oder Neuanfang?
Shoreline: Ich denke, man kann das nicht so trennscharf beantworten. Ein Album zu schreiben und zu veröffentlichen ist immer ein bisschen von allem. Wenn ein paar Monate nach Albumrelease vergangen sind, blicke ich häufig auf die Songs zurück und kann dann viel besser greifen, in was für einer Lebensphase ich mich zum Zeitpunkt des Schreibens befand. Am ehesten würde ich also sagen, dass das Album für mich eine Standortbestimmung ist.
Festivalstalker: Gab es musikalische Experimente, die es am Ende nicht aufs Album geschafft haben?
Shoreline: Wir haben auf unserem vorherigen Album „To Figure Out“ viel herumexperimentiert und wollten dieses Mal eine musikalisch stringentere Linie fahren. Es gab natürlich einige Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben. Allerdings nicht, weil sie sich soundmäßig so sehr von den anderen unterschieden haben, sondern weil sie einfach nicht gut genug waren.
Festivalstalker: Welche Bands oder Einflüsse haben euch diesmal besonders begleitet?
Shoreline: Jeder von uns hat mit Sicherheit seine eigenen persönlichen Einflüsse, die er ins Songwriting mit einbringt. Es gibt jedoch ein paar Bands, die wir alle viel während des Schreibprozesses gehört haben. Dazu gehören Bands wie Arm’s Length, Anxious oder One Step Closer, aber auch deutsche Bands wie Fjørt haben den Sound und insbesondere die härteren Songs des Albums stark geprägt.
Festivalstalker: Gibt es einen Song, der euch beim Schreiben selbst überrascht hat?
Shoreline: Die Demo von „Youthfully Naive“ bestand lange Zeit nur aus dem Mainriff, der ersten Verse und dem Chorus. Es hat super lang gedauert, den Song fertigzustellen. Das lag zum einen daran, dass er echt viele unterschiedliche Parts hat und wir bestehende Parts mehrfach umgeschrieben haben. Und der Song hat einen 3/4-Takt, das hatten wir so auch noch nie.
Festivalstalker: Was bedeutet euch gerade jetzt der direkte Austausch mit dem Publikum, bei der European Tour.
Shoreline: Für uns ist eigentlich immer das schönste am Touren, neue Leute kennenzulernen und ihnen unsere Musik näherzubringen. Auf die Tour mit Arm’s Length haben wir uns besonders gefreut, weil sie eine der Bands waren, die uns beim Songwriting des neuen Albums besonders stark geprägt haben. Daher sind wir natürlich umso gespannter, wie das Publikum auf der Tour auf uns und die neuen Songs reagieren.
European Tour w/ Arm’s Length / Koyo / Ben Quad
05.02. – UK – Southhampton, The Joiners
06.02. – UK – London, UK Academy Islington (ausverkauft)
07.02. – UK – Manchster, Academy 3
09.02. – UK – Glasgow, G2
10.02. – UK – Newcastle, The Grove
12.02. – UK – Liverpool, District
13.02. – UK – Leeds, The Key Club
14.02. – UK – Birmingham, O2 Institute 2
15.02. – UK – Kingston, Fighting Cocks (ausverkauft)
18.02. – BEL – Antwerpen, Trix Club
19.02. – NL – Eindhoven, Dynamo
20.02. – GER – Köln, Gebäude 9 (ausverkauft)
21.02. – GER – Hamburg, Logo (ausverkauft)
Festivalstalker: Was unterscheidet die Album Release Tour 2026 von einer „normalen“ Tour – fühlt sich das für euch wie ein Neuanfang an?
Shoreline: Um ehrlich zu sein, unterscheidet sich das Grundgefühl mit dem wir in die Tour reingehen nicht großartig von unseren anderen eigenen Touren. Wir freuen uns einfach, dass die Clubs, in denen wir spielen dürfen immer größer werden und dass immer mehr neue Leute auf unsere Shows kommen. Ansonsten ändert sich ja nicht viel. Außer vielleicht, dass wir neue Songs in die Setlist packen können und dafür ein paar alte Songs, die wir gefühlt schon unendlich oft gespielt haben, nicht mehr spielen werden.
Album Release Tour 2026
25.09. Hannover, Bei Chez Heinz
26.09. Leipzig, Naumanns
02.10. Hamburg, Logo
03.10. Berlin, Badehaus
09.10. Köln, Gebäude 9
10.10. Stuttgart, ClubCann
15.10. Wiesbaden, Schlachthof
16.10. München, Backstage
Festivalstalker: Wenn ihr die Album Release Tour 2026 in drei Worten beschreiben müsstet – welche wären das?
Shoreline: Hoffentlich ausreichend besucht





