Festivalstalker: Zehn Jahre ENGST – was war euer erster Gedanke, als ihr gemerkt habt: Wir machen jetzt wirklich das Jubiläumsalbum?
Matze: Wir haben gedacht, leck mich am Arsch wo ist die Zeit geblieben und gleichzeitig sind wir sehr stolz , dass wir solange trotz aller Höhen und Tiefen durchgehalten haben.
Festivalstalker: War euch von Anfang an klar, dass „Gute Laune“ thematisch mit eurem Jubiläum verknüpft sein würde?
Matze: Schon, da die Platte auch einfach Anfang des Jubiläumsjahres geschrieben wurde. Allerdings sollte dies auch nicht bedeuten, dass jeder Song jetzt eine Selbstbeweihräucherungsnummer der letzten zehn Jahre wird.
Festivalstalker: Wie sehr hat eure zehnjährige Geschichte das Songwriting beeinflusst?
Matze: Wir haben von Anfang an aus dem Bauch heraus geschrieben und das hat sich nie verändert. Die Themen sind schon immer auch die Dinge, die uns persönlich betreffen und bewegen. Politik, Sozialkritik, aber eben auch die kleinen Geschichten des Alltags, die jeder von uns schon mal gefühlt und erlebt hat.
Festivalstalker: Der Albumtitel klingt zunächst sehr positiv – steckt Ironie dahinter oder ist er absolut ernst gemeint?
Matze: Wir haben uns als Band mit diesem Album selber gute Laune bereitet, aber ob Ironie in diesem Titel und den damit verknüpften Songs steckt , überlassen wir den Zuhörern;-)
Festivalstalker: „Großstadtprolet“ – wie viel Autobiografie steckt in diesem Titel?
Matze: Auch 2026 siehste bei uns in Berlin noch immer Männer, die komplett veraltete Gesellschaftsbilder verkörpern. Stichwort toxische Männlichkeit.
Tatsächlich gabs den Song erst ohne Text und dann ist mir in der Bahn in Berlin so ein Typus Mann untergekommen ( keine Seltenheit ), auch wenn wir in diesem natürlich überspitzt mehrere Merkmale von toxischer Männlichkeit verarbeitet haben.
Festivalstalker: „Roter Teppich“ und „Gott ist tot“ wirken gesellschaftskritisch – fühlt ihr euch politischer als früher?
Matze: Wir waren und sind schon immer politisch gewesen…
Festivalstalker: „Lied über Blumen“ überrascht mit einer anderen Tonalität. Wie ist der Song entstanden?
Matze: Genau so wie es besungen wird :)…auf der Suche nach einem Text. Also ein Song darüber dass man nicht weiß worüber man singen möchte…und dann standen Blumen bei mir aufm Schreibtisch, weil ich in der Zeit B-Day hatte und dann hats klick gemacht
Festivalstalker: „Therapie“ klingt sehr persönlich – war es schwer, sich so verletzlich zu zeigen?
Matze: Schon immer waren unsere Texte sehr nah an uns und unseren Geschichten dran, aber natürlich macht das auch angreifbar und verletzlich. Der Song ist sehr persönlich , gerade da ich 2025 selber mit meiner mentalen Gesundheit zu kämpfen hatte. Stichwort Authentizität , entweder zieht man’s komplett durch oder lässt es lieber bleiben.
Festivalstalker: Viele eurer Songs sind wie gemacht fürs Mitsingen – denkt ihr beim Schreiben schon an die Live-Umsetzung?
Matze: Nö, es kommt wie es kommt…sind auch schon Sets ausm Set geflogen weil se eben live nicht so ziehen wie auf Platte…ganz normal
Festivalstalker: Es geht bald auf Tour: – Gibt es Städte, in denen ihr über die Jahre eine besonders enge Verbindung aufgebaut habt?
Matze: Irgendwie is’es eigentlich überall nice , aber Hamburg, Düsseldorf , Frankfurt und natürlich Berlin waren immer besonders gut zu uns.
ENGST Live:
17.04.26 Bremen, Modernes
18.04.26 Kiel, DIe Pumpe
19.04.26 Oberhausen, Kulttempel
24.04.26 Jena, F-Haus
25.04.26 Nürnberg, Hirsch
26.04.26 Aschaffenburg, Colos-Saal





