Im Fragenhagel mit Justus von Lemonwood zu ihrem kommenden Album

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Lemonwood

Am kommenden Freitag, den 25. September 2020 erscheint das Debütalbum der Berliner Band Lemonwood. Um der Band trotz Coronaumständen einen tollen Start zu ermöglichen haben wir das Album mal unter die Lupe genommen und auch Sänger Justus Maaz ein paar Fragen entlockt.

Im Fragenhagel mit Justus von Lemonwood zu ihrem kommenden Album

 

 

Hallo Justus, vielen Dank das du dir die Zeit für ein paar Fragen nimmst. Am Freitag erscheint ja euer Debütalbum, wie beschreibt ihr euch und eure Musik für Menschen die euch noch nicht kennen?

Wir machen Musik für Träumer und Romantiker. Das Leben ist ein ziemlicher Trip und eigentlich ist alles ein einziger großer Schwall von Gefühlen, der uns alle jeden Tag mitreißt und durch die Zeit trägt. So klingt auch unsere Musik – hoffentlich! Ansonsten sollten Freunde von Bands wie The Verve oder den Doves etwas anfangen können mit unserem Album. Vielleicht auch Freunde von Krautrock oder Bruce Springsteen, wer weiß! Man sollte jedenfalls schon mal was von den Beatles gehört haben.


Wie seid ihr zur Musik gekommen ? Und was würdest ihr machen wenn ihr keine Musik machen würdet?

Ich habe mal in einer Kirche gehört, wie jemand Orgel gespielt hat. Da war ich zwei oder drei. Ich war damals als kleines Kind so zutiefst gerührt und habe dann im Kindergarten immer auf dem Spielzeugherd Orgel gespielt. Meine Eltern haben dann relativ bald ein altes Klavier für mich gekauft. Ich hab nie richtig gelernt, nach Noten zu spielen, habe von Anfang an einfach nur versucht, mit den Göttern Kontakt aufzunehmen. Wenn ich nicht Musik machen würde, wäre ich wahrscheinlich Junky oder Priester. Oder Gemüsehändler. Warum die anderen Musik machen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich hatten sie eine schwere Kindheit.

Die Zeiten sind für viele gerade sehr hart, keine oder wenig Auftritte und ihr wagt den Sprung mit einem Debütalbum. Habt ihr diesen Schritt in letzter Zeit mal als Fehlentscheidung gesehen?

Man kann im Leben schnell mal ein paar Jahre mit Warten verbringen. Ist mir auch schon passiert. Damit muss man aber irgendwann mal aufhören – egal ob gerade die Welt untergeht, oder nicht.

Im Fragenhagel mit Justus von Lemonwood zu ihrem kommenden Album

Justus, für HOME hast du dich vor Corona Zeiten selbst in Isolation begeben, wieso hast du das getan und wie lange dauerte dieser Schaffensprozess?

Das war nicht in dem Sinne geplant, dass ich gesagt habe: „So ich gehe jetzt in Isolation.“ Es ist bei mir einfach so, dass ich mit der Musik schnell in einen Hyperfokus gerate und mittlerweile ein ziemlicher Perfektionist geworden bin. Ich bin immer auf der Suche. Und manchmal muss man immer und immer wieder zuhören und sich treiben lassen und das braucht Zeit. Und ich wusste auch: „Das ist es jetzt. Das wird das Album.“ Wenn man so will, war das schon fast mein ganzes Leben in Arbeit. Aber auf die Welt gebracht habe ich es dann in so ziemlich genau einem Jahr. Das Problem ist, wenn man es allein produziert, dass man die ganze Zeit dazulernt und dadurch ständig am Anfang steht. Bei manchen Songs habe ich deshalb direkt am Anfang entschieden, dass ich nichts mehr verändern werde. 

Welchen Track magst du am liebsten und wieso?

Das ist natürlich eine sehr schwierige Frage. Immerhin sind alles zehn Songs der komplette Knaller. Aber ich sage jetzt mal spontan: Echoes Of A Dream. Der klingt irgendwie, wie eine Mischung aus Sigur Ros und Take That. Ich weiß gar nicht wie Take That klingen. Aber ich schätze mal, wie Robbie Williams für Mottotassensammler. Echoes Of A Dream ist jedenfalls ein sehr emotionaler Song, eigentlich sogar total kitschig. Und trotzdem irgendwie psychedelisch. Man sollte ihn auf keinen Fall hören, wenn man Liebeskummer hat und gleichzeitig bekifft ist. Oder gerade. Aber morgen hätte ich einen anderen Song genannt. 

Wo möchtet ihr unbedingt mal auftreten? Und mit wem?

Auf dem Glastonbury Festival. Mit Johnny Marr. Aber ich glaube, daraus wird nichts. Ich habe mal Wilson Gonzales Ochsenknecht getroffen. Der ist doch auch Musiker, oder?

 

Wer darf / muss als erstes eure Songs hören und wieso?Im Fragenhagel mit Justus von Lemonwood zu ihrem kommenden Album

Jeder darf! Sogar Nazis. All you need is love! Aber ich würde sagen, man MUSS die neuen Songs hören, wenn man gerne beim Zugfahren aus dem Fenster guckt! Und wenn man findet, der Song Bittersweet Symphony könnte locker noch zwei Minuten länger gehen. Und wenn man immer allen erzählt, man mag Brian Jonestown Massacre, aber heimlich hört man Let Love Be Your Energy von Robbie Williams. 

Mit wem möchtest du unbedingt mal zusammen arbeiten? Vielleicht ein Wunschfeature? ( Produzent + Artist )

Dave Sardy ist als Produzent wahrscheinlich mein größtes Vorbild. Er macht irgendwas magisches. Von ihm produziert zu werden, wäre der Wahnsinn. Ansonsten würde ich gerne mal mit den Dandy Warhols eine Nacht lang jammen. Mit ganz viel Rotwein oder so. Irgendwo am Ende der Welt.

Welche Ziele habt für 2021? Plant ihr eine Tour?

Eigentlich war für Ende 2020 eine kleine Tour geplant. Hoffentlich findet die dann nächstes Jahr statt. Wenn, dann kommen sicher noch einige Konzerte dazu. Das wird spannend. Wir haben manche Songs vom Album noch nicht einmal live gespielt. Ansonsten habe ich vor, nicht an Corona zu erkranken und regelmäßig staubzusaugen. Ich habe gerade einen neuen Schlauch bestellt.

 

Im Fragenhagel mit Justus von Lemonwood zu ihrem kommenden Album

Wie stark beeinflussen euch die Social Media Plattformen? Welche nutzt ihr gerne und von welcher nehmt ihr abstand?

Ich finde Instagram ist die schönste Plattform derzeit. Ich mag Bilder und ich mag nicht, wenn Leute was sagen. Alle sagen ja nur noch die ganze Zeit irgendwas. Wir sollten mal aufhören, so viel zu sagen. Wir sollten mehr zuhören. Auch uns selber. Und den Vögeln. Dummerweise habe ich ein Handy und deshalb können uns trotzdem alle auf Facebook und Instagram folgen, da ich hier für Lemonwood regelmäßig krassen Content liefere.

Welche Frage wurde euch noch nie gestellt, die ihr aber gern mal beantworten möchtet? Und wieso?

Die Frage lautet: Wann sollte man Musik machen? Und die Antwort: Wenn man es muss!

Vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast, Justus. Wenn du noch abschließend etwas zum Album sagen möchtet, ist jetzt der richtig Zeitpunkt.

Ich hoffe, einige Menschen hören sich unser Album „Home“ an und werden hören, dass wir Musik mIm Fragenhagel mit Justus von Lemonwood zu ihrem kommenden Albumachen müssen und nicht Musik machen wollen. Ich hoffe, sie hören, wie viel in die Musik geflossen ist und ich hoffe sie fließt durch sie hindurch und wird in ihnen zu etwas wunderbarem, zu einer bittersüßen Gefühlswolke, die sie für eine Zeit durch diese seltsame Welt trägt, immer näher und näher zu ihrem Ursprung, immer näher nach Hause.

 


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