Gelsen Metal Attack Festival heißt unser heutiger Ausgehplan, am Samstag den 07.03.2026. Das Ganze findet im Herzen des nördlichen Ruhrgebiets, in der Kaue in Gelsenkirchen statt.
Im Vorfeld stehen die Zeichen auf Sturm und die Veranstaltung droht abgesagt zu werden. Doch gehen wir das ganze Schritt für Schritt an, da der Abend wirklich alle Emotionen und Facetten parat hat.

Ursprüngliches Line Up
Es geht los…
Pünktlich um 17:30 Uhr finden wir uns ein und sind von der Aufmachung der uns unbekannten Location positiv überrascht. Der Eingangsbereich und der Laden sind bereits gut gefüllt und an der Theke gibt es Ruhrpott Typisch Currywurst und Pilsken.
Um 18:00 Uhr geht es mit den Essener Jungs von Corporal Shred los, die uns brachialen Thrash Metal um die Ohren ballern. Die 4-Mann Combo hat dafür das 2024 erschienene Langspieleisen „Thrashtosterone“ im Gepäck.

Corporal Shred in Aktion
Die Combo ist auch bereits seit 2013 aktiv und die Spielfreude wirkt. Die Ansage des Frontmanns Maddin untermauern auch die Dankbarkeit, Teil des ganzen Spektakels zu sein.
Daher kann man sagen, es ist ein amtlicher Auftakt und die Hütte ist bereits für den Opener Slot ordentlich gefüllt.
Nun geht es musikalisch in düsterere Gefilde. Die 5 Jungs um The Void’s Embrace machen angeschwärzten Melodic Death Metal und sind die ersten Lokalmatadoren aus GE.
Der Gesang von Andreas kommt dabei wie klassisch brachialer Death Metal und die Melodic Parts werden durch die beiden Gitarreros Dennis und Matthias beigesteuert.

The Void’s Embrace als 1. Lokalmatador
Die Jungs haben für die Show das 2021 erschienene Full Lenght Album „Dawn Of A Stillborn Sun“ an Bord und dieses wird standesgemäß in die Crowd abgefeuert.
Große Emotionen!
Wir haben bereits in der Einleitung gespoilert, dass es einen vorläufigen Flyer gibt. Leider ist am 05.03.2026 der Darkness Bassmann Benjamin Biller verstorben. Die Band veröffentlichte im Vorfeld folgendes Social Media Statement:
„Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem geliebten Freund, geschätzten Bandkollegen und hingebungsvollen Familienvater. Sein Lachen, seine Freundschaft und seine Musik haben unser Leben bereichert und werden für immer in unseren Herzen weiterklingen. Ben hinterlässt eine Lücke, die nicht zu füllen ist und Erinnerungen, die uns für immer begleiten werden. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.
In stiller Trauer
-Bitte respektiert unsere Trauer und seht von Nachfragen ab-
Daher auch von unserer Seite ein R.I.P. Ben! Der Drummer der Altenessener Kult Thrash Band Lacky hat vor dem Start der 3. Band Old Ruins die Gelegenheit genutzt, eine bewegende Ansprache zu Ehren des Verstorbenen zu halten.
Sichtlich bewegt hat Lacky den Spirit und die Motivation für 40 Jahre Darkness festgehalten: Das sind wir alle – Eine Community, die in guten und schlechten Tagen zusammen steht.
Nach dieser emotionalen Rede ist es Zeit für weiteren Metal, der auch im Sinne des Verstorbenen gewesen wäre. Vorweg kann man sagen, Old Ruins haben neues Material im Gepäck, aber der Teufel steckt manchmal in der Technik.

Old Ruins kündigen Nachfolger an
In einem Vorabgespräch mit dem Frontmann „Kraje“ ist von 5 neuen Songs die Rede. Leider ist nach einem fulminanten Auftakt kein Saft für die Stage vorhanden, so dass eine massive Unterbrechung eintritt.
Jedoch lässt sich die Gelsenkirchener Band nicht beirren und präsentiert nach der Problembehebung neues Material und es wird ein Nachfolger zu „Always Heading East“ angekündigt. Auch das neue Material weiß im Melodic Black Metal Bereich zu punkten und wirkt wie ein Trostpflaster für die zahlreichen Fans.
Co-Headliner mit Wahnsinnshow
Jetzt ist Smorrah am Start, die mit Speesy im Januar 2026 ihr Line-Up wieder komplettierten. Der Mann ist kein unbekannter am Bass und er kann durch seine Dienstzeit bei Kreator und Bonded eine entsprechende Thrash Metal Vita vorweisen.
Frontmann Marius heizt das Publikum mit Material vom Full-Lenght Release „Welcome To Your Nightmare“ an und das wird mit einem entsprechendem Moshpit durch die Crowd gewürdigt.

Ex-Mitglied Kraje mit Marius im Duett
Auch wenn Smorrah angekündigt hat sich 2026 live rarer zu machen, die Show hat es in sich. Somit ist die Ankündigung eines neuen Albums auch gleichzeitig Balsam für die Fan Seele.
Smorrah baut dabei die Fans auf einem eigenen Niveau ein und es gibt den 2. emotionalen Höhepunkt des Abends, in Form eines Heiratsantrags live auf der Bühne. Sowas haben wir bis dato auch noch nie erlebt und wünschen dem verliebten Pärchen alles Gute!

Heiratsantrag auf der Stage, mit Ja-Wort!
Headliner wider Willen
Die 4 Gladbecker Jungs von Teutonic Slaughter sind kurzfristig für Darkness als Headliner eingesprungen. In einem vorab Statement hat man die Fans ermutigt heute trotzdem zu erscheinen und die Gage der Familie von Ben zugesichert. Ein wirklich feiner Zug der Jungs.
Zudem hat man das neue Album „Cheap Food“ am Start, welches als Black Vinyl für nur 18 € am Merchandising von der Band verkauft wurde.
Bei solch einer Preispolitik können sich große Label eine Scheibe abschneiden, da hier Neuware Teils für 40 € pro Stück über die Theke geht.

Bewaffnet mit neuem Material wird alles zerlegt!
Die Show wird durch ein Pressemittschnitt des damaligen Gladbecker Geiseldramas 1988 eingeleitet. Nach dem Intro bebt die Hütte und es wird der kompromissloseste Thrash Metal mit teutonischem Einschlag gespielt.
Das neue Material sitzt astrein und subjektiv höre ich nochmals eine Intensitätssteigerung zur bisherigen Diskografie.
Fazit
Ein wahnsinniger Abend geht zu Ende und man kann einfach nur einen Dank an den Veranstalter IkM e.V. und die GELSENMETALALLIANCE aussprechen, es in der Form durchgezogen zu haben.
Es sind soziale Projekte wie das Kinderhospiz Arche Noah in Gelsenkirchen unterstützt worden und die Bands haben trotz eines tragischen Schicksalsschlags einfach alles gegeben.
Man sieht einfach, dass ein Hand in Hand der lokalen Szene und des Veranstalters ein unglaubliches Endergebnis haben kann. Hier bleibt jetzt nur zu hoffen, dass das Gelsen Metal Attack Festival in Fortsetzung geht.





