Donots „JAKoustic“ im Rosenhof in Osnabrück

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Stephanie

Seit 2001 veranstalten die Donots jetzt ihre traditionellen Jahresabschlusskonzerte („JAKs“). So auch 2025 an drei Terminen – am 27., 28. und 29.12. Wir waren für euch bei der sehr besonderen Show am 27.12.2025 vor Ort. Denn es war dieses Mal kein gewöhnliches Konzert, sondern eine Akustik-Show – ein sogenanntes „JAKoustic“.

Für die aus Ibbenbüren stammende Band wurde der Osnabrücker Rosenhof an diesem Abend quasi wieder zum Heimspiel. Warum aber eigentlich dieses Mal eine Akustik-Show? Nach über 30 Jahren Donots hat die Band im September 2025 erstmals ein Akustik-Album veröffentlicht, nachdem sie zuvor schon auf Akustik-Tour waren. Und um das „Schwert aus Holz“-Album abschließend noch einmal zu würdigen, haben sie sich entschieden, eine der drei JAKs als Akustik-Show zu spielen.

Den Abend eröffnet hat das Akustik-Punk-Duo Schreng Schreng & La La, gute Freunde der Donots, die die Band in den letzten Jahren schon mehrfach supporten durften.
Anschließend wurde die Bühne umgebaut und eine große Retro-Stehlampe sowie ein roter Vorhang gaben der stage eine gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre. Was sofort auffiel: die Hälfte der Bühne wurde mit einem Podest erhöht und neben dem Schlagzeug fanden dort auch weitere vier Sitzplätze und zahlreiche zusätzliche Instrumente ihren Platz.

Über die Lautsprecher im Osnabrücker Rosenhof ertönte zum Show-Start der Intro-Song „Girls Just Want to Have Fun“ von Cyndi Lauper, passend zu diesem Abend in einer Akustik-Version. Die Donots betraten die Bühne. Neben Schlagzeuger Eike Herwig saßen noch Gitarrist Alex Siedenbiedel sowie Bassist Jan-Dirk „Purgen“ Poggemann auf dem Bühnenpodest. Wie schon bei ihrer diesjährigen Akustik-Tour quer durch Deutschland, hatten die Donots auch wieder zwei Gastmusiker mit dabei. Diese spielten abwechselnd Gitarre, Percussions, Piano, Akkordeon und Melodica. Auch mit ihrem Background-Gesang ergänzten sie den Sound an diesem Abend ganz wunderbar. Gitarrist Guido Knollmann stand auf der rechten, vorderen Bühnenseite. Sein Bruder, Sänger Ingo Knollmann, nahm für das erste Lied „Allein zu allein“ am Piano auf der linken, vorderen Bühnenseite Platz. Das Publikum stimmte sofort ein.

Spätestens beim zweiten Song „Dead Man Walking“, einem absoluten Klassiker der Donots, hielt es weder das Publikum noch Sänger Ingo auf den Plätzen. Trotz des Akustik-Settings wurde ordentlich gesprungen, getanzt und gesungen.

Dass die Band und Fans ein besonders familiäres Verhältnis zueinander haben, zeigte sich an diesem Abend zum wiederholten Male. Die Donots erzählten wieder einige Anekdoten und witzige Geschichten wie zum Beispiel, dass sie eine Holz-Ente als das perfekte Weihnachtsgeschenk verschenkt hätten. Gitarrist Guido war sich gar nicht mehr sicher, was nach diesem verrückten Jahr noch alles kommen sollte. Er schlug spontan vor, die Band aufzulösen, natürlich nur um 2026 dann Reunion-Shows spielen zu können. Sänger Ingo ließ sich stattdessen lieber zu einem am Piano improvisierten Song hinreißen. Grund hierfür war ein kürzlich gefallener Kommentar seines Sohnes zu Ingos lichter werdendem Haar am Oberkopf. Ingo textete daraus spontan lachend: „[…] und deswegen fällt Weihnachten aus, Santa Claus geht nach Haus’, die Kinder gehen heute ohne Geschenke ins Bett und es gibt Internat statt Internet“. Genau für solche humorvollen Einlagen sind die Donots bekannt.

Weiter ging es in der Setlist nach diesem kurzen Exkurs mit Songs wie „Whatever Happened to the 80s“, „Room With a View (Give Me Shelter…)“ und „Hey Ralph“. Für die ruhigeren Songs setzte sich Gitarrist Guido ab und an auf einen drehbaren Hocker vorne auf die Bühne. Stehend am Bühnenrand, suchte er jedoch auch immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum.

Zwischendurch plauderten die Donots dann wieder über die Erfahrungen der letzten JAKs und über die ein oder andere doch sehr unbeliebte „Tradition“. So konnte Bassist Jan-Dirk „Purgen“ Poggemann die letzten Jahre wegen verschiedenster gesundheitlicher Probleme das ein oder andere JAK nicht spielen und musste vertreten werden. Dieses Mal hatte der Donots-Fanclub „Circle-Pit-Club“ vorgesorgt und ihm diverse Care-Pakete mit allerlei Kleinigkeiten wie Vitaminen, Erkältungsbad und Tees geschickt. Wie man sah durchaus erfolgreich, denn Jan-Dirk stand gesund und munter auf der Bühne. Und das obwohl er berichtete kurz vor dem Konzert doch noch fast ausgerutscht zu sein. Diese potenzielle Gefahr war an diesem nebligen Tag den eisigen Temperaturen in Osnabrück geschuldet.
Dafür beklagte Gitarrist Guido, dass er angeschlagen sei. Er verriet, dass er sich vor der Show ein Getränk gemixt hatte, das ihn wieder gesund machen soll. Er bat jemanden aus seiner Crew, seine Thermoskanne aus dem Backstage-Bereich zu holen. Kurze Zeit später stand diese dann auf der Bühne und in Plastikbechern wurden kleine Kostproben davon ans Publikum verteilt. Eine abenteuerliche Mischung aus Brennnesseltee, Zitrone, Ingwer und natürlich Knoblauch (denn wer die Donots kennt, weiß dass Guido den ganz besonders liebt). Schnell machte sich in den ersten Reihen ein beißender Geruch breit. So schlimm, dass ein Security-Mann sogar leicht verzweifelt aus einer Mini-Sprühflasche Desinfektionsmittel zur Neutralisation um sich herum verteilte. Auch eine signierte Bratpfanne (ein weiterer Insider zwischen den Donots und ihren Fans) und eine signierte Vinyl ihres Akustik-Albums „Schwert aus Holz“ fanden ihren Weg ins Publikum. Das Cover der Vinyl zeigt ein Tattoo-Motiv eines Fans aus dem Publikum. Guido hatte dieses gezeichnet und ihr sogar gestochen. Anlässlich dessen bekam sie die Vinyl an diesem Abend dann auch noch einmal persönlich überreicht.

Nachdem alle Geschenke ausgetauscht wurden, konnte das Set weiter gehen. Der Song „Calling“ ist wohl einer der Lieder, die akustisch mit am meisten verändert wurden. Ein Reggae-mäßiger Sound brachte den Rosenhof zum Tanzen und Sänger Ingo dazu auf die Theke zu klettern. Der Song wurde mit einer kurzen Zeile aus Seeed’s „Music Monks“ beendet. Solche kleinen Überraschungen machen Donots-Shows jedes Mal einzigartig.

Wieder zurück auf der Bühne, stimmte Ingo „Out in the Cold“ an. Es ist der erste englischsprachige Song der Donots seit 13 Jahren und passte perfekt in diesen Abend und das Setting. Anschließend folgten wieder deutschsprachige Songs: „Augen sehen“, „Problem kein Problem“ und „Keiner kommt hier lebend raus“. Zu „Stop the Clocks“ setzten sich die vorderen Reihen des Publikums hin und machten im Sitzen rudernde Bewegungen – ein Ritual, das bei keinem Donots-Konzert fehlen darf.

Als Special stimmten die Donots dann plötzlich „All die ganzen Jahre“ von Die Toten Hosen an. Die Toten Hosen-Sänger Campino und Die Toten Hosen-Gitarrist Kuddel sind ebenfalls auf dem Akustik-Album „Schwert aus Holz“ der Donots mit je einem Feature vertreten. Darüber hinaus haben die Donots die Die Toten Hosen auch bereits mehrfach supportet. Im Sommer 2026 dürfen die Donots dies bei zwei Shows in München und Wien erneut tun. Der Cover-Song hatte also im Donots-Set seine absolute Daseinsberechtigung.

Als letzter Song vor der Zugabe, spielte die Band „Wake The Dogs“ und verließ anschließend gesammelt die Bühne. Statt der üblichen „Zugabe“- oder „Donots“-Rufe des Publikums, stimmte dieses plötzlich „Eisgekühlter Bommerlunder“, ebenfalls von Die Toten Hosen, an. Lachend kamen die Donots wieder auf Bühne und Gitarrist Guido und Sänger Ingo improvisierten spontan den beliebten Hit. Die Fans sangen natürlich direkt lauthals mit. Für das nächste Lied „The Years Gone By“ setzte sich das Publikum erneut auf den Boden und bildete in der Mitte einen kleinen Kreis um Sänger Ingo und Gitarrist Guido, die den Song nur zu zweit zum Besten gaben. Es folgten die Lieder „Hansaring, 2:10 Uhr“, „Piano Mortale“ und „Eine letzte letzte Runde“. Bevor Sänger Ingo dann zum Twisted Sister-Cover „We’re Not Gonna Take It“ crowdsurfend seinen Weg durchs Publikum fand. Dabei musste er aber etwas aufpassen, denn er hatte vorher noch über die Leute aus Reihe 1 gewitzelt. „So merke man“, laut Zitat von Ingo„dass man auf einer Akustik-Show sei, wenn Leute mit langstieligem Weinglas in der ersten Reihe stehen“. Doch sowohl Fans und Gläser als auch Ingo blieben heil. So konnte er „So Long“, den traditionell letzten Song jeder Donots-Show, wieder gemeinsam mitsamt Band und Gastmusikern auf der Bühne performen.

Nach einem gebührenden Applaus bedankte sich die Band noch herzlich bei Fans, Crew und allen Personen wie Securities, medizinischem Personal und Mitarbeitenden des Rosenhofs, die an diesem Abend bei der Show gearbeitet haben.
Mit den Triple JAKs fand das Jahr 2025 ihren Abschluss. Für die Donots ein Jahr zwischen Akustik-Album und -Tour, Metal-Festivals bis Jazzfest, TV- und Radio-Auftritten, Schiffs-Ausflug inklusive Konzert auf Helgoland, eigenem Konzert speziell für Kinder und vielen weiteren Highlights.

Der Song „Easy“ von Faith No More erklang aus den Lautsprechern des Rosenhofs, der sich langsam leerte. Lange mussten die Fans nicht auf weitere Donots-Konzerte warten, denn JAK 2 und 3 standen für viele von ihnen an den folgenden zwei Tagen in der selben Location noch an – dieses Mal wieder als gewohnte Punk-Rock-Shows.

 

Die nächsten Live-Termine der Donots:

  • 23.03.2026: Full Metal Mayrhofen (AT), Mayrhofen – Waldbühne
  • 19.06.–21.06.2026: Southside Festival, Neuhausen ob Eck
  • 19.06.–21.06.2026: Hurricane Festival, Scheeßel
  • 21.06.2026: Open Air Sommer w/ Sondaschule, Coburg – Kulturfabrik Cortendor
  • 28.06.2026: Stimmen Festival w/ H-BLOCKX & Gringo Mayer, Lörrach
  • 08.07.2026: w/ DIE TOTEN HOSEN, München – Hans-Jochen-Vogel-Platz
  • 01.08.2026: MEGA MÜNSTER SLAM w/ H-BLOCKX, Münster – Schlossplatz
  • 05.08.–09.08.2026: Open Flair Festival, Eschwege
  • 06.08.2026: Bergflair w/ ITCHY, Traunreut – Schwimmbad
  • 06.08.–09.08.2026: Taubertal Festival, Rothenburg ob der Tauber
  • 07.08.2026: Poolbar Festival, (AT) Feldkirch – Altes Hallenbad
  • 20.08.2026: w/ H-BLOCKX, Leipzig – Parkbühne
  • 21.08.2026: Giessener Kultursommer w/ H-BLOCKX, Giessen – Kloster Schiffenberg
  • 22.08.2026: Werft Open Air w/ H-BLOCKX, Lübeck – Kulturwerft Gollan
  • 12.09.2026: w/ DIE TOTEN HOSEN, Ernst-Happel-Stadion