Am Mittwochabend verwandelte sich die Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen in einen brodelnden Hexenkessel: Bushido, einer der prägendsten Künstler des deutschen Hip-Hops, spielte im Rahmen seiner Abschiedstour „Alles wird gut“ eines seiner voraussichtlich letzten Konzerte vor einem begeisterten Publikum. Die Tour, die Anfang des Jahres in Berlin, machte hier Station – und ließ kaum einen Zweifel daran, wie stark Bushidos Musik bis heute wirkt.
Die Halle war gut gefüllt, die Stimmung ausgelassen und erwartungsvoll – viele trugen Hoodies, Caps und alte Alben im Herzen, die sie seit Jahren begleiten. Was im Laufe des Abends merklich seltsam war. So ausgelassen, wie es vor der Bühne abging, so zurückhaltend war es auf den Sitzplätzen. Nicht eine Person stand und hat mitgerappt und gefeiert.
Pünktlich nach der Tagesschau trat Bushido auf die Bühne, begleitet von DJ Gan-G und DJ Rabe und einem Hype-Man Rapper, der bestimmte Passagen mit gerappt hat. Gleich zu Beginn wurde klar: Dies ist kein gewöhnlicher Gig, sondern ein Abschied mit Rückblick und mit vollem Respekt vor seiner Karriere. Klassiker wie „Kleine Bushidos“ und „Nie wieder“ setzten Akzente und die vertrauten Hooklines hallten durch die Halle und wurden textsicher mitgesungen.
Bushido zeigte sich emotional offen: Zwischen den Tracks suchte er immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum, dankte den Fans für ihre jahrelange Treue und sprach über den Weg, den er gemeinsam mit ihnen gegangen ist. Momente wie diese verliehen dem Abend eine fast familiäre Atmosphäre, die zwischen harten Rap-Beats und persönlichen Reflexionen changierte.
Mein Highlight des Abends: Frank (34) LKW Fahrer aus Gronau. Liefert sonst Ware von A nach B, hat an dem Abend auf der Bühne neben Bushido souverän zwei Songs abgeliefert und hatte die Herzen der Fans direkt gewonnen.
Zum Abschluss zog Bushido noch einmal alle Register: Mit der Zugabe „Für immer jung“ und emotionalen Worten über seine Zeit als Künstler verabschiedete er sich unter tosendem Applaus von der Bühne. Für viele im Publikum war dieser Abend mehr als ein Konzert – es war ein Stück Rap-Geschichte, das sich hier in Oberhausen ereignete.





