Bring Me The Horizon kündigen Neuaufnahme ihres Debütalbums „Count Your Blessings“ an

Adiz Photography (zur Verfügung gestellt von Sony Music)
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Adiz Photography

Nach dem wuchtigen Echo ihres Konzertfilms L.I.V.E. In São Paulo und dem dazugehörigen Livealbum richten Bring Me The Horizon den Blick nun erneut in ihre eigene Vergangenheit – und verwandeln sie in etwas völlig Neues. Mit „Count Your Blessings | Repented“ kündigt die Band nicht weniger als eine klangliche Wiedergeburt ihres Debütalbums Count Your Blessings“ an, das am 10. Juli 2026 erscheinen soll – exakt 20 Jahre nach dem ursprünglichen Release.

Was zunächst wie ein klassisches Jubiläumsprojekt wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als weit mehr als eine nostalgische Geste. Statt das Material lediglich zu remastern oder in moderner Produktion neu aufzulegen, haben sich die Musiker bewusst für eine vollständige Neuaufnahme entschieden. Ein Schritt, der nicht nur Mut verlangt, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Herkunft.

Als Bring Me The Horizon 2006 mit Count Your Blessings“ erstmals auf der Bildfläche erschienen, war ihr Sound roh, kompromisslos und tief im Deathcore verwurzelt. Blastbeats, gutturale Vocals und eine ungeschliffene Produktion prägten das Bild einer Band, die sich zunächst vor allem im Underground Gehör verschaffte. Heute – nach einer beeindruckenden stilistischen Entwicklung hin zu Alternative Rock, Electronica und Pop-Elementen – wirkt dieses Frühwerk fast wie ein Dokument aus einer anderen Ära.

Genau hier setzt „Count Your Blessings | Repented“ an. Die Neuinterpretation verspricht nicht nur eine technische Modernisierung, sondern auch eine emotionale Neubewertung. Frontmann Oli Sykes deutete bereits in ersten Statements an, dass sich die Band intensiv mit den Themen, Texten und der damaligen Haltung auseinandergesetzt habe. Es gehe darum, „alte Wunden zu verstehen, nicht nur sie lauter klingen zu lassen“.

Musikalisch dürfte das Projekt besonders spannend werden. Die Band, die sich über die Jahre als stilistisch wandelbar erwiesen hat, könnte dem Material von damals völlig neue Facetten abgewinnen. Denkbar sind dichtere Arrangements, klarere Strukturen oder sogar überraschende Genre-Einflüsse, die das ursprüngliche Chaos in ein neues Licht rücken. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie viel von der ursprünglichen Aggression und Unmittelbarkeit erhalten bleibt – jener Energie, die das Debüt für viele Fans bis heute so prägend macht.