Blackout Problems feiern Jubiläum von „Holy“ in Brighton

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Stephanie

Unter dem Titel „HOLY – 10 YEARS ANNIVERSARY SHOW“ kündigten Blackout Problems im Sommer letzten Jahres an, ihr erstes Album „Holy“ live zelebrieren zu wollen. Wir waren für euch bei der Doppelshow am 07.02.2026 in Brighton (UK) dabei.

Aber warum eigentlich Brighton? Dazu erklärt die Münchner Band auf Instagram, dass sie sich vor über 10 Jahren zusammen mit einem Van auf den Weg dorthin begeben haben. Grund dafür war, dass ein Freund in besagter Stadt ein Appartement hatte und sie in Brighton Videos für ihr Debüt-Album drehen wollten. Auch auf dem Album-Cover von „Holy“ ist der Brighton-Bezug deutlich sichtbar: es ziert die Ruine der ehemaligen Seebrücke der Stadt, die nach mehreren Sturmschäden und Bränden nur noch ein Stahlskelett ist.

Blackout Problems feiern Jubiläum von "Holy" in Brighton

Nach dieser persönlichen Verbundenheit zur Stadt war für Blackout Problems klar, dass sie das 10-jährige Jubiläum von „Holy“ genau hier gebührend feiern wollen. Und zwar indem sie das Album live in voller Länge performen.
Und was wäre dafür noch besser als ein Konzert? Richtig – zwei Konzerte an einem Tag. Nachdem die erste Show schnell ausverkauft war, hatten Blackout Problems die Idee, erstmals eine zusätzliche Show am selben Tag zu spielen. Und zwar mittags.
Auf dem Weg nach Brighton, machten die Blackout Problems für zwei Warm-Up-Shows dann noch in Frankfurt und Düsseldorf Halt.

Die Location in Brighton war der „Green Door Store“ in einer kleinen Straße in der Nähe des Bahnhofs. Einlass für die „Matinee-Show“ war also bereits um 14:30 Uhr. Die kleine Venue füllte sich schnell mit ersten Fans. Man konnte von überall Gesprächsfetzen auf Deutsch aufschnappen. Viele Fans der Blackout Problems kamen extra angereist oder hatten ohnehin schon die anderen beiden Konzerte der „Mini-Jubiläums-Tour“ mitgemacht. Aber auch die Vorfreude des englischsprachigen Publikums konnte man an diesem Nachmittag deutlich spüren. 2023 und 2024 waren Blackout Problems bereits als Support für Noahfinnce und Lake Malice in anderen Brightoner Clubs aufgetreten.

Matinee-Show: Vollgas ab Sekunde 1

Endlich zurück auf britischen Bühnen, ließen Blackout Problems dann auch nicht lange auf sich warten. Ohne Vorband ging es um 15:30 Uhr direkt los. Die Band kam durch eine Seitentür an einer Außenwand der Location, die zum Innenhof aufging. Sie bahnten sich ihren Weg durchs Publikum und enterten die stage. Man merkte sofort, dass Blackout Problems bereit waren, live ihre gewohnte Power zu zeigen. Mit dem ersten Song, der passenderweise „One“ hieß, übertrug sich diese Energie sofort auf die anwesenden Fans.

Wer die Band schon mal live gesehen hat, weiß auch, dass es Sänger Mario Radetzky nicht lange auf der Bühne hält. So sprang er also auch dieses Mal bereits beim ersten Lied von der Bühne. Um „Holy“ mit den Fans zu zelebrieren, tauchte er nur Sekunden später wieder in der Mitte des Raumes auf. Umringt vom internationalen Publikum, ließ er dieses mit erhobenem Mikro den Text aus voller Kehle mitsingen. Die etwa 170 Fans waren von der ersten Sekunde an textsicher und tanzbereit. Und auch Mario Radetzky hatte Lust sich zu bewegen. Im nächsten Moment kletterte er im hinteren Teil des Raumes auf eine kleine Mauer und schwang sich auf die schmale Brüstung, die darauf montiert war. Von dort aus hatte er die euphorische Crowd im Blick.
Zurück auf der Bühne, schnappte sich Mario Radetzky die E-Gitarre und sang ein paar Zeilen. Nur um sich mit seinem Instrument dann kurze Zeit später wieder ins Publikum zu begeben, um die letzten Takte des Liedes dort zu spielen. Wieder umringt von begeisterten Fans, die mitgröhlten und mitsprangen.
Dass es bereits beim Opener vor Ereignissen und Energie nur so strotzte, gab einen Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.

Weiter ging es mit der chronologischen Reihenfolge mit den Titeln des Albums „Holy“. Einige der Songs wurden seit dem Debüt vor 10 Jahren nicht mehr live gespielt. Doch die Fans waren gut vorbereitet und sangen stimmgewaltig mit. Das blieb auch den Blackout Problems nicht verborgen. Die Band kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus und man merkte deutlich, wie sehr sie sich auf diesen Tag gefreut hatten. Die frühe Uhrzeit des Konzerts tat der Stimmung ebenfalls keinen Abbruch. Im Gegenteil – man hatte das Gefühl, dass das Publikum genau deshalb eine extra Portion Energie mitgebracht hatte.

Besonderes Highlight war das Saxofon-Solo von Bassist Marcus Schwarzbach beim Song „The King“. Dass Blackout Problems gerne mit neuen Instrumenten, elektronischen Samples oder Akustik-Versionen bei ihrer Musik experimentieren, haben sie bereits erfolgreich in der Vergangenheit gezeigt. Auch dieses Mal konnten sie das Publikum mit dieser Version emotional tief berühren.

Zwischen den Songs erzählte Sänger Mario Radetzky auch immer wieder etwas zu den Entstehungsgeschichten einzelner Lieder. „Hold On“ handle zum Beispiel über die Trennung seiner Eltern und er war sich damals unsicher, ob er solch ein persönliches Thema überhaupt in einem Lied ansprechen solle. Doch die anderen Bandmitglieder nahmen ihm alle Sorgen und bestärkten ihn in seinem Songwriting. Denn Blackout Problems stehen mit ihrer Musik schon immer für emotionale, politische und persönliche Themen.

Beim letzten Song des Albums „Holy“, „Poets of Protest“, gab es dann erneut eine Saxofon-Einlage von Bassist Marcus Schwarzbach.

Doch nach den 13 Songs war noch lange kein Ende in Sicht. Das Publikum wollte mehr. Und auch Blackout Problems hatten noch ordentlich Lust weiter zu spielen. Fast so, als ob sie nicht daran denken würden, dass an diesem Tag noch ein weiteres Konzert anstehen würde.
Als Zugabe gab es also Songs quer durch die anderen 3 Folgealben. Zusätzlich auch Stücke, die außerhalb dieser veröffentlicht wurden. Darunter zum Beispiel auch der Titel „Frontrow“ aus dem Jahr 2025, der ein deutliches politisches Statement gegen Faschismus ist.

Den Abschluss machte das Lied „Puzzle“ aus dem 2024 erschienenen Album „Riot“. Dieser Song hat einen besonderen Bezug zu Brighton. Denn dies war die erste Vorab-Single und feierte am Releasetag (19.10.2023) ihr Live-Debüt in Brighton. Damals waren Blackout Problems als Support-Act von Noahfinnce an der britischen Südküste zu Gast.

Nach über 1,5 Stunden Show hatte Sänger Mario Radetzky immer noch genauso viel Energie wie beim ersten Song und kletterte deshalb einmal mehr auf die Balustrade im hinteren Teil des Raumes. In bewährter Manier machte er von dort aus einen ordentlichen Stagedive ins Publikum.

Überraschend wurde es dann, als man den Song „Rome“ erwartete. Eigentlich ein Publikums-Favorit und der meistgespielte Titel der Band bei Spotify. Dieser wurde nicht bei der Matinee-Show gespielt. Aber es musste ja auch noch Luft nach oben für Show Nummer zwei an diesem Tag bleiben.
Zwischen dem letzten Ton von Show 1 und dem Einlass zur Show 2 blieben nicht einmal zwei Stunden. Denn die meisten der anwesenden Fans wollten sich eine zweite Runde absoluter Abriss mit den Blackout Problems natürlich nicht nehmen lassen.

Das große Finale am Abend: Ein musikalisches Feuerwerk zum 10-jährigen Jubiläum

So entdeckte man am Abend auch wieder das ein oder andere bekannte Gesicht in der Menge. Um kurz nach 20 Uhr betraten Blackout Problems wieder die Bühne. Genauso energetisch wie am Nachmittag. Wenn nicht sogar noch ein wenig mehr, denn auch sie hatten bei der ersten Show an diesem Tag Blut geleckt. Die Show am Abend war ausverkauft, die Show am Nachmittag aber nicht weniger voll.

Natürlich hielt es Sänger Mario Radetzky auch dieses Mal nicht lange auf der Bühne. Wie bereits bei der ersten Show an diesem Tag, kletterte er auch beim ersten Song am Abend wieder runter in die Menge und auf die kleine Mauer im hinteren Teil des Raumes.

Erschöpfung nach der Show am Nachmittag? Die war nicht zu spüren. Auch abends war nichts von Startschwierigkeiten oder Zurückhaltung auf Seiten des Publikums oder der Band zu merken. Ab Sekunde 1 bebte der Saal.
Als Sänger Mario Radetzky das Mikrofon in der Menge die Höhe reckte, verstand der gesamte Saal diese Aufforderung. Die Textzeile „We will be one“ wurde zum gelebten Versprechen. Blackout Problems und Fans verschmolzen ab diesem Moment zu einer Einheit.

Weiter ging es auch dieses Mal wieder in ihrer natürlichen Abfolge mit den Titeln aus dem Debüt-Album „Holy“.
Darunter auch der Song „Boys Without a Home“. Hierzu plaudern die Blackout Problems erneut aus dem Nähkästchen. Als große Fans der britischen Trancecore-Band Enter Shikari, ließen sie sich davon beim Songwriting für „Holy“ inspirieren. Die Textzeile „Rou screams from the stereo“ bezieht sich auf Enter Shikari-Sänger Rou Reynolds. 2016 für die Blackout Problems nur ein weit entfernter Traum, 2024 die Realität: ein gemeinsamer Song („Glofs“) auf „Riot“, dem 4. Album der Blackout Problems. On top durften Blackout Problems die britische Band im selben Jahr auch noch als Support-Act auf ihrer Europa-Tour begleiten. Musikalisch das perfekte britisch-deutsche-Crossover.

Das Bühnenbild auf der kleinen Bühne dieser Location war das Logo der Blackout Problems. Der Umriss einer Rose, die aus Glühbirnen gebildet wurde und in allen möglichen Farben aufleuchtete. Immer thematisch passend zu den jeweiligen Songs.

Beim Lied „Black Coffee” tat sie dies in den Farben des Regenbogens. Als Sänger Mario Radetzky wieder seine gewohnte Runde durchs Publikum beendet hatte, hielt er kurz auf der Bühne inne. Er erklärte, dass sie vor 10 Jahren „Black Coffee“ geschrieben hätten. Hintergrund war, dass sie damals im Fernsehen Bilder aus Russland gesehen haben, wie Leute auf den Straßen Gewalt wegen ihrer sexuellen Orientierung erleiden mussten. 10 Jahre später habe sich noch nicht viel daran geändert, fügte er hinzu. Es seien immer noch Männer in Machtpositionen, die uns erzählen wollen, was wir denken sollen, woran wir zu glauben haben und wen wir zu lieben oder eben nicht zu lieben haben. Blackout Problems stünden für eine freie Welt, sagt er aus tiefstem Herzen. Mario Radetzkys Appell an das Publikum an diesem Abend ist, einen Teil dieser Liebe und Message mit nach Hause zu nehmen.
Seine finalen Worte dazu: „We just celebrate music together, are you with us?“ Das Publikum applaudierte nach diesen Worten zustimmend. Als direkte Resonanz verliehen die Fans durch den gemeinsamen anschließenden Gesang dem Song nochmal ein ganz besonderes Gewicht: „Together we’re an army, just as strong as black coffee, you’re not alone“.

Kaum war der finale Ton vom letzten Lied des Albums „Holy“ gespielt, forderte die Menge auch schon euphorisch nach einer Zugabe. Auch hier gab es, wie schon zuvor, eine Auswahl an Songs der vergangenen Alben. Dieses Mal jedoch leicht adaptiert. So wurde beispielsweise „Darling“ aus dem Album „Dark“ (2024) performt, der mit 6:38 Minuten einer der regulär längsten Songs der Blackout Problems ist. Auch hier war das Publikum absolut textsicher. Nach einer erneuten „Kletterrunde“ von Sänger Mario Radetzky auf der Balustrade, sprang er anschließend auf ein Case. Dieses wurde extra in der Mitte des Raumes platziert und auf seiner E-Gitarre spielte er ein fulminantes Outro. Die Crowd tanzte dabei im Circle Pit um ihn herum und ließ sich vom Rhythmus in einen Strudel aus musikalischer Energie ziehen.

Bei „Brother“ und dem anschließenden „Murderer“, ebenfalls aus dem Album „Dark“, merkte man, dass für alle noch lange nicht Schluss war. Sänger Mario Radetzky hatte sich inzwischen wieder den Weg durchs Publikum gebahnt. Er brachte alle dazu sich hinzuhocken. Mit Spannung warteten alle den Drop ab, um dann den Saal endgültig zum Explodieren zu bringen, als die Menge gleichzeitig in die Luft sprang.
Das schon am Nachmittag sehnlichst erwartete „Rome“ gab es dann natürlich doch noch. Natürlich mit Mario Radetzkys obligatorischen Sprüngen von Balustrade und Bühne. Auch einige andere Crowdsurfer fanden immer wieder ihren Weg durch das Publikum.

Letzter Song des Abends war, wie auch schon am Nachmittag, „Puzzle“. Und genau hiermit zeigte sich eine beeindruckende Klammer des musikalischen Weges der Blackout Problems. Vor drei Jahren feierte er in dieser Stadt seine Live-Premiere. Und so verband dieser Track perfekt den Jubiläumsabend des ersten Albums mit dem Beginn des letzten Albums. Er machte die beeindruckende Entwicklung der Band der letzten Jahre mehr als deutlich.

Nach fast zweistündiger Show waren alle Anwesenden verschwitzt, ausgepowert, aber absolut glücklich über die gelungenen Doppelshows zum 10-jährigen Jubiläum von „Holy“.

Die britischen Fans dürfen sich jetzt schon auf zukünftige Auftritte freuen. Blackout Problems kündigten an, nächstes Jahr wieder zurück im Vereinigten Königreich sein zu wollen. Bis dahin stehen für die Blackout Problems noch einige Highlights in Form von Shows in Deutschland an.

19. Juni 2026
Nürnberg, Germany
Katharinenruine

25. Juni 2026 – 27. Juni 2026
Oerlenbach, Germany
Ab geht die Lutzi! Festival 2026

10. Juli 2026
Norderstedt, Germany
Match Börner Open Air 2026

25. Juli 2026
Köln, Germany
BLACKOUT PROBLEMS SUMMER 26 OPEN AIR

31. Juli 2026 – 01. August 2026
Viersen, Germany
zur Wilden Hilde 2026