An einem Abend, an dem die meisten Menschen auf irgendwelchen unsinnigen Donnerstags Faschingspartys sind und Dosenmusik betanzen, durfte ich den Abend mit großartigen Musiker:innen und zahlreichen Gleichgesinnten in einer ausverkauften Tonhalle in München verbringen: Es geht zu All Time Low, die auf ihrer „Everyone’s Talking“-Tour Taylor Acorn und Mayday Parade dabei haben.
Als ich ankomme geht’s auch direkt rein, denn es ist nur noch eine halbe Stunde bis zur ersten Show.
Das Publikum ist altersbezogen gemischt – man merkt, dass Taylor Acorn auf jeden Fall ein paar junge Fans mitbringt aber ganz generell sind auffällig viele Menschen meiner Generation mit Karohemden und Tattoos – love it.
Taylor Acorn
Sie startet energetisch und macht Stimmung aber so richtig abholen kann sie mich ehrlich gesagt nicht.
Sie bringt definitiv Energie und eine tolle Stimme mit, der wirkliche Spaß auf der Bühne kam für mich aber nicht so richtig rüber – der Funke fehlt, so sorry. Wirkt einfach ein bisschen wie Fast Food – macht kurz mal glücklich aber ein bleibender Eindruck bleibt nicht.
Alles in Allem ist es eine solide Show und ich mag den Vibe ihrer Songs. Ich vermisse hier nur einfach eine vollbesetzte Band, ich will alles live hören und ja, ich weiß, da ist Taylor Acorn nicht die einzige, denn leider spielen extrem viele Bands mittlerweile mit ordentlich Backingtracks.
Nicht so aber meine Favoriten des Abends:
Mayday Parade
Was bei Taylor gefehlt hat bringen Mayday Parade direkt mit. Die Show beginnt und wir sind sofort wieder in unserer Jugend.
Die Vocals kommen alle von den Menschen die auf der Bühne stehen und es bewegt sich gut was on Stage, hier fühle ich den Spaß.
Und nun merkt man auch, dass die Menge überwiegend Millenials sind – deutlich aktiver singen sie mit, klatschen und tanzen.
Der Opener holt mich nicht so richtig ab, aber die folgende Songenergie ist das Konzert lang recht ähnlich, alles macht Spaß und die Zeit verfliegt!
Würde ich mir auf jeden Fall wieder ansehen!
All Time Low
Okay, now EVERYBODY is in!
Die Hände und Handys sind oben, das bunte Leuchtbanner sieht richtig cool aus und die Fans klatschen und feiern direkt mit.
Es dauert nicht lange, dann wird auch schon Crowd gesurfed, die Leute sitzen auf Schultern und kurz später gibts die ersten kleinen Moshpits – bei All Time Low. Hab ich nicht erwartet, super cool!
Sie spielen eine schöne Mischung aus alten und aktuellen Tracks. Auch die Dynamik des Sets macht Spaß – ein kleines aber sehr feines Acousticset und ein paar Talk-Einlagen (die zwar etwas langatmig in unserer schnellen Welt wirken aber mich auch einfach in den Moment und die Entschleunigung holen) in der Mitte lässt uns kurz mal durchatmen, bevor es wieder richtig dancy wird.
Sie betonen mehrfach, dass es ihre größte Headlinertour in Deutschland ist und wie stark das Publikum in München mitmacht; dass es genau diese Momente sind, die einem nach vielen Shows in a row und Wochen auf Tour noch die Energie für die letzten Konzerte geben.
Was ich persönlich super finde: sie holen sowohl Taylor als auch Derek für kurze Gastauftritte bei ihren Songs mit auf die Bühne.
Insgesamt muss ich sagen: starke Show, einfache aber schöne Effekte, down to Earth-Attitüde, keine Social-Media-Ablenkung auf der Bühne und sehr stimmig gewählte Supportacts.
Weitere Impresionen des Abends findet Ihr in der Bildergallerie hier:
Taylor Acorn
Mayday Parade
All Time Low






























































