Konzertreview: Call of Charon Albumrelease

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Photocredit
Akumas_Arts
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Trick or treat! Vergangenen Donnerstag rauften sich wieder die Spukgestalten zusammen und feierten die Nacht der lebenden Toten, unter anderem in Essen im Jugendzentrum Café Corner. Call of Charon hatten eingeladen, gemeinsam mit vier hochkarätigen Gästen ihr Albumrelease zu feiern (Plaguebearer, VÖ 01.11.19, online und im Fachhandel erhältlich). Ein Abend voller Deathcore und Deathmetal war also zu erwarten, der die Herzen der sehnsüchtig auf das Debüt der Duisburger Band wartenden Fans höher schlagen lassen sollte. Und die wurden gar nicht erst lange auf die Folter gespannt. Eröffnet wurde die Party, die von CoC-Sänger Patrick in Zusammenarbeit mit Till vom Café Corner organisiert und liebevoll mit allerlei grusligen Dekoelementen ausgestattet würde, von dem Duo Cogitations of a Nihilist. Die zwei Jungs aus Essen legten mit ordentlichen Beat- und Slameinflüssen direkt zu Beginn ein fettes musikalisches Statement hin und sorgten vom ersten Ton an für die ersten kleinen Moshpits. Übrigens bekommt die zwei-Mann-Band bald Zuwachs: Ein Drummer befindet sich gerade in der Einarbeitung, ein Gitarrist fehlt allerdings noch, um den Sound statt vom Band komplett live erklingen zu lassen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das Projekt um Hendrik und Dustin entwickelt.
Es folgten alte Bekannte von Call of Charon, nämlich Bleeding Heaven aus Herten, für die Gastgeber Patrick einst selber am Mikrofon stand. Wie schon zuvor in diesem Jahr teilte sich die hertener Band auch an diesem Abend mit den sympathischen Belgiern von When Plagues Collide die Bühne und legte einen ordentlichen Abriss hin. Beide Bands hauten ordentlich rein, sorgten für Stimmung, rissen die Bude ab. Die Routiniertheit war eindeutig zu merken.
Als vorletztes gaben sich dann die Gastgeber selber die Ehre – und ganz im Stil von Halloween wurde der Auftritt der nun ganz offiziell fünf Jungs von zwei vermummten Gestalten eröffnet, die übrigens schon im Video zur Singeauskopplung Illusive Savoir zu sehen waren und an diesem Abend das brandneue Banner der Band enthüllten. Sie verließen die Bühne, Arthur, Alex, Tobi und Christoph betraten sie, gefolgt von Patrick. Allesamt im schwarzen Hemd, was sich als Bühnenoutfit als optisch erstaunlich ansprechend erwies und ganz klar symbolisierte: Hier hat sich etwas getan, hier steht eine Band, die sich gefunden hat und hoch hinaus will. Und genau in die Richtung ging auch ihr Auftritt – steil nach oben. Vom ersten Ton an herrschte eine bomben Stimmung in dem gut gefüllten Saal, die lediglich für einen kurzen Augenblick davon getrübt wurde, dass der Mischer den Backingtrack nicht zeitig ausstellte und Patrick während der ersten Sekunden von Illusive Savoir gegen einen Raptrack ansingen musste. Ein Fauxpas, der nicht hätte passieren dürfen, schon gar nicht an einem für die Band so wichtigen Abend, aber zu verzeihen. Das Publikum jedenfalls schien sich nicht irritieren zu lassen und bewegte sich durchgehend zu neuen und alten Tracks. Ein Highlight war neben den neuen Songs übrigens die Liveversion des 2015 erschienen Tracks Coffin Nails. Erstmals seit Jahren wurde der zugegeben anspruchsvolle Song auf Bitten vieler Fans performt und nahm wirklich jeden einzelnen Menschen im Saal mit. Ein Auftritt der vor allem eins war: Eindrucksvoll! Wer also Bock auf mehr knallharten und tiefgehend ehrlichen Metal hat, sollte sich unbedingt Plaguebearer anhören!
Der Headliner des Abends waren jedoch nicht CoC, sondern Mental Cruelty, die zuletzt in den Staaten tourten. Die gebürtigen Karlsruher haben einen amtlichen Auftritt hingelegt und den Saal, der sich in der Zwischenzeit etwas geleert hat, ordentlich zum kochen gebracht. Absolut positiv ist anzumerken, dass die fünf Musiker sich nicht von der schwindenden Zuschauerzahl haben irritieren lassen, sondern souverän wie alte Profis die Party fortsetzen.
Insgesamt kann man sagen, dass Call of Charon mit ihrer Releaseparty das ganze Register gezogen haben: Geile Gastmusiker, tolle Location, nette Gimmicks wie beispielsweise ein Muffinstand und natürlich die zu Halloween passenden Dekoelemente – hervorzuheben ist hier eine Kürbislaterne, welche das Call of Charon Logo zierte. Wie viel Herzblut, Zeit und Mühe in der Veranstaltung steckte, war nicht zu übersehen. Deshalb an dieser Stelle ein fettes Lob an die gastgebende Band, auch zu ihrem lang ersehnten Debüt, allen Musikern des Abends und den zahlreichen helfenden Händen. Ihr habt genau die Mischung aus Süßem und Saueren gefunden, die Halloween braucht!

Übrigens findet ihr in unseren Galerien den Abend in Fotos, festgehalten von Kevin alias Akumas_Arts, der sich freundlicher Weise als Gastfotograf für uns zu Verfügung gestellt hat . Checkt auch den Bericht vom Local-Heart-Magazine aus, der den Abend ebenfalls ausgiebig reflektiert!