Review: Debby Smith – Peace Of Mind EP

20190205_Debby_Smith_Music_Portraitshoot
Lea Braeuer
8.5
Werbung

Eine Newcomerin aus Hamburg, die englischsprachigen Pop singt? Ich muss wirklich überlegen, wann uns das letzte Mal eine solche Anfrage erreicht hat. In jedem Fall freue ich mich drauf, bin ich doch mit der deutschen Sprache, als musikalisches Ausdrucksmittel, nie so wirklich warm geworden.

„Something Special“ ist der erste Track der sechs Songs umfassenden EP „Peace Of Mind“, die heute am 27.09. erscheint. Neben der Tatsache, dass es sich ja tatsächlich um etwas besonderes handelt, was uns hier vorliegt, finde ich auch den Song ziemlich stark. Eine leichte Pop Nummer, tanzbar, angefunkt und mit der ein oder anderen überraschenden Wendung. Debby’s Stimme kommt sanft und geschmeidig daher, sie hat offensichtlich die nötige Gelassenheit um diese Nummer überzeugend rüber zu bringen. So geht es glücklicherweise in „Labyrinth“ weiter. Ich mag Synth-Bässe, vor allem wenn man sie sinnvoll in eine breite Produktion einbindet. Die Nummer bringt im Wesentlichen die gleichen Attribute mit, wie ihr Vorgänger. Über Rap Features kann man jedoch streiten, denn der eine mag sie, der andere nicht so. Ich hätte es hier nicht gebraucht, aber gut. Weiter geht’s mit „O Heaven“. Der Songtitel verrät schon ein bisschen, wo es musikalisch hin geht, es handelt sich wohl um eine Ballade. Der Titel hält was er verspricht. Eine breite Pop Ballade mit einer Hook, die vielleicht noch mit etwas mehr Überzeugung dargeboten werden könnte, aber bei dem ein oder anderen sicherlich für einen Gänsehaut Moment sorgen wird. „How Many Miles“ hält sich ebenfalls etwas zurück. Der Song ist zwar noch balladesque angehaucht, will aber einen Schritt weiter nach vorne gehen. Nebenbei verrät er textlich auch den EP-Titel und greift das Thema textlich auf. „Reflection In D Lydian“ fungiert als Interlude. Auch hier verrät der Text den Inhalt. D-Lydisch am Klavier, dazu ein leichter Elektro Beat und gesprochene Ansagen. Es handelt sich schon um ein ziemliches Klischee, das hier bedient wird, aber das trifft wohl auf die ganze EP zu. Insofern kann man das positiv oder negativ sehen. Bevor ich aber zum Fazit komme, gibt’s noch den letzten Song. Die EP schließt mit „Unshakable“. Ich hätte mir noch einen tanzbaren Track gewünscht, das wird es leider nicht ganz. Der Abschluss der EP bleibt ruhig und bedächtig. Debby zeigt noch einmal, dass sie nicht nur eine ausgereifte Stimme hat, sondern eben auch die nötigen Songs schreiben kann, zu denen sie diese anzuwenden versteht.

Fazit:

Ich bin sehr angetan. Wie eingangs erwähnt, gab es lange keine solche EP mehr, die dann auch noch wirklich etwas zu bieten hatte. Eine starke Produktion, gutes Songwriting mit dem Blick fürs Detail und eine ausgereifte Stimme sorgen für ein schönes und rundes Gesamtwerk. Wer ausproduzierten und leicht melancholisch angehauchten Pop mag, sich vor Klischees nicht fürchtet und auch endlich nochmal Etwas neues, englisches in der deutschen Pop Landschaft zulassen möchte, der sollte sich diese EP mal vornehmen.