Review: Pur in Braunschweig 25. August 2019

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Euch von meinem Abend bei Pur zu berichten, fällt mir momentan noch schwer, den in meinen Kopf spielt sich ein Tango zwischen „Lena, du hast es oft nicht leicht...“ und „…keiner weiß besser als wir, wie das geht“ ab. Was wohl für ein gelungenes Konzert und einen bleibenden Eindruck spricht. Aber fangen er doch mal von vorn an.

Die wohl entspanntesten Konzerte finden immer sonntags statt. So auch dieses wundervolle Open Air, welche am vergangenen Sonntag, den 25. August 2019 in Braunschweig auf der BraWo Bühne stattfand. Sommerliche 32 grad und recht freie Straßen, lassen ein entspanntes Ankommen im 90km entfernten Braunschweig problemlos zu. Auch ein Parkplatz war rasch gefunden, den bei diesem Wetter ist ein ca 10 minütiger Fußmarsch kein Problem. Überall rundum entspannte Menschen, wie kann ein Konzert besser starten, als mit einer entspannten Anreise, einem problemlosen Parkplatz finden und einem schnellen Einlass. Dieser ging sowohl über den Gästeeinlass als auch den normalen Ruck Zuck. Da Sonntags üblicherweise Familientag ist, war dies natürlich kein besser Anlass als meine – von mir liebevoll genannte – Muddi mitzunehmen. Diese war sogar schneller als ich durch den Einlass. Wieder vereint drehten wir die erste Runde zum Getränkewagen. Auch hier kann man das Personal nur loben, moderate Preise und schnelles freundliches Servicepersonal sprechen für sich. Den Blick schweifen lassend viel mir wieder ein was ich im Auto vergessen hatte – das Fingerlämpchen, welches ich von einem früheren Besuch noch hatte. Ihr fragt euch jetzt was ich meine? Die BraWo Bühne verteilt kleine Lämpchen, welche man wie einen Ring um den Finger trägt. Eine der sinnvollsten Konzertgadgets wie ich finde. Als Nichtraucher hat man meist kein Feuerzeug dabei, Handy geht aber ist auch nicht die schönste Art. Die Fingerlampen hingegen super.

Also machten wir uns nochmal auf den Weg zum Einlass, da dort auch ein Stand war wo man sich ein Erinnerungsfoto machen lassen konnte. Und da standen die, die Ladys mit den Lämpchen. Freundlich gefragt und schon machte uns die nette Dame, die Lämpchen um die Finger. Glücklich und mit einem kühlen Nass in der Hand, ging es dann wieder zurück Richtung Bühne. Auch hier gab es wieder einen Front of Stage Bereich, welcher einfach ohne gesondertes Ticket passiert werden konnte, man bekam sein Wiedererkennungsbändchen und durfte weiter. Ich finde dies sogar richtig gut. Jeder hatte somit die Chance ganz vorn zu stehen ohne mehr zu bezahlen. Und durch die Trennung wird ein extremes quetschen ausgeschlossen. Links des Bereiches, war ein Podest für körperlich eingeschränkte Menschen, auch deren Sicht schien super zu sein. Wir suchten uns also vor der Bühne ein Plätzchen und setzten uns noch ein paar Minuten hin. Es war zwar mittlerweile schon 18.30 Uhr und planmäßig sollte es 19 Uhr losgehen, aber immernoch über 30 grad.

Pünktlich 19 Uhr wurden wir freundlichen begrüßt und die Herbstbrüder vorgestellt.

Die Herbstbrüder sind ihrer Zeit vorraus…“ ja das waren sie wohl. Herbst im Name aber Sonne im Herzen. Marcus und Cihan, 2 leidenschaftliche Straßenmusiker aus Berlin. Die so unbeschriebene Blätter aber eigentlich auch nicht sind. Fleißige The Voice of Germany gucken kennen die beiden sicherlich noch. Ich zähle dazu nicht, für mich waren diese beiden Newcomer die schönste Bereicherung des Abends. Selten hat mir ein Supportact so gefallen. Wieso ist eigentlich ganz einfach. Die beiden haben die 3 wichtigsten Dinge mitgebracht. Eine Gitarre, eine wunderschöne klare Stimme und die Liebe zur Musik, was will man mehr!? Lieder wie Regentropfen auf Asphalt oder Confiance welches sie ihrem treuesten Straßenfan gewidmet haben, regen zum nachdenken an. Für einen Moment die Augen geschlossen und der Musik gelauscht, da kann man schnell ins träumen geraten. Tosender Applaus und Hartmut Engler schaut kurz auf der Bühne vorbei. Viel zu schnell verging dieser Auftritt, aber nicht ohne ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen, verabschieden sich die Herbstbrüder.

Wenige Minuten später betritt Peppa die Bühne! Eine junge und gutaussehnde Sängerin, deren sympathisches Lächeln ihr vorraus eilt. Sie stellt sich und ihre 3 Jungs vor. Einige kennen sie bereits vom letzten Pur Album auf dem sie vertreten ist. Ich kannte auch Peppa vorher nicht, ihre deutliche und helle Stimme überzeugen mich aber auch. Das Publikum ist noch recht verhalten, bis sie das wohl schönste deutsche Lied anstimmt. Herbert Grönemeyers Flugzeuge im Bauch reisst alle mit. Lauthals mitsingen ist da ein Muss. Auch Peppas Auftritt vergeht wie im Flug.

Nach einer kurzen Umbaupause, werden die Stars des Abends angekündigt. Das Intro setzt ein und die Band betritt einzeln die Bühne. Jeder einzelne geniesst den Aufmarsch unter Beifall des Publikums. Als letztes kommt die Stimme von Pur – Hartmunt Engler und es gibt kein halten mehr. Mit Beinah und Zwischen den Welten beginnt die Band mit dem aktuellen Album das Konzert. Danach gehts mit Freunde und Zu ende träumen weiter. Als Hartmut dann “… jetzt kommen ein paar Klassiker” unter anderem mit Ich lieb dich ankündigt, ist das Publikum eins mit Pur. Links, rechts, vor und neben uns wird geschunkelt und sich aneinander gekuschelt. Auch einige Lieder später das gleiche Bild Hör gut zu , wieder ein Klassiker der ganz besonderen Art. Und danach wird es emotional – Tango der in Anni übergeht. Selten sieht man einen Künstler so emotional wie Hartmut Engler bei diesem Teil des Konzertes. Der unterschied zu meinem letzten Pur Konzert, Tango war emotional und auch dort hatte er Tränen in den Augen. Dieses mal jedoch noch mehr, den Mama Anni tanzt nun wieder Tango mit Hartmuts Vater. Mit einem wunderschönen Schnappschuss der beiden, bleibt wohl kein Auge trocken.

Wie soll man nach so einem Moment wieder in Partylaune kommen, fragt man sich. Doch es geht. Pur schaffen den Spagat, die Erfahrung macht es eben aus. Nach emotional, kommen – einem Medley inbegriffen – die leisen Momente, die wenige Lieder später mit Affen im Kopf hinüber ins laute, bunte und tanzende Abenteuerland geht. Nach einem weiterem Medley und Funkelperlenaugen kommt das Lied, worauf ich mich schon Tage vorher gefreut habe und in welchem Moment auch ich Lena heisse. Mit Lena verabschieden sich Pur – vorerst. Natürlich lässt das Publikum sie so schnell nicht gehen. Und somit gehts in die erste und dann auch zweite Zugabe, mit dabei wieder zwei Überraschungsgästen. Aus den My Hit Your Song Sendungen kennt man sie schon. Leonies Abenteuerland – in der schönsten weiblichen Version gesungen, die ich je gehört habe und die Troglauer Buam mit einer spezielen Version von Ich lieb dich . Und auch Peppa sehen wir noch ein zweites mal, zusammen mit Pur performt sie Drachen . Damit endet schon fast die erste Zugabe. Endlose “Oh wie ist das schön” Chöre bis die zweite Zugabe beginnt. Zu ende träumen mit allen Gästen des Abends. Ein wunderschöner Moment, dieser von Hartmut für ein Dank an alle genutzt wird und vom Publikum mit lautstarkem Applaus geehrt wird. Dann heisst es nochmal Party Pur mit Graues Haar und mit Wiedersehen runden Pur diesen Abend perfekt ab.

Glückliche Menschen überall. Pure Zufriedenheit. Schnell leert sich der Platz, einige finden noch den Weg zum Merchstand, decken sich mit Fanartikeln ein und erhaschen noch ein Autogramm und Foto von Leonie, Peppa und den Herbstbrüdern.

Auch das Verlassen und die Abreise sind genauso entspannt wie die Anreise und der Einlass.

Ob mir der Abend gefallen hat und ich mir nochmal ein Konzert von Pur ansehen würde?

ABER JA ! ES WAR EIN PURES VERGNÜGEN !