Review: Summerjam Festival

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Offizieller Flyer
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Das Summerjam fand dieses Jahr vom 05. Juli bis zum 07.Juli mit 30.000 erwarteten Besuchern am Fühlinger See in Köln statt. Für die meisten Besucher war  Donnerstag war der Hauptanreisetag beim Summerjam, so auch für uns. Wir haben uns gegen Nachmittag auf den Weg gemacht und haben es durch einen kleinen Umweg geschafft dem Stau zu umgehen. Wir haben ausnahmsweise mal nicht dem Navi und der Beschilderung gefolgt und sind so ziemlich schnell an unsere Bändchen gekommen. Von der Bändchenausgabe ging es weiter zum Parkplatz. Auch hier standen viele nette Ordner, die uns zu dem richtigen Parkplatz geleitet haben, der auch gar nicht mal so voll war.

Beim Festivalgelände angekommen, haben wir unseren Bollerwagen ausgepackt und die Sachen zum Campingplatz gebracht. Was uns als erstes aufgefallen ist? Der Fühlinger See, der um die Campingplätze herum und am Infield liegt. Wir waren regelrecht begeistert und haben uns nach dem Zeltaufbau im See abgekühlt. Die meisten Campingplätze waren bis zum Abend schon voll und gut besucht. Wir haben uns dazu entschlossen schon einmal übers Gelände zu laufen und haben schon die ersten Festivalbesucher ausfindig gemacht, die am See hausen. Eine Runde Flunkyball konnten wir uns auch nicht entgehen lassen und man hörte an der ein oder anderen Ecke Rufe nach Helga, da scheint sie wohl wieder verschwunden zu sein. Ein paar Essensstände haben noch für die kommenden Tage geprobt und Pizzen verteilt, um zu schauen ob sie gut ankommen.

Die ersten Festivalbesucher haben sich auch schon aufs Infield geschmuggelt.

Freitag 

Am Freitag konnten wir uns dann endlich das Infield genauer anschauen und uns die tollen Stände um den See anschauen. Kulinarisch gab es eine riesen Auswahl von vielen Spezialitäten aus allen Ländern. Von Burgern, Curry über Handbrot bis hin zu Ice Bananas war alles dabei und somit eine große Auswahl gegeben. Zudem gab es einige Stände an denen Merch oder andere Kleidungsstücke gekauft werden konnten.

Das Infield war schön mit bunten Girlanden geschmückt, die an den Bäumen befestigt waren und sich quer übers Infield gezogen haben. Es gab genügend Sitzmöglichkeiten und Ecken, an denen man sich einfach entspannen konnte. Hierfür wurden Paletten aufgestellt und mit gemütlichen Polstern versehen, die farblich zu den Girlanden passten.

Auf dem Infield haben wir auch einen Stand von dem Verein HELP Jamaica! e.V  entdeckt. Das ist eine Organisation die für Bildung in den ärmsten Regionen Jamaikas sorgt und dort Bildungseinrichtungen, die unabhängig sind, errichtet. Zum Ziel haben sie es sich gemacht die Kreativität, das Talent und die Entwicklung der Kinder zu fördern.

Nicht weit davon entfernt sind wir auf einen Viva con Agua de St.Pauli e.V Infostand zugelaufen. Ein Verein, der sich mit vielen ehrenamtlichen Supportern deutschlandweit und auch darüber hinaus für sauberes Trinkwasser einsetzt. Sie sammeln bei den Konzerten die Pfandbecher und nutzen die Spenden für WASH Projekte. Dort konnte man zum Beispiel auch Super Flitzer  spielen und sich einglitzern lassen. Bei den Konzerten sind die uns auch immer wieder mit den weißen Fahnen aufgefallen, haben mitgetanzt und die ein oder andere Band hat dazu aufgerufen den Becher zu spenden, weil sie die Projekte selber unterstützen. Am Morgen haben sie auch zu einer kleinen Runde Yoga aufgerufen.

Das erste Konzert, das ich mir angeschaut habe, war das von Max Herre. Ein Künstler der schon seit Ewigkeiten auf der Bühne steht und eine tolle Show abliefert. Mit eher ruhigeren Songs hat er zusammen mit Joy Denalane eine tolle Atmosphäre geschaffen. Als Gast kam im Laufe des Konzerts auch noch Megaloh mit auf die Bühne. 

Danach sind wir mit Yung Hurn “durch die Nacht gefahren”. Er hat vor allem bei den jüngeren Erwachsenen für Stimmung gesorgt und viele Mädchen zum Kreischen gebracht. 

Mit Bianco hat er einen seiner größten Hits gespielt und der Text von “wieso? ” wieso machst du das? Wieso sagst du das? Wieso bist du so gemein? hat sich als Ohrwurm herausgestellt. Was man dazu sagen kann? OK Cool 😎 

Als Headliner haben am Freitag RAF Camora und Bonez MC auf der Red Stage und Popcaan auf der Green Stage gespielt. Die Entscheidung wen von den Headlinern ich mir anschaue fiel mir definitiv nicht leicht, da sie gleichzeitig gespielt haben und ich gerne beide gesehen hätte. Letztendlich habe ich mich für RAF und Bonez entschieden. Mit wechselnden Bühnenbildern und immer neuen Überraschungen, war es eine faszinierende Show und definitiv eine gute Entscheidung. Nach ein paar Songs kamen sie mit Tmax Rollern auf die Bühne gefahren, sowas sieht man sonst auch nicht. Oser habt ihr schon eine Band gesehen, die mit Fahrzeugen auf die Bühne gefahren kam? Ein absoluter Hingucker auf der Bühne war das große aufblasbare Krokodil Bronko mit rot leuchtenden Augen. Es wurden ältere Solo Songs von RAF gespielt wie z.B Gotham City, aber auch Songs von den Palmen aus Plastik 1 und 2 Alben wie 500PS und Kokain. Bei den letzten Songs hieß es “komm wir gehen auf Safari” und es kamen GZUZ und Maxwell auf die Bühne gelaufen. Bei “Ohne Mein Team” haben sie nochmal alles gegeben und dort wurde am lautesten mitgesungen. Den Abschluss machte dann der Song “Beste Leben!”

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Samstag 

Der Samstagmorgen hat sich perfekt angeboten um bei den Temperaturen und strahlendem Sonnenschein erstmal eine Runde baden zu gehen. So haben wir uns unsere Luftmatratzen geschnappt und haben uns abgekühlt und uns dann etwas zum frühstücken gemacht. Nach einer Runde Tischtennis war es auch schon Zeit für die ersten tollen Bands am 2.Tag.

Mono und Nikitaman standen in meinem Programm am Samstag ganz oben und waren sie erste Band, die ich mir angeschaut habe. Mit den Worten “Das Leben ist schön jaja, oh
Ich könnt’ mich d’ran gewöhnen” aus ihrem Song “Stell dir vor” haben sie voll ins Schwarze getroffen und den Tag geschrieben. Mit den passenden Reggae Beats haben sie die Green Stage verzaubert und um 17:15 Uhr schon viele Besucher angezogen.

MoTrip und Ali As sind zwei Künstler, die ich früher auch schon Solo auf Konzerten und Festivals gesehen habe. Aber auch zusammen bieten sie eine geile Show. Zusammen haben sie uns die besten Songs vom gemeinsamen Album Mohamed Ali präsentiert. 

Nach Alias und Motrip hat Nura auf derselben Bühne gespielt, die früher mit SXTN unterwegs war und das Konzert mit einem Song von SXTN eingeleitet hat. Mit ihren eigenen Songs steht sie jedoch genauso sicher auf der Bühne wie früher zusammen mit Juju und hat 2018 die 1Live Krone als beste Künstlerin gewonnen. Diesen Namen trägt die sympathische Sängerin in allen Ehren. Denn du bist meine Chaya hieß es bei der Show und sie hat die “Kerle”, wie Nura sie bezeichnet, gebeten, die Mädels auf die Schultern zu nehmen. Das ließen sich auch meine Freunde natürlich nicht zweimal sagen und schon konnte ich mir das Konzert von weiter oben anschauen und Nura anfeuern. Es war definitiv ein interessantes Bild! Die Bühne war geschmückt mit einem Glücksrad, auf welchem die Stimmung der Leute von Nura immer wieder mal gezeigt wurde wenn es leiser wurde. Das sorgte für ordentlich Jubel und es wurde nie wirklich leiser.

Als letzten Act am Samstag habe ich mir aufgrund vieler Empfehlungen Moop Mama angeschaut und wurde auch hier nicht enttäuscht. Eine tolle Band und für mich der Headliner des Samstags. Ich kannte vorher tatsächlich nicht so viele Songs von ihnen, konnte aber dennoch bei einigen mitsingen. Es wurde durchgehend getanzt und die Stimmung war unglaublich. Mit den unverwechselbaren Beats mit einem starken Wiedererkennungswert haben sie auch perfekt zu dem Festival gepasst.

Sonntag 

Sonntagmorgen sind wir wie erwartet erstmal wieder im Fühlinger See baden gegangen und haben etwas länger geschlafen, aber es war auch der letzte Tag! Die Nächte vorher mit recht wenig Schlaf haben wir auf jeden Fall schon gemerkt. Nach dem Baden haben wir nochmal unsere Freunde von Viva con Agua besucht und sie zu einer Runde Tischtennis und Superflitzer herausgefordert. Superflitzer ist wirklich ein cooles Spiel, wobei ich echt oft verloren habe 😂 Es hat dennoch viel Spaß gemacht und mit etwas Übung hat es auch besser geklappt und die Holzstücke flogen durch den Tunnel auf die andere Seite.

Am 1Live Stand nebenan trudelten langsam, für ein kurzes Interview, die Orsons und 257ers ein. Es wurden Schorlen und Wasserbälle verschenkt, die später noch auf dem gesamten Gelände zu finden waren und immer wieder aufgetaucht sind. Als Überraschung spielten sie ein oder zwei Songs von deren Alben und man bekam einen kleinen Vorgeschmack auf die Performance später. Von 1LIVE wurde auch eine Fotobox angeboten, bei der man lustige Fotos mit kleinen Gadgets machen konnte und somit haben wir die Orsons und anschließend auch die 257ers gefragt, ob sie nicht kurz Zeit hätten dort ein Foto mit uns zu machen. Das waren definitiv keine Standard Fotos und an starkes Andenken an das Summerjam!

Kurz danach spielte auch schon der nächste Act, den ich mir anschauen wollte: Lgoony, bei dem Lila Scheine durch die Lobby geflogen sind. Ich muss sagen, dass ich anfangs eher skeptisch war, ob er gut zu dem Summerjam Festival passt, da man ihn eher als Rapper oder Trap Künstler kennt, dessen Songs größtenteils aus Autotune bestehen. Aber durch seine ruhigen Songs wie Utopia passte er perfekt in das Bild, das einem vom Summerjam vermittelt wurde. Bei den eher kräftigeren Songs von ihm hat sich der ein oder andere Moshpit gebildet, wodurch auch die Rap Fans begeistert wurden. Dazu sage ich nur: Oida wow!

Schwung in die Kiste gebracht haben die Orsons am letzten Festivaltag. Eine gewaltige Show! Es gab Moshpits und eine große Portion gute Laune. Der Award für das schrägste Outfit des Festivals ging definitiv an Kaas, der bei der Show eine lila Leggins getragen hat und alle Farben miteinander kombiniert hat – definitiv ein Hingucker! Aber so kennt man die Orsons auch, eine verrückte Band die immer wieder für Überraschungen sorgt. Etwas schade war, dass sie zeitgleich mit Cypress Hill gespielt haben und es wieder eine eher schwere Entscheidung war, zu welcher Show man geht.

Als absoluter Headliner und letzter Act auf dem Festival durften die 257ers natürlich nicht im Programm fehlen. Bereits vor dem Konzert konnte man erahnen, dass man sich besser Badesachen angezogen hätte, da dort ein riesiger Behälter mit Schaum und Wasser stand. Der Spaß war vorprogrammiert! Bereits beim ersten Song kam auch schon die Schaumkanone zum Einsatz, die den gesamten Bereich vor der Bühne zu einer Schaumparty verwandelt hat. Absolut krass! Die 257er sind für eine legendäre Show bekannt und mit Songs wie Holland, Holz oder Piraten richtige Partykracher. So standen sie auch in passenden Kostümen als Piraten verkleidet und als Holzhacker auf der Bühne. Man konnte teils gar nicht so schnell gucken wie die Outfits gewechselt wurden, wodurch es zu keinen Pausen kam.

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Das wars auch schon von dem sehr schönen Wochenende beim Summerjam Festival! Wir hatten unmengen an Spaß und haben den letzten Abend noch ruhig am See ausklingen lassen und den Trommlern zugehört, die noch auf Cajones gespielt haben. Auf dem Weg zurück zum Zelt ist uns auch noch ein Feuertänzer aufgefallen. 

Generell war es ein wirklich tolles Festival, bei dem für jeden etwas an Musik dabei war, aber auch am Rahmenprogramm, das geboten wurde. Man muss sagen, dass es ein vielfältiges Angebot gab, vor allem auch für das internationale Publikum. Einem wurde nie langweilig, weil es wirklich viel zu sehen gab und man viel machen konnte. Was natürlich am besten war, war die entspannte Atmosphäre und dass man immer im See baden konnte, wenn man von der Sonne eine Abkühlung gesucht hat. Zum Abend hin wurde es an den Bühnen recht voll, aber immer noch übersichtlich und genug Platz zum Tanzen vorhanden.

Am Montag haben wir angefangen unsere Zelte abzubauen und die Campingsachen zum Auto gebracht. Wir sind gegen 11 Uhr gefahren und sind gut ohne Stau durchgekommen.