Review: Leoniden in Köln

Leoniden_2018_byRobinHinsch
Fotocredit:
Robin Hinsch
9.4
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Überall hört man es, kam in den letzten Monaten um dieses Thema kaum herum, und ob die Leoniden  aus Kiel wirklich eine so gute Liveband sind, wie es immer heißt, haben wir auf dem Konzert am 05. Dezember in Köln im Rahmen der “Kids Will Unite” Tour auf die Probe gestellt.

Bereits seit einigen Monaten war das Leoniden Konzert im Gebäude 9 in Köln schon ausverkauft und der Zusatztermin im Februar, der inzwischen ebenfalls ausverkauft ist, steht auch schon eine ganze Weile fest. Dementsprechend voll wurde es auch in und vor dem Gebäude 9 am Mittwoch. An diesem Abend wurden die Leoniden von The Deadnotessupported. Ein paar Stunden vor dem Einlass hatten die Leoniden außerdem 4×2 Gästelistenplätze verlost.

Auch wenn der Supportact The Deadnotes gut war, kam in der Publkiumsmenge, die bis zu den Eingängen gedrängt dastand, nicht unbedingt gute Stimmung auf. Ein Fakt, der sich jedoch mit dem Auftreten des Sängers der LeonidenJakob, schlagartig änderte. Ab da wich vereinzeltem leichten Getanze und wenigem Mitgesinge eine grundlegend gute Stimmung und Gekreische, wovon letzteres durch das größtenteils weibliche Publikum geprägt war. Die Stimmung wurde bereits bei den ersten Tönen von “Colorless” gut, was auch bis zum letzten Song “Sisters” anhielt und man wurde wortwörtlich mitgerissen durch das Bedürfnis einiger Konzertgänger immer und überall einen Moshpit zu eröffnen. Dass sie dabei die falschen Momente erwischten und sich so während eines ruhigen Partes, zum Beispiel von “The Tired”, mitten im Moshpit befanden, schien jedoch kaum jemanden aufzufallen oder gar zu stören. Trotz der ziemlich hohen Decken des Gebäude 9 wurde die Luft bereits nach wenigen Songs stickig und das in Kombination mit dem Tanzen und Springen sorgte dafür, dass ein großer Teil des Publikums, sowie die komplette Band ziemlich schnell ins Schwitzen geriet.

Doch die beiden heimlichen Stars des Abends waren definitiv Djamin (Synthesizer) und Lennart (Gitarre). Djamin, der durch seine Instagramstories bereits im Vorfeld für Aufsehen, im positiven Sinne, gesorgt hatte und weshalb das komplette Konzert mit beispielsweise WAS GEHT DENN AB” Rufen untermalt wurden. Doch auch Lennart sorgte für Aufsehen, jedoch viel eher an diesem Abend, als im Vorfeld, und das für seine ganz persönliche Bühnenshow. Denn Lennart tanzte, fast schon, als wäre er besessen und kam dabei nicht gerade selten mit dem Gitarrenhals einem seiner Bandkollegen zu nah, in dem er sich seine Gitarre wild um den Hals warf um seine ganz besonderen und zum Teil auch sehr eigenen Dancemoves auszupacken, wo auch sein Mikrofon einiges einzustecken hatte. Aber Lennart ist das beste Beispiel von einem Musiker, der wirklich Spaß auf der Bühne hat und genau das tut, was er machen will und was er liebt. Und das merkt man auch als Zuschauer. Auch bei den anderen Bandmitgliedern der Leoniden sah das nicht anders aus, auch sie gaben absolut alles auf der Bühne und vermittelten auch den Spaß an ihrer Musik, jedoch stach keiner von ihnen so sehr heraus, wie Lennart es tat.

Auch nach dem Leoniden Konzert nahmen sich die fünf noch einmal ziemlich lange für ihre Fans Zeit. Außerdem muss an dieser Stelle auch Lennart gelobt werden, der offensichtlich während der kompletten Show krank war, wie nachher deutlich wurde und sich trotz einer übelklingenden Erkältung auf die Bühne gestellt und eine unfassbare Performance abgeliefert hatte.

Wenn also jemand fragt, ob sich das Konzert der Leoniden gelohnt habe und ob man das weiter empfehlen könne, dann würde ich dem auf jeden Fall zustimmen. Die “Kids Will Unite” Tour der Leoniden geht außerdem im Februar 2019 in die zweite Runde und für einige Städte gibt es noch Karten. Jeder, der die Jungs noch nie live gesehen hat, sollte das schleunigst ändern.

Colorless
Two Peace Signs
Iron Tusk
Doves
Why
1990 (outro jam)
The Tired
Slow (outro jam)
Down The Line
People
Hotline Bling (Drake cover)
Alone
Kids

Storm (shortened; piano solo first verse)
Nevermind (outro jam)
Sisters (with Michael Jackson – Billie Jean intro)

The Breakdown


VON 10 PUNKTEN
9.4
Gesamt-Erlebnis
9.5
Preis-Leistung
10
Qualität
9
Atmosphäre
9