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Review: Aligatoah – “Schlaftabletten, Rotwein V”

8.7
von 10 Punkten
Aligatoah hat in letzter Zeit durch einige Aktionen überrascht – und das obwohl er ohnehin die Erwartung schürt man sollte von nichts mehr überrascht sein. Dennoch: Ein Album mit Cover Songs die von “Duality” von Slipknot bis hin zu “Chandelier” von Sia  reichen; Konzerte mit Bestuhlung auf Fedstivals (z.B.: auf dem Deichbrand) mit Sebel zusammen. Das ist innerhalb eines Jahres schon beachtlich. Dann noch ein Album der Qualität von “Schlaftabletten, Rotwein V” ist dann entweder sehr überraschend oder eben gar nicht.
Auf besagtem Album geht es auch genau mit dieser Polarisierung weiter:
Gewohnt ist, dass Aligatoah gut mit Wörtern umgehen kann – eine Pointe und ein Wortwitz jagt den nächsten – natürlich immer im typischen Aligatoah’schen pointiert spitzen Stil präsentiert.

Besser denn je bedient sich Aligatoah verschiedenster interessanter Stilmittel – wodurch das Album an Qualität und Abwechslung gewinnt ohne aber den typischen Stil zu verlieren. Diese reichen von ungewohnten Liedverläufen wie zum Beispiel in “Wo kann man das kaufen” hin zu Zwischenrufen oder auch Sätzen zum Ende eines Liedes wie “Woah! es gibt super viele Sterne so”.

Aber natürlich gibt es auf dem Album auch jede Menge einprägsame Refrains und versaute Textpassagen für die man Aligatoah kennt und liebt – Ich sage nur “Ich mag es wenn du aus dem Mund nach fremden Sperma riechst (…) Ich weiß jetzt, dass du glücklich bist, weil ich ständig Herpes krieg”.

Allerdings macht das Album auch einiges anders: so ist beispielsweise der Themeneinschlag deutlich politischer als dies noch auf jüngsten Alben der Fall war. Hierbei ist das Themenspektrum ähnlich weit gefasst wie das Wechselbad an Stilformen derer er sich bedient. Von Flüchtlingsthematik über Terrorangst (mit passendem Liedtitel) deckt er viele relevante Themen ab. Auch Konsumkritik findet in Form von einer Ode an die Influencer heutiger Tage seinen Platz.

Bei allem Lob: “Die grüne Regenrinne” ist leider eine absolute Totgeburt – bitte lieber Aligatoah orientiere dich bei deinem Dreiteiler das nächste Mal lieber wieder an der Qualität von “Mama kannst du mich abholen” auf “Musik ist keine Lösung” – denn dann wäre das wirklich ein perfektes Aligatoah Album!

Ich jedenfalls freue mich sehr auf die kommende Tour – trifft man von euch auch jemanden dort?

„Wie Zuhause Tour 2019“:
10. Januar 2019 Frankfurt – Jahrhunderthalle
11. Januar 2019 Saarbrücken – Saarlandhalle
18. Januar 2019 Wien – Gasometer
19. Januar 2019 München – Zenith
24. Januar 2019 Hannover – Swiss Life Halle
25. Januar 2019 Bremen – ÖVB-Arena
26. Januar 2019 Köln – Lanxess Arena
27. Januar 2019 Leipzig – Arena
2. Februar 2019 Berlin – Max-Schmeling-Halle
3. Februar 2019 Hamburg – Sporthalle

Unser Fazit


Sound
9
Lyrics
10
Artwork
7