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Fotocredit:
Tamara Jungmann

Review: Summerbreeze Festival – Hot, Heavy, Hallelujah

9
von 10 Punkten

Das Summerbreeze Festival in Dinkelsbühl wird oft auch als “das kleine Wacken” bezeichnet. Die Musik ähnelt sich stark, sowie das Publikum und das Angebot an Fleischspeisen. Trotz dessen traf ich dort auf viele treue Metaller, die SBOA klar WOA vorziehen würden. Welche Besonderheiten es gibt und warum das Breeze für die junge Metalgemeinde so wichtig ist:

Unser Festival begann dienstagnachmittags. Ab morgens war die Anreise möglich. Die zweistündige Autofahrt durch die Mittagssonne, stresste uns zwar, tat der Vorfreude aber keinen Abbruch. Was uns eher die Stimmung etwas vermiesen sollte kam nun. Beim Einlass mussten erstmal zehn Euro pro Person für die Frühanreise und ein zehn Euro Parkticket gelöhnt werden. So erklärte sich das günstige Festivalticket (110-130 Euro).

Bei der ausgiebigen Autokontrolle die es so auf anderen Festivals fast gar nicht gibt, wurde uns nun mitgeteilt, dass „spontan“ (man konnte ja nicht schon vor zwei Wochen ahnen, wie das Wetter werden sollte) gestern Abend neue Sicherheitsrichtlinien aufgestellt worden waren. Bedeutete mein Campingkocher wurde konfisziert. Für eine Gebühr von zehn Euro wurde mir angeboten ihn am Ende des Festivals wieder abzuholen, doch das wurde mir dann doch zu teuer, da ich nicht schon vierzig Euro vor Beginn des Festivals hier lassen wollte.
Obwohl wir so früh angereist waren, wurden wir auf Campingplatz M gesteckt. Dass es möglich war mit dem Auto auf der Fläche zu parken und sehr viele Helfer da waren um jedes einzelne Auto einzuweisen, erleichterte uns die Anreise enorm. Zwischen den Autoreihen begann nun das wilde Auspacken und Aufbauen. Zunächst sah es aus als würde es sehr eng werden, doch der Platz genügte perfekt. Den ersten Abend ließen wir so mit ein par Bier, unseren Nachbarn und deren Campingkocher ausklingen.

Der Mittwoch begann wieder einmal nach einer durchfrorenen Nacht in nun fast sengender Hitze. M war auf der anderen Seite eines großen Waldstücks das in mitten des Campingplatzes lag. Wir brauchten von dort aus ca. 20 Minuten zum Infield. Auf dem Weg nutzen wir die zwei Wasserstellen um Trinkbeutel aufzufüllen und uns abzuduschen. Um 14.30 begann unser Banderlebnis mit Any given day. Die Metalcorer heizten als erste Band auf der T-Stage dem Publikum bereits ordentlich ein und sorgten für die ersten Moshpits des Festivals. Für Stimmung wurde gesorgt und dank ihrem berühmten Coversong „Diamonds“ rasteten die Leute so richtig aus.
Den Ausklang des ersten Festivaltages feierten wir mit Kataklysm und Sepultura, welche beide mit aggressivem Deathmetal die Crowd zum Leben erweckten.

Donnerstags gingen wir weitaus früher los. Zum einen weil es bei dem Wetter keinen Spaß machte im Campingstuhl zu brutzeln und zum anderen weil wir früh genug zur Autogrammstunde von Powerwolf bereitstehen wollten. Auf dem Weg nahmen wir noch das Ende der Venues in Augenschein, die wohl ohne Bassist angereist waren. Der Mix aus Core-elementen, Melodien und dem Gesang der Frontfrau kam beim Publikum an der Camel Stage gut an.
In der prallen Mittagshitze stellten wir uns an um unsere Wölfe um ein Autogramm zu erbitten. Nach knapp zwei Stunden Wartezeit waren uns die Jungs dann für eine halbe Minute ganz nahe. Allerdings verflog der mystische Zauber der Band etwas da sie ungeschminkt nur halb so beeindruckend aussahen, aber mindestens genauso sympathisch wie auf der Bühne waren.
Nachmittags gaben wir uns dann eine Stunde feinsten Pirate-Metal von der Stimmungsband Alestorm. Bekannte Lieder wie „We are here to drink your beer“ oder „Fucked with an anchor“ ließen die Massen vor der Main Stage pogen, grölen und feiern, dass es die Freibeuter auf der Bühne stolz machte.

Da wir vor hatten, für Powerwolf an der Main Stage zu bleiben folgte dem Programm nach nun Eisbrecher. Von der deutschen Gruppe kannte ich ein oder zwei gängige Lieder hatte mir die fünf Jungs allerdings noch nie genauer angehört. Nach diesem Konzert sollte ich Fan von ihnen sein. Die Songs, sowohl lyrisch als auch musikalisch, überragend zum nachdenken, mitschreien und headbangen. Die Band, sympathisch, lustig, Unterhaltung pur! Die neue deutsche Härte hat mit Eisbrecher auf jeden Fall einen würdigen Vertreter für dieses Festival gefunden!
Um 20.10 bot sich uns dann das komplette Kontrastprogramm zu den sympathischen Stimmungsmachern vor und danach: Behemoth, die polnische Kult-Deathmetalband die dem Summerbreeze einige ordentliche Schauer über den Rücken laufen lies. Mal abgesehen davon, dass dies nicht meinem Musikgeschmack entspricht wurde eine unglaubliche Feuershow geboten, dramaturgische Elemente und Kostüme kamen ebenfalls zum Einsatz. Der Auftritt kam ohne ersichtlichen Grund zu einem zwanzigminütig verfrühten Ende.

Als dann die Wölfe die Bühne betraten gab es kein Halten mehr. Powerwolf rief wieder zur Heiligen Heavy Metal Messe und tausende Menschen nahmen an den lateinischen Schwüren Teil. Die Crowd war so angeheizt, dass man sogar der Band ihre Freude an sah. Attila Dorn war so ergriffen das er erstmal die Crowd doppelt dazu auffordern wollte die Melodie für „Demons are a girls best friend“ mitzusingen. Die geschminkten Jungs gaben alles, spielten sowohl altes als auch Lieder ihrer neuen Scheibe „The sacrament of sin“, entertainten und ließen tausende Metaller „Halleluja!“ in den Himmel rufen. Die Wölfe koren uns am Ende noch zu ihrem Rudel aus und so schloss die heilige Heavy-Metal-Messe mit den letzten Tönen der operngleichen Stimme Attilas.

Der nächste Morgen zeigte sich wieder von seiner sonnigsten Seite so, dass ich wieder dem Alkohol bis zum Abend abschwor. Die Nacht war unerträglich kalt gewesen. Da der Wetterbericht davon ausging es sollte heiß bleiben, trug ich ein Arch Enemy Shirt und eine kurze Hose. Gegen 16 Uhr machten wir uns diesmal auf den Weg um die Spaß-Metaller J.B.O. zu feiern. Die pinke Party des Blöedsinns begann mit dem „Das ist alles nur geklaut“- Hit der Prinzen und ging mit vielen weiteren Coversongs wie „Geh ma halt zu Slayer“ oder „Du hast dein Smartphone vergessen“ weiter. Außerdem wurde ein Schlauchboot-Crowdsurf-Wettrennen veranstaltet, das knapp vom Bärtigen im pinken Anzug gegen den Korpulenteren im Bikini und Tütü gewonnen wurde. Die Stimmung war absolut geil, es gab Mosh- und Circlepits und es wurde kräftig mitgesungen, so lange bis die eintönigen Melodien zum Wochenendohrwurm mutierten. Auch wenn diese Musik vielleicht zum Privathören nichts ist und man den Auftritt dieser Band mit einen leichten Pegel mehr genossen hätte, war es trotz dessen ein Fest für alle Feierwütigen!

Wir blieben bei den deutschen Interpreten und ließen uns einige Zeit von Saltatio Mortis beschallen. Die Mittelalterrocker mit Dudelsack und Schalmei kamen mit ihrem neuen Album „Brot und Spiele“ um die Ecke und spielten neben Liedern von diesem, auch ihre alten Hits. Beim „Rattenfänger“ wurde rituell Alea, der Bescheidene (der Frontsänger) über die Hände der Fans gereicht. Die Stimmung war ausgelassen. Das Publikum feierte die Stimmungsmukke und stemmte einen Crowdsurfer nach dem anderen nach vorne. Als das Lied „Spielmannschwur“ ertönte wurde ich von meiner Summerbreeze-App benachrichtigt, dass Beartooth gleich auf der T-Stage auftreten sollten. So nutzte ich den Moment und surfte über das Publikum hin zur Bühne, das Lied passte perfekt.

Wir sind wie der Wind, Man sperrt uns nicht ein, Wild und frei, So wollen wir sein, Kein Knast kann uns halten, Drum schenkt nochmal ein, Wir sind geboren um Spielmann zu sein.

Als ich vorne an kam legte ich einen ziemlichen Sprint hin um noch rechtzeitig bei der T-Stage anzukommen. Dies ist wohl von der Main Stage aus in unter fünf Minuten möglich. Womit wir alle nicht gerechnet hatten kam nun. Während die aggressiven Amerikaner auf der Bühne sich die Lunge aus dem Hals brüllten begann es zu tröpfeln, zu regnen und bald fast zu stürmen. Die meisten Besucher holten sich am Promostand von Camel Regenponchos. Nach der Hälfte des Auftritts war ich bis auf die Knochen nass. Die Band lieferte dennoch ordentlich ab und lies es mir wenigstens im Inneren warm werden. Der Frontmann Caleb Shomo stellte sich solidarisch sogar an den Rand der Bühne und performte im Regen.

Am Ende dieser geilen Metalcore-Einlage hatte ich ein kleines Loch da ich erst wieder zu Trivium nach vorne zur Mainstage wollte. Da ich an diesem Freitag jedoch den kleinen VIP-Vorteil hatte, Mitglied im Club 666 zu sein (einer Mitgliedschaft über drei Jahre, limitiert auf 666 Mitglieder pro Jahrgang, in der man einmalig die Tickets zahlt und einige Vorteile genießen darf) fand ich Unterschlupf auf der VIP-Tribüne mit Blick auf den Auftrittt Doro Peschs.

Vorhersehbar, wie die selbsternannte Queen of Metal, nun mal ist, gab sie genau den selben Auftritt wie auf Wacken, nur ohne Johan Hegg, und mit deutlich weniger Publikum. Nun konnte ich auch das Ende sehen, welches ich auf Wacken verpasst hatte, da ich dachte sie wäre schon längst fertig. Jou, das dachte ich diesmal auch. Ungefähr fünfmal. Nach „All we are“, perfomte sie ein Cover von „Breaking the law“ von Judas Priest (weil die ja ihre Lieblingsband vor X Jahren waren und sie dann mit auf Tour genommen haben, und sie gaaaanz tolle Freunde sind).

Danach kam die Ausgangsmusik. Während derer klärte sie das Publikum auf, dass sie gerade Lemmy hören, der bis zu seinem Tod auch ein ganz enger Freund von ihr war. Als sie nach dem dritten Anlauf dann endlich ein Foto geknipst bekam, dachten alle nun wäre es geschafft, doch nein. Frau Pesch konnte das Mikro immer noch nicht los lassen und trällerte nun die Ausgangsmusik mit, während sie die Bühne verließ.

Nachdem ich nun mein Regen & Doro-Versteck verlassen konnte, traute ich mich nun wieder zur Mainstage. Dort sollte Trivium auftreten.
Die Jungs aus Florida heizten dem Publikum nun wieder mit brutalen Melodien und gewaltigen Riffen ein. Das Moshen und Crowdsurfen begann wieder. Frontmann Heafy provozierte ordentlich durch seine Ansagen und so kam es zu Wall of Deaths, Moshs und Circlepits der Extraklasse. Außerdem hatten auch sie mit „The Sin an the sentence“ ein neues Album im Gepäck mit dem sie dem Publikum viel zum headbangen boten. Ich feierte in der zweiten Reihe und schaffte es dank einer „Sitz-und-Aufspring“ Delegation, mich sogar an den ersten Wellenbrecher zu ziehen und nun für meine Erzfeinde in der ersten Reihe bereit zu stehen.

Bei Arch Enemy in der ersten Reihe zu stehen ist Segen und Fluch zugleich.
Zum einen bietet es einem sehr viel Platz zum Headbangen und die Jungs plus Mädel hautnah zu erleben. Zum anderen kenne ich keine Band bei der die Fans sich so berufen fühlen über die Mengen zu surfen. Der Auftritt war genau derselbe wie in Wacken, was nicht weiter schlimm war, da er genau so gut war. Die Leute hinter mit taten mir Leid und mein Nacken am nächsten Morgen dann auch.
Nach den melodischen Death- Metallern war ich mit einem Freund, dessen Musikgeschmack ich sehr schätze an der immer überfüllten EMP-Backstage-Area verabredet. Mir war eigentlich nur noch kalt, da mir keine Möglichkeit gegeben war zu trocknen oder etwas Warmes aus meinem viel zu weit entfernten Zelt zu holen. Trotz dessen wollte er mich unbedingt noch auf Satyricon aufmerksam machen. Er beschrieb mir die dunkel geschminkten Figuren als „Blackmetal den man sich anhören kann“. Und da musste ich ihm zu stimmen. Tatsächlich kommt die Band zwar sehr düster rüber, gab aber einen sehr stimmungsvollen, melodischen Klang von sich. Leider konnte man von unserem Standort aus (sehr weit rechts vorne neben der Bühne) den Sänger kaum verstehen.

Dann hörten beziehungsweise eher schauten wir uns den Anfang der „Folk“ soweit man das als Folk bezeichnen kann, – Metalband Turisas an. Ein interessantes Bild boten die Finnen auf jeden Fall. Ein kirchengleiches Bühnenbild, schwarzrotschminkte Figuren und eine kriegsgleiche Show wurden geboten. Dennoch war diese expermentierte Musik aus Folk, Power und Symphonie Elementen nicht wirklich meine Schiene, dazu kamen die wirren, langen Ansagen des Frontsängers. So beschlossen wir um ca. halb zwei dem Abend ein verfrühtes Ende zu machen.

Samstag brach der letzte Bandtag und somit der letzte Festivaltag an. An diesem Tag gab es für mich nur ein Ziel: Ein Autogramm der „Last Resort“-Jungs abgreifen! Leider wurde die Uhrzeit hierfür aus der App genommen, so dass ich leicht verzweifelt meinen Mitfestivaller bereits um 12 zum Metalhammerstand schleppte. In der wundervollen Mittagshitze setzten wir uns also, drei Stunden vor der Autogrammstunde an den Stand. So konnten wir uns die Bands der Main Stage anhören. Betraying the Martyrs, eine Core-Band die wir vorhin nicht kannten, gefiel uns sehr.  Carnifex donnerten uns ziemlich um die Ohren, vor allem der Gittarist, ein Tier, in dessen Händen sein Instrument wirkte wie ein Kinderspielzeug, hatte es drauf. Um kurz nach 15 Uhr war es dann endlich soweit und drei Stunden warten gaben mir eine halbe Minute mit einer meiner Lieblingsbands, zwei Autogrammkarten, ein Foto mit Jacoby Shaddix und einem „Hey you! How are you feelin?!“ dem ich nur ein „Oh god äääh fine and you?“ entgegen stammeln konnte. Ach ja.. Fangirl Momente.

Um die Autogramme zu retten begab ich mich auf Wanderschaft zurück zum Auto. Es war natürlich wieder unglaublich heiß, so dass ich von jeder Wasserstelle Gebrauch machte die ich auf dem Weg fand. Die ersten Tage bemerkte ich gar nicht, dass es auf dem Festivalgelände gut aufgeteilte Wasserstellen und Toiletten gab. Sogar eine direkt neben der Main Stage.
Ca. zwei Stunden später war ich dann mit Freunden am Jägermeisterstand im Infield zu Korpiklaani verabredet. Die band wurde mir vorab als Folk-Metal beschrieben. Das bedeutet ich konnte mir gar nichts darunter vorstellen, da Turisas, am Abend vorher, meine Vorstellung von Folk ziemlich auseinandergezogen hat. Mein Kumpane feierte total zu den finnischen Humppa-Gesängen ab, vor allem als die Lieder „Beer Beer“ und „Vodka“ kamen. Auch ich konnte zu den volksfestlichen Saufliedern gut mitsingen.

Nach den Finnen drängten wir nach vorne um bei Papa Roach möglichst gute Plätze zu ergattern. Dank dem Regen am Freitag kam es an diesem Tag wenigstens zu keinen Staublungen mehr. In der zweiten Reihe eingereiht, kam nun der unverwechselbare Udo Dirkschneider auf die Bühne. Der einzig wahre Accept-Sänger begeisterte das junge Publikum des Summerbreeze und ließ die Crowd seine teils zehnminütigen Lieder mitgrölen. Highlight war auf jeden Fall „Princess of the Dawn“, die unglaubliche, unverwechselbare Stimme und der braungebrannte Gitarrist der wohl sehr viel Spaß dabei hatte die Rolle der Rampensau zu übernehmen. Dank meinem freudigen Gesicht, welches „Balls to the Wall“-schreiend auf den Leinwänden gezeigt wurde fanden mich alsbald auch unsere Nachbarn und mein Campingkollege.

Nach Dirkschneider ging dann da die Vorfreude erst Recht los. Um viertel nach acht kam eine Durchsage die uns aufrief unsere Mittelfinger zu erheben und „Fuck Papa Roach“ zu brüllen. Was genau ich von der Crowd zu erwarten hatte wusste ich nicht. Papa Roach passten mit ihren Melodien, HipHop und Rap Teilen nicht zwingend auf das härtere Summerbreeze. Ich hatte mir vorher Gedanken gemacht das viele Fangirls sich vor der Bühne tummeln würden und sonst weniger da ist aber ich hatte komplett falsch gedacht. Das Publikum war gut durchmischt, jung und alt, Mädels und Jungs. Die Band kam ebenfalls Mittelfinger zeigend auf die Bühne und legte sofort los. Sie spielten einen geilen Mix aus alten Hits wie „Wanna be loved“, „Getting away with murder“ oder „Forever“ , neuen Songs von ihrer letztes Jahr erschienenen „Crooked Teeth“-Platte wie „Periscope“ oder „Born for greatness“ und Coversongs von Eminem, Linkin Park und den Ramones. Jacoby Shaddix, der später von meinem Kumpel noch mit Bruce Dickinson verglichen wurde, heizte die Menge mit Parolen an und brachte das Festival zum springen, bouncen und mitsingen. Zur Zugabe schrie das Publikum schon aus voller Kehle die zwei Wörter des Abends. Den Song den alle hören wollten und zu dem alle ausrasten wollten. Die Stimmung war am explodieren. Nun spielten die Kalifornier erstmal ihren Nummer 1 –Kitschsong „Scars“ der die Menge noch mal beruhigte und zum mit wippen und singen brachte. Dann kam das auf das alle gewartet hatten: „Last Resort“ wurde angekündigt und bei diesem Lied wurde das Summerbreeze absolut abgerissen. Nach diesen kochenden Minuten verließen die „Schaben“ unter epischem Applaus und „Papa Roach“-Gesängen die Bühne.

Wir verließen den ersten Wellenbrecher. Wir versuchten uns nun noch WASP von der Wiese aus anzuschauen aber die angekündigte „Heavy Metal Institution“ konnte uns leider nicht zum bleiben überzeugen. Mein Mitcamper schleppte mich und eine weitere Papa Roach Fanin zum Abschluss nun noch zu Sólstafir, einer Gruppe die ebenfalls schwer einzuordnen ist. Experimentierfreudig trifft es mal wieder ganz gut. Ein düsterer, melodischer, langsamer, ziemlich psychedelischer Sound rieselte nun auf uns herab und beendete so für uns im Gras liegend und in den Himmel starrend das Festival.

Das Summerbreeze Festival war mal wieder ein absolutes Highlight in meinem Festivalsommer. Das Publikum ist insgesamt um einiges jünger als Wacken, so wie die Bands jünger, härter und moderner sind. Insgesamt wird auf dem Summerbreeze ein ausgeglichener Mix aus Core, Folk, Black und Deathmetal angeboten. Um Newcomer kennen zu lernen ist das Festival ideal. Fans des klassischen Heavy Metal kommen hier wahrscheinlich etwas zu kurz. Für Trinken, Essen und andere Bedürfnisse ist ebenfalls gut genug gesorgt (auch für meinen Kumpel, den Vegetarier, gab es genug zu Essen). Das Campinggelände ist zwar etwas unglücklich um das Waldstück gelegt dennoch sind die Wege nie zu weit. Für Entertainment außerhalb der Bands ist an der Ficken Party Stage gesorgt. Zumindest bis drei Uhr wurde dort Musik von DJs aufgelegt. Ansonsten gab es allerdings nichts an Aktivitäten.
Insgesamt ist das Summerbreeze trotzdem für alle Arten von Metalheads zu empfehlen die es etwas kleiner und familiärer mögen, ihre Bands gerne sehr nah erleben wollen und Moshpit und Wall of Death erprobt sind. Praktisch für Fans des Festivals: Das Club 666 Angebot bei dem man einmalig knapp 300 Euro zahlt, einmal als VIP gehen darf und Merch vorbestellen kann.
Um den Anfangsvergleich zum Schluss nun noch mal aufzugreifen: Nein, das Summerbreeze ist definitiv nicht das kleine Wacken. Die Atmosphäre, die Menschen und die Crowd sind  doch etwas jünger und aggressiver, dafür nicht so voll und familiärer.
Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt…

Summerbreeze… makes me feel fine…. Leavin´ all the trouble behind….

 

Unser Fazit


Gesamterlebnis
9
Preis/Leistung
10
Qualität
8
Atmosphäre
9