Beatsteaks-(307)
Foto:
Jojo L.

Review: Beatsteaks, Hamburg

8.5

Beatsteaks | Sporthalle Hamburg | ausverkauft

Das zweieinviertelste Konzert

2012, es ging zum ersten Mal zum Deichbrand Festival. Als wir ankamen (es war sozusagen ein Familienausflug) flog gerade das Dach der Hauptbühne weg, definitiv keine guten Anfangsbedingungen. Das Festival begann dadurch mit eineinhalb Tagen Verspätung. Die Beatsteaks waren an einem Tag Headliner. Gespannt auf die Show und froh, dass überhaupt etwas stattfand, stand ich vor der Bühne. Ich sah zum ersten Mal die Beatsteaks und wurde mitgerissen von der lockeren, fast familiären Stimmung.

2015 wieder Deichbrand, wieder Beatsteaks – diesmal am frühen Abend mit Sonnenschein. Irgendwie fand ich die Show langweilig. War die Songauswahl schlechter, war die Band oder das Publikum nicht so motiviert? Ich weiß es nicht. So hing ich nach ungefähr einem Viertel des Konzertes zur Nebenbühne. Auch vereinzelndes blinzeln auf die Monitore konnte mich nicht zur Rückkehr bewegen.

2018 Solotour – Halt in Hamburg. Was erwartet mich? Ekstase oder Langeweile? Vom ersten Moment an bewegte sich die Halle. Sänger Arnim Teutoburg-Weiß heizte ein, das Publikum war sofort Feuer und Flamme. Für mich der erste Höhepunkt: “Automatic” – ein Song, den wohl jeder kannte. Es wurde mitgetanzt, mitgesungen und gesprungen.
Mittendrin der erste selbstgeschriebene Song der Band, welcher schon nach dreißig Sekunden zu Ende war. Kurze Überraschungsstille, dann gleich mit Vollgas weiter. Ein weiterer Song “Hey du” von Sido gesungen von Peter Baumann nur mit Gitarre und Publikum-Chor. Für mich ein Gänsehautmoment.
Noch eineinhalb Stunden das gleiche Bild. Die Band heizte ein, das Publikum drehte durch. Ein weiteres Highlight für mich: “Gentleman of the year”. Durch die ganze Halle wanderten Lichtstrahlen eines riesigen Spiegelballs.
Nach zwei, fast zwei Stunden (!) endete das Konzert mit der zweiten Zugabe und ich muss sagen, Respekt für diese Powerleistung!

Anmerkung: Die Show begann mir Arnims Worten: “Wir spielen alles von oben bis unten, von links nach rechts und wir machen euch fertig.” Als ich am Ende die erleichterten Gesichter der Band, insbesondere Arnims sah, muss ich sagen – das war mindestens ein unentschieden.

Unser Fazit


Sound
8
Licht
8
Stimmung
10
Atmosphäre
8