Rock am Ring
Fotocredit:
Sven Mandel

Review: Lower Than Atlantis in Köln

5.1
von 10 Punkten

Am 29.03.2018 besuchte die britische Post-Hardcore Band Lower Than Atlantis im Rahmen ihrer Safe In Sound” Europa Tournee das artheater in Köln. Die Alternative Rock Band Flash Forward aus Wesel supportete LTA an diesem Abend.

Der Einlass ging zügig und gegen 20 Uhr füllte sich das artheater in Köln Ehrenfeld zunehmend. Auch wenn Lower Than Atlantis im Vorfeld auf all ihren Social Media Accounts verkündet hatten, dass das Konzert restlos ausverkauft sei, wirkte der Club, in den normalerweise 400 Leute passen, doch sehr leer. Was ebenfalls auffällig war, war dass größtenteils Frauen von schätzungsweise Anfang bis Mitte 20 vertreten waren.

Als mit ein paar Minuten Verspätung die Vorband Flash Forward aus Wesel am Niederrhein die Bühne betrat, bekam diese nicht mehr als einen äußerst geringen Applaus vom Publikum. Auch die vielen Versuche das Publikum zu animieren, funktionierten nicht unbedingt, sodass letzten Endes ein paar Fans laut mitsangen und die Show zu genießen wussten, während ein großer Teil des Publikums noch immer an den Seitenwänden standen, sich unterhielten, Bier tranken und dem Schauspiel auf der Bühne nur wenig Aufmerksamkeit schenkten. Flash Forward spielten einige Tracks aus ihrem aktuellen Album “Revolt”, was letztes Jahr erschien, und wenige weitere aus älteren Alben, wie “Who We Are” von 2016 und “Apollon” von 2014.

Während die Bühne für LTA umgebaut wurde, wurden Klassiker der späten 1980er Jahren gespielt, wie a-ha mit “Take On Me” (1985) und Cutting Crew mit “(I Just) Died In Your Arms” (1986), was zum ersten Mal fast das gesamte Publikum dazu animierte die Texte mitzusingen. Das hat eine unglaubliche Stimmung erzeugt und war wohl der Höhepunkt der Stimmung an diesem Abend.

Gegen 21 Uhr betraten die vier Musiker von Lower Than Atlantis, Mike Duce, Ben Sansom, Eddy Thrower und Declan Hart, aus Watford, England die Bühne und eröffneten diese mit “Had Enough”, dem Opening des Albums “Safe In Sound”, bei dem all vier Mitglieder ein kurzes Solo spielten. Bereits beim ersten Song, den LTA spielten fiel auf, dass die Technik nicht komplett funktionstüchtig war. Besonders das Mikrofon des Leadsängers Mike Duce war die meiste Zeit entweder deutlich zu leise oder fiel komplett aus, doch sein Mikrofon war nicht das einzige, dass davon betroffen war, da der Gitarrist Ben Sansom und der Bassist Declan Hart ebenfalls darunter zu leiden hatten. Das führte auch dazu, dass die Ansagen und Geschichten, die Mike Duce und Ben Sansom verkündeten schwierig bis gar nicht zu verstehen waren, da die Mängel den Abend hinweg nicht behoben wurden.

Die relativ gute Stimmung, welche nach dem Opening mit “Had Enough” deutlich nachgelassen hatte, stieg erst wieder, als sich Mike Duce mit einer Akustik Gitarre in die Mitte des Publikums stellte und eine Akustikversion von “Another Sad Song” spielte. Bei diesem Song saß das Publikum auf dem Boden, in der Mitte der Leadsänger mit seiner Gitarre, und das Publikum sang lauthals mit. Auch an diesem Punkt versuchte Mike Duce Witze und eigene Geschichten zu erzählen, welche aufgrund des Mikrofons schwierig zu verstehen waren, sodass sich immer wieder Zuschauer umdrehten und andere nach der Aussage des Frontmanns fragten.

Doch nach dieser Akustikversion wurde die Stimmung schnell wieder schlechter. Es gab zwar noch immer ein paar Leute, die die Texte mit grölten und ausgiebig tanzten, jedoch waren diese definitiv in der Minderheit. Der größte Teil des Publikums stand vor der Bühne, bewegte sich leicht zum Takt der Musik und beobachten mehr die vier Musiker von LTA. Die Stimmung stieg erst wieder nachdem die Band die eigentliche Setlist beendet hatte und mit “English Kids In America” und “Here We Go” die Zugabe und ebenfalls die letzten beiden Songs für diesen Abend spielten.

Das Konzert war größtenteils auf die letzten beiden Alben,“Safe In Sound” (2017) und “Lower Than Atlantis” (2015), ausgerichtet. Nach Hamburg, Berlin und München ein paar Tage zuvor, war das Konzert in Köln an diesem Abend das Abschlusskonzert in Deutschland. Dennoch war es den vier Musikern Mike DuceBen SansomDeclan Hart und Eddy Thrower nicht möglich eine dauerhaft gute Stimmung zu vermitteln. Was nicht nur an dem offensichtlichen Desinteresse des Publikums und dem Ausfall der Technik lag, sondern auch an den musikalischen Fähigkeiten der Musiker, was aufgrund der zehnjährigen Bühnenerfahrung von Lower Than Atlantis doch sehr enttäuschend war.

Had Enough 

Dumb

Emily

Ain’t No Friend

Work For It 

Get Over It 

Taping Songs Off The Radio

Far Q

Another Sad Song (Acoustic)

Love Someone Else

Beech Like The Tree

I Would 

Words Don’t Come So Easily 

English Kids In America

Here We Go 

Unser Fazit


Gesamterlebnis
5.5
Preis/Leistung
6
Qualität
4.5
Atmosphäre
4.5