Marteria_Erfurt_Photography_by_AnneK (23)

Review: Marteria in Erfurt

8.5
von 10 Punkten

Am Montag, 19.03.2018, verwandelte sich die Thüringenhalle in Erfurt in ein Raumschiff. Im Rahmen seiner Roswell Tour 2018 machte Marteria zum zweiten Mal halt in Thüringen. Im Gegensatz zu Jena gibt es hier eine Hallenshow auf großer Bühne, sowohl mit alten Klassikern aber auch  einiges vom neuen Album „Roswell“.

Pünktlich 20 Uhr ertönt Marterias Stimme durch die Boxen der mittlerweile gut gefüllten, jedoch nicht überlaufenden Thüringenhalle. Angekündigt wird sein Support 3Plusss, welcher dann auch sofort mit seinem Song „Schwarz“ beginnt.  3Pluss gibt sein bestes, jedoch geht da Seitens des Publikums  eigentlich noch mehr. Aber wir sind immer noch an einem Montag auf einem Konzert, die Leute müssen erstmal warm werden. Nach einer halben Stunde beendet er sein Set mit einem Moshpit, den er selber anführt und welcher vom Publikum auch begeistert angenommen wird.

Um 20:55 Uhr geht in der Halle das Licht aus und untermalt von Stroboskop-Lichtern wabert der Bass rhythmisch los. Als das bühnendeckende Banner mit Marterias aktuellem Logo fällt, startet der Rapper begleitet von seiner Band mit dem titelgebenden Song „Roswell“. Danach folgt auch schon die erste Single „Aliens“ bei dem die Halle zum ersten Mal mit voller Kraft mitsingt. Dieser geht nahtlos in den Klassiker „Endboss“ über. Bei diesem zeigt sich, dass die LED-Leinwand im Hintergrund bei Marteria auch wirklich mal Sinn macht. Passend zum Text laufen während des Songs Szenen aus klassischen Videospielen wie Super Mario oder Donkey Kong (der Endboss). Dieser sinnvolle Einsatz zieht durch das ganz Set, Top!

Nach ungefähr der Hälfte der Show spielt Kid Simius, welcher selbst als Solokünstler zu überzeugen weiß, ein Gitarrensolo und Marteria verlässt die Bühne. Nach dieser Einlage verdunkelt sich die Thüringenhalle wieder, grüner Rauch (in sehr rauen Mengen) zieht auf und ein auf Marteria-Shows mittlerweile nicht mehr wegzudenkender Specialguest betritt die Bühne: Marterias Alter Ego Marsimoto.

Nach vier Songs ist das Spektakel auch schon wieder vorbei. Marsimoto überzeugt wie immer mit einem sehr energetischem Kurzauftritt und überrascht mit einem neuen Song „Chicken Terror“, welcher noch auf ein neues Album hoffen lässt.

Danach spielt Marteria den letzten Teil seiner Show, unter anderem mit alten und neuen Hits wie „Marteria Girl“, „OMG“  oder auch „Das Geld muss Weg“. Die Stimmung ist mittlerweile fast am Höhepunkt, welcher mit dem Klassiker „Welt der Wunder“ als letzten Song vor der Zugabe dann doch wieder etwas beruhigt wird. Trotzdem ist der Song eine super Wahl.

Zur Zugabe wird nochmal alle Energie gebündelt um sich beim Song „Feuer“ sowohl mit Pyro-Show, Konfettikanonen und im Moshpit nochmal zu entladen. Das war es aber noch nicht. Wer schon einmal auf einer Marteria-Show war, weiß dass zum Schluss immer „Die letzten 20 Sekunden“ folgen. Diese werden von ihm je nach Stimmung und Laune bis ins schier unendliche gezogen. Und beides stimmte an diesem Abend, wohl auch weil Marterias Familie aus Eisenach angereist und vor Ort war. Nach dem Marteria mit seinem Backup Pete Boateng selbst einen Moshpit gestartet hatte, zum Ende ein Handyverbot aussprach und über die Menge zurück auf die Bühne surfte, war das Konzert dann auch letztendlich wirklich vorbei.

Abschließend ist zu sagen, dass es eine gewohnt starke Show des Rostocker Rappers war, schon allein weil er immer ein positive Ausstrahlung hat und mit Herzblut jede seiner Nummern performt, als ob es keinen Morgen gibt. Die Thüringenhalle war zwar nicht komplett ausverkauft, jedoch war die Stimmung grandios. Bei fast allen Songs und vor allem in den Hooks wurde immer lautstark mitgesungen. Einzig die relativ hohe Handydichte war teilweise etwas anstrengend. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich jedem der auf deutschen populären Hip Hop steht die Shows von Marteria empfehle.

Unser Fazit


Gesamterlebnis
9
Preis/Leistung
8
Qualität
10
Atmosphäre
7