Brian Fallon

Review: Brian Fallon in München

9.6
von 10 Punkten

Am Abend des 4. März war es endlich soweit: Die neue Theaterfabrik in München öffnete zum allerersten Mal ihre Tore und Brian Fallon and the Howling Weather hatten die Ehre, als erste dort zu spielen. Doch noch vor Brian Fallon durfte Dave Hause zusammen mit seinem jüngeren Bruder auf die Bühne und das Publikum einheizen. Die Show begann mit dem Song „Shaky Jesus“ von Dave Hauses aktuellem Album Bury me in Philly. In den nächsten Minuten präsentierten die zwei Musiker ihr ganzes Können: „We could be kings“ spielte Dave Hause in einer wunderschönen Pianoversion und zusammen mit seinem Bruder gaben sie eine Ukulele-Version des an Donald Trump gerichteten Songs „Dirty Fucker“. Der Publikumsliebling „Time will tell“ fehlte an diesem Abend ebenfalls nicht. Die beiden verabschiedeten sich unter großem Applaus mit einem Cover von „Learning to fly“. Dave Hause war begeistert von der neuen Theaterfabrik mit ihren großen Kronleuchtern an der Decke und versprach, bald mit seiner eigenen Band The Mermaids wieder zurückzukommen.

Gegen 21:45 Uhr kam Brian Fallon mit seiner Band auf die Bühne und legte gleich mit „Wonderful life“, ein Song aus seinem ersten Album Painkillers, los. Ohne Unterbrechung folgten zwei Lieder vom neuen Album Sleepwalkers: „Forget me not“ und „If your prayers don’t get to heaven“. An diesem Abend war Brian Fallon sehr in Gesprächslaune. Er führte längere Unterhaltungen mit einigen Leuten aus dem Publikum, und betonte, wie schon zuvor Dave Hause, was dies für ein besonderer Abend sei, spielten sie doch als erste Band in der neuen Location. „Well, Dave Hause was the first“ rief daraufhin jemand aus dem Publikum, worauf Brian Fallon schlicht betonte, dass er diesen Gast eher nicht zu einer Party einladen würde.

Nach diesem Intermezzo ging die Show weiter, die Band präsentierte eine perfekte Setlist mit Songs vom ersten und dem aktuellen Album, sowie zwei Liedern aus dem Album Elsie, welches Brian Fallon zusammen mit seinem Bandkollegen Ian Perkings 2011 als Nebenprojekt veröffentlicht hatte. Die Songs „Ladykiller“ und „Sugar“ kamen wunderbar an beim Publikum und wurden textsicher mitgesungen.

Brian Fallon war an diesem Abend wirklich redselig, so sehr, dass er sich laut selbst daran erinnern musste, dass das Publikum Geld bezahlt hatte um ihn und seine Band spielen zu hören. Nach diesem weiteren ‚Gesprächsintermezzo‘ zeigten die Musiker dann einen Song nach dem anderen, unter anderem eine Cocktail-Version von „Red lights“, in welcher er alle Gesangspausen nutzte um oft und schnell hintereinander „Margarita“ zu singen, was das Publikum zu frenetischem Jubel anheizte und in alle Gesichter ein Lachen zauberte. Mit einem Cover von „Sultans of Swing“ verabschiedete sich die Band von der Bühne.

Jedoch nur für einen Augenblick, dann kam Brian Fallon alleine zurück auf die Bühne und sorgte für den Gänsehautmoment des Abends: Eine Pianoversion von „The ’59 Sound“, ein Song aus den alten Tagen von The Gaslight Anthem. Das gleichnamige Album feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Das letzte Lied des Abends war wieder ein Cover: „I still haven’t found what I’m looking for“, im Original von U2. Dazu kamen alle zusammen auf die Bühne. Dave Hause und Brian Fallon sangen gemeinsam und hinterließen ein begeistertes Publikum. Für die neue Theaterfabrik hätte es keinen besseren ersten Abend geben können.

Text von Lena Gabel

Unser Fazit


Gesamterlebnis
10
Preis/Leistung
9
Qualität
9.5
Atmosphäre
10