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Review: Donots – Jahresabschlusszusatzkonzert in Osnabrück

Die Donots aus Ibbenbüren pflegen Traditionen. Egal, wie viele Konzerte es in einem Kalenderjahr gab und ob überhaupt auf Tour gegangen oder ein neues Album released wurde, ein Jahresabschlusskonzert ist seit mehr als einem Jahrzehnt immer drin. Traditionell zwischen Weihnachten und Silvester findet das liebevoll JAK genannte Event statt. In diesem Jahr sind es sogar zwei an hintereinander folgenden Abenden. Das erste ausverkaufte JAK steigt am 30., das Zusatzkonzert und somit das JAZK wird somit terminlich das Erste.

Und traditionell haben die JAKs auch einen Support den sie auch selbst aussuchen und einladen. An diesem Abend ist Joe McMahon vorgesehen. M Mahon ist Frontmann der Band Smoke or Fire, eine Band mit durchaus punkigen Sound. Doch in dem proppenvollen und sehr heißen Rosenhof ist er solo zu Gast und nur mit einer Gitarre bewaffnet. Und da fehlt es etwas an Schwung und Tempo, um die Leute wirklich mitreißen zu können.

Dafür dauert das Mitreißen dann mit Beginn des Gigs der Donots nicht lange. Bereits beim Opener „Ich mach nicht mehr mit“ gröhlt gefühlt ganz Osnabrück bereits das einsteigende „Ohohoh“ mit. Doch dann wird zu Beginn die Wiedersehensfreude zunächst etwas gedämpft. Frontmann und Sänger Ingo entschuldigt sich bereits im Voraus dafür, dass er an diesem Abend neben sich stehen könne. Am Vorabend verstarb nämlich sein Vater, der ja auch der Vater von Bruder und Gitarrist Guido ist. Und als sei dies nicht schlimm genug, wird auch der Ausstieg zumindest für eine längere Zeit vom Keyboarder verkündet. Das wird zwar von den Fans zur Kenntnis genommen, der Stimmung tut dies aber keinen Abbruch. Eher im Gegenteil. Denn wie soll man mit schlechten Nachrichten umgehen? Richtig! Jetzt erst recht feiern, springen und schwitzen. Natürlich wird auch regelmäßig Stage Diving praktiziert und auch Ingo Knollmann sucht Kontakt zu den Fans. Er steht auf der Theke und singt was das Zeug hält und lässt sich vom Publikum tragen. Und obwohl er verständlicherweise nicht gut drauf ist, bedankt er sich und merkt an, dass es ihm das Publikum so sehr leicht mache.

Locker über zwei Stunden Spieldauer und stolze 27 Songs (darunter zwei Livepremieren) machen Lust auf das kommende Album „Lauter als Bomben“ sowie die kommende Tour dazu. Diese fantastische und authentische Band riskiert dabei auch Einiges, denn das Album wird auf dem eigenen Label erscheinen. Zuspruch haben sie auf jeden Fall mehr verdient und egal ob 2018 ein gutes oder schlechtes Jahr wird. Wohl die meisten sind Ende des Jahres wohl wieder da. Tradition verbindet, Tradition verpflichtet.

Setlist Donots:

Ich mach nicht mehr mit
Dann ohne mich
Keiner kommt hier lebend raus
Wake the Dogs
Das Neue bleibt beim Alten
Today
Whatever Forever [Live Premiere] Das Ende der Welt ist längst vorbei
To Hell with Love
Whatever Happened to the 80s
Superhero
Junger Mann zum Mitleiden gesucht
Pick Up the Pieces
Room with a View
Gegenwindsurfen [Live Premiere] Olympia WA. (Cover von Rancid)
Solid Gold
Stop the Clocks
Calling
Problem kein Problem
Hier also weg
Dead Man Walking
Hansaring, 2:10 Uhr
Kaputt
Eine letzte letzte Runde
We’re Not Gonna Take It (Cover von Twisted Sister)
So Long

Text: Jan Rombout