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Review: Marteria und 10.000 Stuttgarter

9.3
von 10 Punkten

Die Erwartungen vor dem Konzert von Marteria in der Stuttgarter Schleyerhalle waren groß. Schließlich ist Marten Laciny, wie Marteria mit bürgerlichem Namen heißt, aktuell einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands und wird von vielen zu einem der besten deutschen Live-Acts gezählt. Eines können wir vorweg nehmen: Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Zunächst feuerte jedoch Kid Simius, Freund und Bandmitglied von Marteria und zugleich Voract der “Roswell“-Tour, auf der Bühne ein wahres Electro-Gewitter ab und brachte das Publikum auf Betriebstemperatur. Begleitet von den düsteren Beats des Album-Titeltracks “Roswell” fiel gegen 21:00 Uhr der rote Vorhang und enthüllte den auf einem Podest stehenden Marteria samt seiner Live-Band. In den nächsten gut zwei Stunden überzeugte das Gespann auf ganzer Linie und entfachte eine riesige Party mit 10.000 Stuttgarter Gästen.

Dem aktuellen Album “Roswell” wurde in der Setlist selbsterklärend am meisten Raum gewährt, doch auch alte Hits wie “Endboss“, “Neue Nikes“, “Verstrahlt” und “Kids” kamen nicht zu kurz. Auf dem riesigen LED-Bildschirm im Hintergrund der Band wurden zu den Songs passende Videosequenzen abgespielt, die die Performance treffend untermalten. Natürlich durfte auch ein kurzer Auftritt von Marterias Alter Ego Marsimoto nicht fehlen, der die Bühne für vier Songs in grünen Rauch hüllte.

Marteria schafft etwas, was bei weitem nicht jedem Künstler dieser Größenordnung gelingt: Eine perfekt durchinszenierte Live-Performance zu bieten, ohne dabei Authentizität vermissen zu lassen. Jede Ansage, in der Marteria betonte, wie dankbar er für das alles ist, kaufte man dem Rostocker auch ab. Dass er sich am Ende des Konzerts im Rahmen der obligatorischen letzten 20 Sekunden (aus denen gefühlt eher 20 Minuten wurden) vielleicht etwas zu lang feiern ließ – geschenkt. Herr Laciny hat an diesem Abend eindrucksvoll bewiesen, dass er völlig zurecht als einer der besten deutschen Live-Acts gehandelt wird.

Unser Fazit


Musikalische Qualität
10
Performance
10
Atmosphäre
8