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Review: FJØRT – “Couleur”

9
von 10 Punkten

Mit “Couleur” erblickt nicht einmal zwei Jahre nach Release des Vorgängeralbums “Kontakt” der nächste Langspieler des Aachener Post-Hardcore-Trios FJØRT das Licht der Welt – einfach, weil die Musik zu wichtig war, wie die Band erzählt.

Der Sound von FJØRT war nie leicht greifbar und wird dies auch auf “Couleur” nicht. Dennoch hat man das Gefühl, dass FJØRT mit jedem ihrer Alben ein Stück weit zugänglicher geworden, sich aber dabei absolut treu geblieben sind. Man nehme die fetten Soundwände aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, bei denen man als Ersthörer nicht glauben will, dass diese von nur drei Personen stammen. Man nehme die eindringlichen Vocals von Chris Hell und David Frings, die sich im Wechselspiel präsentieren. Man nehme die vielen großartigen Worte, die FJØRT nach wie vor zu sagen haben. Ein Leitmotiv von “Couleur” ist Meinungsfreiheit – sowohl in Bezug auf Zwischenmenschliches, als auch Politisches. Vor allem auf letzterer Ebene schlägt die Band noch deutlichere und kritischere Töne an, als sie es bereits auf “Kontakt” mit Songs wie “Paroli” tat. Man greife als Beispiel nur einmal “Raison” mit der vielzitierten Line “Ich habe 1933 Gründe schwarz zu sehen” heraus.

Couleur” vereint letztendlich alles, was den FJØRT-Sound schon immer so eindrucksvoll und die Band nicht umsonst zu einem gefeierten Vorreiter der deutschen Post-Hardcore-Szene macht. Nur eben noch ein Stück weit perfektionierter und facettenreicher. Chapeau dafür.

“Couleur” ist am 17. November 2017 via Grand Hotel Van Cleef erschienen.