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Die Grenzen durchbrechen – FLASH FORWARD im Interview

Sie kredenzen mitreißenden Alternative-Rock, waren kürzlich mit den großen YOU ME AT SIX auf Tour und haben ihr mittlerweile viertes Album in den Startlöchern – FLASH FORWARD. Wir haben uns die Jungs noch vor Release von “Revolt” beiseite genommen und ein bisschen zu ihren musikalischen Einflüssen, der Entstehung des neuen Albums und zu zahlenden Mieten ausgequetscht.

Festivalstalker: Hey Jungs, erstmal fettes Danke für eure Zeit! Stellt euch doch bitte zunächst mal kurz vor.

Flash Forward: Hallöchen zusammen! Wir sind Flash Forward, eine Dreimann-Mannschaft bestehend aus Stefan am Gesang und der Gitarre, Jakob am Bass und Tino an den Drums. Stammtisch halten wir im Ruhrpott irgendwo zwischen Mülheim und Essen.

Ihr werdet ja größtenteils dem Alternative-Rock- und Punk-Bereich zugeordnet. Welche Bands dieser Genres zählt ihr zu euren größten Einflüssen? Oder vielleicht sogar Künstler ganz anderer Musikrichtungen?

Generell gibt es natürlich eine ganze Menge großartiger Bands, die Einfluss auf unsere Musik haben und tatsächlich stammen diese nicht nur aus dem Rock-Bereich. Wir lassen uns gerne inspirieren! Dazu gehören für uns zum Beispiel Künstler aus dem Indie-, Hardcore-, Funk-, Pop- und Heavy-Metal-Bereich. Sollten wir jetzt aber ein paar Rockbands nennen, wären das wohl die Foo Fighters, Muse, Fall Out Boy, Jimmy Eat World, Paramore, Yellowcard usw. Allgemein kann man aber, wie bereits erwähnt, sagen, dass wir für jedes Genre offen sind und überall mal reinhorchen.

Uns war es wichtig, mehr Ecken und Kanten in unserem Sound zu erzeugen

Am 24. November erscheint euer neues Album „Revolt”. Was dürfen eure Fans von der Platte erwarten?

Wir müssten jetzt natürlich das sagen, was man immer bei einer neuen Platte sagt, nämlich, dass sie komplett anders ist als alles, was man vorher gemacht hat. Hier und da haben wir durchaus Untypisches gemacht, jedoch sind wir uns vom Stil her doch recht treu geblieben. Uns war es wichtig, mehr Ecken und Kanten in unserem Sound zu erzeugen und deswegen haben wir diese Platte „live“ eingespielt. Wir sind eine Liveband und wollten diese Energie einfangen, was sehr gut geklappt hat. Die Scheibe ist auf jeden Fall rockiger, ausgereifter und nicht mehr so glatt gebügelt. Gleichzeitig sind die Texte mehr on point, direkter und ehrlicher. Stefan hat sich dieses Mal sehr viel Zeit dafür genommen, andere Ausdrucksweisen zu finden und nicht immer die klassischen Standardphrasen zu schmettern. Das ist als deutsche Band gar nicht so einfach!

An dieser Stelle würden wir gern einen interessanten Satz aus dem Pressetext zu „Revolt” zitieren, der sich auf das Vorgängeralbum bezieht: „Zwar konnten Flash Forward mit ihrer halsbrecherischen Liveshow und ihrem Charme schon auf dem Bochum Total Festival, Abifestival Lingen oder dem Green Juice Festival punkten und auch viele Blogs und Magazine verzaubern […], doch das unablässige Rennen im Band-eigenen Hamsterrad mündete letztlich im durchwachsenen Album „Who We Are” (2016)“. Könnt ihr dieses „Band-eigene Hamsterrad” eventuell etwas genauer beschreiben? Und wie habt ihr es für die Entstehung von „Revolt” geschafft, aus eben diesem auszubrechen?

Wenn du eine Band hast und dir vorgenommen hast, irgendwann mal deine Miete davon bezahlen zu können, ist es dir wichtig, dass du Aufmerksamkeit auf dich ziehen kannst und irgendwie gehört wirst. Die Frage stellt sich dann immer wie schafft man das und was unterscheidet einen von so vielen anderen guten Bands?

Wir sind eine Band, die schon immer viel selbstständig gearbeitet hat und versucht hat, immer das Maximum aus sich rauszuholen. Leider hat es beim letzten Album nicht geklappt unsere Ressourcen so zielgerichtet zu nutzen, um bedeutsame Aufmerksamkeit und eine gewisse Relevanz in der Szene erzeugen zu können.

Mit der Hilfe von Mirko und dem Uncle-M-Team haben wir gemeinsam versucht, unsere Stärken auszubauen, Struktur in unsere Organisation zu bekommen, Songwriting zu überdenken und uns mit anderen Musikern enger zu connecten. Härtere Eigeninitiative und vor allem die richtige Fokussierung sowie die Setzung von tragfähigen Zielen haben uns dabei geholfen, dieses sogenannte „Band-eigene Hamsterrad“ zu durchbrechen.

Jeder Einzelne sollte seinen individuellen Beitrag zum Wohl der Gemeinschaft leisten, seine Meinung nach außen tragen und laut sein

Ist der Titel „Revolt” auch ein Stück weit auf die aktuelle politische Lage bezogen?

Der Titel bezieht sich zum Teil definitiv auf die derzeitige politische Situation! Wir wollen nicht nur gegen den allgegenwärtigen Egoismus protestieren, sondern einen Aufruf zu mehr Solidarität starten. Jeder Einzelne sollte seinen individuellen Beitrag zum Wohl der Gemeinschaft leisten, seine Meinung nach außen tragen und laut sein. Wir haben was zu sagen und wollen die Plattform, die uns glücklicherweise gegeben wurde, nutzen, um andere darauf Aufmerksamkeit zu machen, dass es gut ist eine Einstellung und Ansicht zu vertreten, die auf Respekt, Wertschätzung und Gemeinschaft basiert. Auf der anderen Seite bezieht sich das „Revolt“ auch auf unsere persönliche und musikalische Entwicklung, da wir sozusagen gegen unsere eigene Riten revoltieren und Grenzen durchbrechen wollten.

© Till von Mallinckrodt

Vor kurzem wart ihr ja zusammen mit den legendären YOU ME AT SIX auf Tour. Gibt’s sonst noch Bands, die ihr gerne mal supporten würdet?

Puhh, da gibt es viel zu viele! Ähnelt sich auch mit unseren Einflüssen irgendwie. Legenden wie Coldplay, Green Day, Biffy Clyro, Blink-182, Billy Talent, Muse oder die Foo Fighters zu supporten wäre natürlich überkrass. Ganz weit vorne wären aber auch Bands wie A Day To Remember, Deaf Havana, Neck Deep, Don Broco, Moose Blood oder Lower Than Atlantis.

Um mal einen Bezug zum Namen unseres Magazins herzustellen: Mal angenommen, ihr könntet das Line-Up für euer persönliches Traum-Festival zusammenstellen – wer wären die Headliner?

Foo Fighters, Coldplay, Rammstein und die Backstreet Boys … hahaha!

Wir wollen so viele Menschen wie möglich erreichen und von unserer Musik überzeugen

Die Standardfrage zum Abschluss: Was steht bei euch in naher Zukunft so an? Abgesehen von der Clubtour zu „Revolt” natürlich.

Unser Fokus liegt neben der bevorstehenden Clubtour auf der kommenden Festivalsaison. Wir wollen so viele Menschen wie möglich erreichen und von unserer Musik überzeugen. Die Hoffnung besteht, dass wir eventuell das ein oder andere größere Festival spielen dürfen und wenn nochmal so ein grandioser Support wie mit YMAS reinschneien würde, wäre das natürlich der helle Wahnsinn. Währenddessen versuchen wir unsere Schulden zu tilgen, arbeiten fleißig an uns selbst und schauen mal, was das nächste Jahr sonst so für uns bereit hält.

Die letzten Worte gehören euch – gibt’s noch irgendwas, was ihr an dieser Stelle an die Menschheit loswerden möchtet?

Vielen Dank für das herzliche Interview und hoffentlich bis zur Tour im Januar. Bis dahin checkt doch mal unser Album aus, ist ganz okay sagt man. Ach ja und helft uns unsere Mieten zu bezahlen, wird knapp die nächsten Monate!!! :-/ Passt auf Euch auf und lasst die Hände über der Bettdecke … hehe!

Also, wer die Jungs bei ihrer Mietzahlung unterstützen und das Abspielgerät seiner Wahl ganz nebenbei noch mit feinem Alternative-Rock füttern möchte, kann ab dem 24. November den Plattenladen seines Vertrauens aufsuchen, um sich die neue FLASH-FORWARD-Platte “Revolt” zu sichern. Verpasst außerdem nicht die zugehörige Tour im Januar – Termine gibt’s genug und somit keine Ausreden:

12.01. DE – Oberhausen – Druckluft
13.01. DE – Karlsruhe – Substagecafé
14.01. DE – Trier – Exzellenzhaus
16.01. DE – Stuttgart – Keller Klub
17.01. DE – München – Backstage Club
19.01. DE – Leipzig – Pool Garden
20.01. DE – Braunschweig – B58
21.01. DE – Berlin – Cassiopeia
22.01. DE – Hamburg – Marx
24.01. DE – Wiesbaden – Schlachthof
25.01. DE – Münster – Sputnik Café
26.01. DE – Köln – Tsunami Club
27.01. DE – Kaiserslautern – Kammgarn – Cotton Club