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Impericon Never Say Die! Tour 2011

Am 7. Oktober machte die Impericon Never Say Die! Tour einen Abstecher in die Kölner Essigfabrik. Dass dieser der erste ausverkaufte Halt der Tour ist, war schon bei der Ankunft unverkennbar, denn die Schlange vor dem Einlass zog sich beachtlich. Mit drängelndem Kameramann voraus stürzten wir uns folglich in die Massen.

Der Eröffnungsact trägt den Namen Vanna, 5 Jungs aus Boston, MA. Diese spielen Post-Hardcore mit punkigen Beats und einer ordentlichen Portion Cleanvocals. Man hat sichtlich Spaß an seinem Handwerk, was sofort auf die jetzt schon deutlich platzarme Halle überschwappt. So geht das Publikum ziemlich ab und feiert die schmetternden Breakdowns standesgemäß. So sollte ein Weckruf aussehen.

Den zweiten Slot belegen die Progressive-Corer von The Human Abstract, die sich kürzlich vom Sänger des 2011er Albums "Digital Veil", Travis Richter, getrennt haben und folglich mit Touring-Member unterwegs sind. Dieser ist kein anderer als Ryan Devlin, seinerseits Frontmann der Band "Corelia". Dieser glänzt vor allem in den eingestreuten Cleanvocal Passagen und überzeugt durch seine akrobatischen Fähigkeiten auf der Bühne, wenn gleich er auch nicht ganz an die Monstergrowls seines Vorgängers rankommt.
Die Instrumentalisten jedenfalls wissen zu begeistern und lassen das Gezeigte wieder einmal viel zu einfach aussehen. Trotzdem wissen die Leute nicht ganz auf die hochtechnische Musik abzugehen und zeigen sich nur beim Brecher "Digital Veil" bewegungsfreudig. Schade.

Die dritte Band des Abends beweist hiernach, dass Sängerwechsel durchaus funktionieren können, denn mit Sonik Garcia haben die Deathcore-Mannen von As Blood Runs Black alles richtig gemacht. Der Kerl fliegt über die Bühne, schreit und röhrt dass die Wände wackeln, interagiert mit dem Publikum und hat Spaß ohne Ende. Spätestens ab dem dritten Song, "Hester Prynne", flippt auch die Meute endgültig aus und präsentiert eine zünftige Wall of Death. Das Set enthält sowohl neue, als auch alte Publikumslieblinge.
Jedenfalls bin ich mir relativ sicher, in der hierauf folgenden Pause 'nen Typ mit blutiger Nase gesehen zu haben. Scheint ja alles zu funktionieren.

Nach einer kurzen Magenbefüllung am veganen Fastfood Stand (sehr löblich), geht es mit den Metalcorern von The Word Alive weiter, der Exband des heutigen "Escape The Fate" Sängers Craig Mabbit. Der obligatorische Stilmix aus Gesang meets Geschrei, Breakdowns und viel Melodie wird tight runtergespielt und verleitet das Publikum zu anhaltender Action, welche jedoch im Vergleich zur Vorgängerband etwas zurückgegangen ist. Nichts desto trotz ist mittlerweile freie Bewegung innerhalb der Halle Fehlanzeige, denn diese bricht so langsam aus allen Nähten. Man hätte vielleicht über eine Verlegung in eine größere Alternativhalle nachdenken sollen.

Deez Nuts, das Rapcore-Projekt des mittlerweile wieder-Drummers der Band "I Killed The Prom Queen", J. J. Peters, ist an der Reihe. Und das Publikum liebt ihn. Textsicher werden die Singalongs von gefühlten 90% der 1.500 Halleninsassen mitgebrüllt. Des Weiteren wird die Bühne regelrecht von potentiellen Stagedivern eingenommen, die es sich auch nicht nehmen lassen, direkt am Mikrofon des absolut gechillten Sängers mitzuwirken. Auch die Bühnensecurity hat sichtlich Spaß daran, die etwas zögerlicheren Leute mit einem Ruck zurück in die Masse zu befördern. Eine Hardcore-Party wie aus dem Bilderbuch.

Fast am Schluss angelangt bieten Emmure einen musikalischen Strip-Tease runter auf das Wesentliche: pure Brutalität. Gepflegt wird auf Melodie und Eingängikeit geschissen, sodass die Gehörgänge eine knappe Stunde lang mit hämmernden Breakdowns und monströsen Vocals belagert werden. Zudem drängt sich das Gefühl auf, dass die meisten der an diesem Abend erschienen Leute Emmure als den Hauptact ansehen. Wieder einmal wird die Stage gestürmt und der Platz vor selbiger mutiert zu einem einzigen Schlachtfeld.

Das Finale gehört Suicide Silence, deren Entwicklung in den letzten Jahren durchaus bemerkenswert ist. Man erinnert sich noch an 2007, wo diese im Kölner Underground vor Minimalpublikum als Vorband von Parkway Drive gespielt haben. Heute sind sie Headliner einer rennomierten Tour vor einer ausverkauften Essigfabrik. Verdient, denn die Show und die Präsentation des gut gemischten Sets aus alt und neu sind einwandfrei und tight wie immer. Sogar "Engine No. 9", ein Cover der "Deftones", wird hier im eigenen Stil präsentiert. Und auch wenn die Halle nicht ganz die Fülle und Stimmung der Vorband erreicht - Spaß macht das Ganze definitiv. Eine Band, die man sich immer wieder geben kann.

Abschließend ist, nach einem weiteren Besuch des veganen Fastfood Standes, zu sagen, dass der Abend sich, trotz massiver Einschränkung der Bewegungsfreiheit, definitiv gelohnt hat. Man ist gespannt auf das Lineup im nächsten Jahr. Gerne wieder.


N.


» Veranstaltung: Never Say Die! Tour
» Fotogalerie: Impericon Never Say Die! Tour 2011


Freitag, 14.10.2011, 19:53 Uhr | Autor: SleepWalkeR.


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