RoHa17 001
Beitrag & Bilder:
Michel Schneidewind

„Containerschiffe auf dem Gelände verboten!“ Review: RockHarz Open Air 2017

8.2
24. RockHarz Open Air
vom 05. bis 08. Juli 2017
zum neunten Mal auf dem Verkehrslandeplatz Ballenstedt/Asmusstedt

Mittwochs 10.30Uhr in Sachsen-Anhalt. In drei Schlangen stehen hunderte Fahrzeuge vor den Toren des RockHarz Open Airs. Das mittelgroße Metalevent an der berühmten Teufelsmauer ist bereits seit drei Wochen ausverkauft, für den Veranstalter ein neuer Rekord. Den Wandel den das RockHarz in den letzten Jahren vollzogen hat ist beachtlich. Man lockt Jahr für Jahr rund 15.000 Headbanger aus ganz Deutschland und den Nachbarländern in den romantischen Harz. Nachdem es vor zwei Jahren ein Verkehrschaos gab, in dem die Anreisenden bis zu 10 Stunden für die letzten 10km gebraucht haben, führte man letztes Jahr zum ersten Mal die kostenpflichtige Frühanreise am Festivaldienstag ein. Eigentlich eine gut gemeinte Option, die dieses Jahr jedoch so dermaßen exzessiv genutzt wird, dass die Mittwochsanreisenden nun in Bedrängnis bei der Platzeinweisung kommen. Denn am Dienstag gab es noch die freie Platzwahl, die leider von zuvielen Besuchern überstrapaziert wurde und man sich zuviel Platz nahm. Heute werden noch die letzten freien Plätze auf Platz D (das äußerste Ende) zugewiesen, danach sind die Besucher auf sich alleine gestellt. Platz für kleine Gruppen findet sich immer wieder, größere Gruppen ab 5 Leuten aufwärts haben jedoch ein Nachsehen und müssen sich trennen.

Die Sonne brennt und die Füße schmerzen. Während auf dem Campground noch emsig Lager errichtet werden, startet bereits die AFM Label Night als Warm-Up Party. Dafür wird bereits heute eine der Hauptbühnen bespielt. Highlights aus dem AFM Künstlerkatalog wie Kryptos, Bloodbound und Orden Ogan geben sich die Klinke in die Hand, um bereits vor dem eigentlichen Festival für Stimmung zu sorgen. Angeführt wird das Line-Up von DIRKSCHNEIDER. Der in Würde gealterte Brüllwürfel befindet sich mit seinen Mitstreitern von U.D.O. bereits seit Anfang 2016 auf Welttournee. In allen Ecken unserer Erde spielt die Heavy Metal Legende ein Set bestehend aus Klassikern aus seiner Zeit bei ACCEPT. Ursprünglich als Schlussstrich unter dieses Kapitel gezogen, steht Ende des Jahres Part II der Tour an. Udo und seine Jungs  zeigen den Metalheads, warum sie noch immer einen Erfolg nach dem nächsten einfahren und pflügen sich so energisch wie sie können durch ihr nostalgisches Programm. Die Setlist ähnelt der, die sie auf den Deutschlandkonzerten 2016 gespielt haben; lediglich auf festivalkompatible 90min heruntergekürzt. Als Schmankerl gibt es Feuereinlagen, CO2-Kanonen und Pyroeffekte. Mit einer starken Heavy Metal Show, die eindrucksvoller kaum hätte sein können, steht einem gelungenen Festival nichts mehr im Wege.

Donnerstag. Petrus meint es gut mit uns. Der Himmel ist hellblau, durchzogen von weißen Schäfchenwolken. Die Temperaturen sind leicht etwas über dem Wohlfühlniveau und nicht nur auf den überquellenden Dixis kommt man ins Schwitzen. So sehen das auch MANTAR und kommen schon zum Soundcheck oberkörperfrei. Für einen Nachmittagsauftritt locken die Doompunker eine eindrucksvolle Schar Metalheads an, die sich diese Perle nicht entgehen lassen will. Das Duo spielt solide ihr Set, ohne sich in ausschweifenden Ansagen zu verlieren. Da geht Peavy von RAGE schon anders an die Sache heran und stellt nochmals allen Besuchern seine „neuen“ Mitstreiter, die mit ihm seit 2 1/2 Jahren durch aller Welt touren,  vor. Für dieses Jahr stehen schon wieder ein neues Album und eine dazugehörige Tour an. Mit einem Einblick in den anstehenden Langspieler wollen RAGE den Metalheads Appetit machen. Ein paar neuere und ältere Songs später verabschiedet sich das Powermetaltrio auch schon überraschend mit „Higher than the Sky“. Arch Enemy wollen das nächste große Ding werden. Hier und jetzt stellen sie unter Beweis, dass sie das Zeug dazu haben. Frontfrau Alissa flößt jedem gestandenen Mann mit ihrer vor Kraft strotzenden Stimme Ehrfurcht ein und stiehlt ihren Bandkollegen die komplette Aufmerksamkeit. Die Schweden sind seit dem Sängerinnenwechsel auf dem Weg nach oben und gehen dabei keine Kompromisse ein. Noch ein paar Jahre, dann ist ihnen der Platz als Headliner gewiss. Schwerpunkt der Setlist ist – Überraschung! – das War Eternal Album. Mit stolzem Unterton kündet Alissa ein neues Album für September an – aber einen Vorgeschmack gibts leider noch nicht. Mit einem Paukenschlag in Form von Feuertaufe eröffnen die heutigen Headliner In Extremo ihr Programm. Ohne Atempause spielt die siebenköpfige Truppe bis zur Hälfte des Sets Klassiker nach Klassiker. Die Berliner lassen heute nichts anbrennen und verlangen den Metalheads sämtliche Ressourcen an Stimmsubstanz ab. Ständig knallen und explodieren Pyroeffekte perfekt abgestimmt zu den jeweiligen Songs. Die erste längere Ansage gibt kurz Möglichkeit zum Verschnaufen, ehe es mit Schwerpunkten aus dem Quid Pro Quo Album weitergeht. Im Kontext, dass zeitgleich in Hamburg die Proteste zum G20-Gipfel außer Kontrolle geraten, könnten die Texte nicht passender sein und bescheren im Nachhinein ein leicht befremdliches Gefühl. Zum Abschluss kredenzen die Berliner noch „Küss mich“, „Liam“ und den „Spielmannsfluch“, ehe man sich bis zum Wiedersehen auf der Burgentour überschwenglich bei den Metalheads bedankt und verabschiedet.

Nachdem sich der vorhergesagte Regen in den frühen Morgenstunden abgeregnet hat, beginnt der Freitag freundlich und warm. Bereits am Mittag spielen die ersten Bands, während viele Metalheads noch verkatert aus den zu Saunen mutierten Zelten stolpern oder sich das umfangreiche Angebot auf der Händlermeile anschauen. Ganz Mutige versuchen sich an kulinarischen Spezialitäten wie dem Pulled Pork, Veggie Burgern oder dem Lachsdöner. „Ich bin hier unfreiwillig“ prankt in großen Lettern auf Evas Schild, während Ost+Front die Dark Stage entern. Mit „Fiesta De Sexo“ (prägend für die gleichnamige Tour, wir berichteten) marschieren die Berliner Menschenfresser in Ballenstedt ein. Gelegenheit zum Verschnaufen gibt es nicht, ein Song geht in den anderen über. Die Zeit ist knapp und will genutzt werden. So präzise wie in ihrer Musik sind Hermann und Co. auch im Zeitmanagement. Man pflügt sich einmal komplett querbeet durch alle drei Alben. Als Verstärkung ist heute die Künstlerin Melody Aurora mit an Bord. Abwechselnd mal im Kettenlederkleid, im hautengen Latexcatsuit oder in saubergeputzter Uniform mit Gasmaske hypnotisiert sie die Metalheads mit ihren Tanzeinlagen. Eva Edelweiß ist so dermaßen aus dem Häuschen, dass er kurzerhand seinen Rüschenrock hebt und dem Publikum stolz seine Genitalien präsentiert. Nach einer dreiviertel Stunde ist dann auch schon die Entführung in die Welt des Kannibalismus mit „Bitte Schlag mich“ vorbei. Beim nächsten Mal dürfen Ost+Front gerne eine Slotkategorie höher rutschen und ein paar Songs mehr spielen.

Heftig gehts auf der Rockstage weiter. VARG kläffen zum Rudelangriff und stürmen mit einer sehr unausgeglichenen Setlist in ihren dritten Auftritt auf dem Rockharz. Aus unerklärlichen Gründen wählen sie „Dunkelheit“ als Opener für ihren 45 minütigen Auftritt bei strahlendem Sonnenschein. Für die begrenzte Spielzeit hat man eigenartigerweise doch recht viele Songs der Guten Tag-Scheibe im Gepäck und spielt vom letzten Langspieler Das Ende aller Lügen nicht einmal den Titeltrack. Die ersten beiden Alben und alle drei EPs bleiben traurigerweise komplett unbeachtet, von der Wolfskult-Scheibe gibts immerhin den Opener und „Schwertzeit“. Diese Songauswahl und der Umstand, dass die Coburger bei tiefstehender Sonne auftreten müssen, bremst sie merklich aus. Die Metalheads verhalten sich eher zurückhaltend. Am Schluss bleibt nur ein unbefriedigendes Gefühl von einer sonst hervorragenden Liveband. Schade.

Bei PAIN sieht es dann schon wieder anders aus. Mit „End of the Line“ gibt es sofort maximal auf die Kauleiste, nur hat das Quartett anfangs mit Soundproblemen zu kämpfen. Für das RockHarz hat Mastermind Peter Tägtgren tief in der Klassikerkiste gewühlt und präsentiert einen Gassenhauer nach dem nächsten. Gitarrist Michael ist heut etwas unkonzentriert, verhaut zwei Solos und spielt bei „It’s only them“ versehentlich einen Übergang zuviel, sodass die Band die zweite Strophe zweimal bringen muss. Die meisten Metalheads werden das kaum bemerkt haben, das Peterle wirft Michael aber einen giftigen Blick zu. Abgesehen von den kleinen Pannen haben die Schweden mächtig Bock und beschließen ihr Set traditionell mit „Shut your Mouth“.

Nachdem HEAVEN SHALL BURN die Energie der Metalheads komplett ausreizt, geben BELPHEGOR ihnen den Gnadenschuss. Die Österreicher Extreme Metaller beginnen ihr Ritual mit schweren, schleppenden Riffs und wälzen innerhalb der nächsten Stunde bei bestem Sound und voller Lichtshow auch noch den letzten Überlebenden nieder. Immer wieder knurrt Helmuth „Dankeschöööön Deutschlaaaaaaand“ und geht dann in den nächsten Brecher über. Prädikat: sehenswert.

Der Samstag ist angebrochen und mit ihm der letzte Festivaltag. Während einige Besucher es ganz eilig haben und ihre Ausrüstung zusammenpacken, nutzen die meisten Metalheads die letzte Chance um Bands zu gucken. MOONSPELL haben eine ganz besondere Setlist vorbereitet und spielen lediglich Songs aus ihren Anfangstagen, die mittlerweile rund zwei Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Im Fokus stehen das Wolfheart und Irreligious Album. Besonders die anwesenden Die Hard-Fans kommen damit voll auf ihre Kosten. Frontmann Fernando führt mit gekonnter Rhethorik das Publikum durch die düstere Welt der Werwölfe und Vampire. Die Portugiesen beschwören trotz des freundlichen Wetters eine unheimliche Atmosphäre herauf und wissen die Metalheads zu verzaubern. Getoppt hätte der Auftritt nur durch einen Late Night Slot werden können.

GRAVE DIGGER starten ohne Umschweife mit einigen Songs ihres aktuellen Albums Healed by Metal und stellen erfreut fest, dass weite Teile des Publikums bereits sehr textsicher sind. Der klassische Heavy Metal dröhnt klar und kraftvoll aus der PA. Frontmann Chris fällt es leicht, die Metalheads zu Mitmachen zu animieren. Die Spielfreude der Deutschen ist fast greifbar. Je näher die Setlist auf die Klassiker zusteuert, desto mehr Bewegung kann man im Publikum erkennen. Im Finale singen tausende Kehlen „Rebellion“, „Excalibur“ und den „Heavy Metal Breakdown“. Damit sorgen Grave Digger für einen weiteren großartigen Gänsehautmoment. Auch nach 37 Jahren Existenz haben es die deutschen Heavy Metal Urgesteine immernoch drauf.

Hey Hey Hey. KORPIKLAANI starten erwartungsgemäß mit „A Man with a Plan“. Die ersten Minuten sind die Metalheads noch sehr verhalten, tauen aber im Laufe des Auftritts der spaßigen Finnen merklich auf. Etliche Crowdsurfer belästigen das dichtstehende Publikum, ehe sich mittig vor der Dark Stage ein ansehnlicher Circle Pit bildet. Schwerpunkt der Show ist noch immer das letzte, deutlich reifere Album Noita. Aber immerhin gibt es heute einige lang nicht mehr gespielte Songs, darunter auch das berühmte „Vodka“. Ein wahrlich guter Auftritt von Korpiklaani, auch wenn sie sich live nach und nach abnutzen. Übrigens: Aufgrund von Terminproblemen wurde der Gitarrist Chris Amott von den nachfolgenden DARK TRANQUILLITY als erster Künstler überhaupt mit einem Kleinflugzeug aus Berlin abgeholt und direkt zum RockHarz eingeflogen!

Der Leistungsdruck liegt schwer auf dem Co-Headliner ELUVEITIE. Die Schweizer müssen beweisen, dass sie ihrer personell bedingten Existenzkrise von letztem Jahr entflohen sind. Wir erinnern uns: Sängerin & Drehleierspielerin Anna, Drummer Merlin und Gitarrist Ivo verließen im Mai 2016 die Folk Metal Institution und gründeten CELLAR DARLING. Damit verblieb Frontmann Chrigel als einziges letztes Mitglied des originalen Live Line-Ups und musste die leeren Plätze mit Gastmusikern auffüllen. Trauriger Höhepunkt stellte dann der Auftritt auf dem Wacken Open Air dar: die zusammengeschusterte Ansammlung an Musikern spielte eine grauenhafte und seelenlose Show vor tausenden Fans (wir berichteten). Eine Absage wäre damals die bessere Option gewesen. Aber wie sieht es nun Anno 2017 aus? Angewachsen auf 9 feste Mitglieder sind ELUVEITIE zum Glück wieder auf Kurs. Die Schweizer sind gut aufeinander eingespielt und Chrigel hat aus musikalischer Sicht sehr fähige neue Musiker auserwählt. Sängerin Fabienne kommt mit dem Material bestens zurecht und auch die anderen Neulinge machen ihren Job solide. Jedoch haben Eluveitie im Ganzen merklich an Ausstrahlung eingebüßt. Besonders Anna als Aushängeschild fehlt spürbar. Die Show startet mit dem lange nicht gehörten „Your Gaulish War“. Zum Leidwesen scheint es bei Chrigel Probleme mit dem Mikro zu geben (Kabelbruch?), sodass laufend störendes Ploppen und Knistern aus der PA dröhnt. Einige Songs dauert es, bis die Probleme gelöst werden. Manchmal ist auch die Songbalance sehr unausgeglichen, besonders die höheren Töne sind unterdimensioniert. Eluveitie pflügen sich mit ihrem neuen und hoffentlich zukunftsfähigen Line-Up einmal quer durch die Diskographie. Die Metalheads danken es der Band mit reichlich Bewegung, wieder zuvielen Crowdsurfern und einer deftigen Wall of Death. Im Mittelteil kann Fabienne zeigen was sie drauf hat und beweist ihr Können mit „A Rose for Epona“, „Call of the Mountains“, und der neuen Single „Epona“. Danach gehts heftiger mit „Havoc“ und „Helvetios“ weiter, ehe man mit „Inis Mona“ den Auftritt gebührend abschließt und ein voll zufriedenes Publikum hinterlässt.

Nachdem der Veranstalter traditionell eine kleine Ansprache vor dem Samstagsheadliner hält, stürmen BLIND GUARDIAN auf die Rock Stage. Im Intro tanzen animierte Drachen über das Backdrop. Die Krefelder Legende startet mit „Imaginations from the Other Side“, da sie das gleichnamige Album heute Abend in kompletter Länge darbieten. Da das RockHarz nicht gerade für üppige Spielzeiten bekannt ist, rasen Blind Guardian geradezu durch ihr besonderes Set. Dass gerade dieses Werk so eine Ehre erfährt, ist kein Zufall. Das Album stellt einen Wendepunkt im Schaffen der Powermetaller dar. Mit „Imaginations .. „ wurden die Songstrukturen deutlich anspruchsvoller und diese Entwicklung dauert bis heute an. Die Metalheads sind wie verzaubert und bemerken kaum, wie auf der Dark Stage nebenan gekonnt das falsche Backdrop, nämlich von Alcest, hochgezogen wird (hier spielen bald Feuerschwanz). Wenn man schon Arbeit hat, warum sich nicht noch mehr davon machen? Zurück zum Headliner. Der Sound ist ausgesprochen gut und Blind Guardian in bester Form. Lediglich die überflüßigen Ansagen von Sänger Hansi geben Anlass zur Kritik. Aus der Konserve ist das Album schon ein Meisterwerk, aber live wirken die Stimmungswechsel umso intensiver. Nachdem „And the Story ends“ verklingt, gibt es zum Finale einen Mitsingpart. „Mirror Mirror“, „The Bards Song (in the Forest)“ und letztendlich der Überbrecher „Valhalla“ setzen dem Festival die Krone auf und machen das RockHarz 2017 unvergesslich.

Fazit: Das RockHarz Open Air erfreut sich großer Beliebtheit und macht vieles richtig. Das Konzept der überschneidungsfreien Running Order und der gekonnten Bandauswahl findet Anklang in der umkämpften Festivallandschaft. Der Ticketpreis von rund 100€ war absolut gerechtfertigt. Der Sound war über weite Strecken gut, auch wenn es auffällig auf der Dark Stage mehr Probleme mit fehlender Balance gab als auf der Rock Stage. Es hat keine einzige der insgesamt 50 Bands abgesagt und die Shows starteten stets pünktlich. Das Wetter hätte besser nicht sein können. Die Händlermeile und die Auswahl an Essen waren sehr gut, auch wenn die Festivalpreise natürlich immer deftig sind. Auf dem Campground gab es kostenpflichtige Spülklos und ausreichend Batterien an Dixiklos inklusive Desinfektionsmittelspender (!). Die Spültoiletten auf dem Infield waren sogar kostenlos. Es hätten mehr Duschen verfügbar sein können, die Schlange war stets sehr lang und die Wartezeit mit bis zu 2 Stunden doch ziemlich übel. Auch wenn die Qualität der Dusche fast schon edel zu nennen war. Wie es auf so einem großen Festival aber immer so ist, hätten die Dixiklos gerne ein bis zwei Leerungen mehr vertragen können. Für nächstes Jahr sind unbedingt Einweiser für die Zuteilung der Flächen schon zur Frühanreise am Dienstag nötig, damit alle Metalheads einen angemessenen Platz zum Campen bekommen können. Die Kontrollen waren insgesamt deutlich zu lasch. Die Fahrzeuge am Mittwochvormittag wurden so gut wie garnicht durchleuchtet. Am Einlass zum Infield wurden die Besucher erst am Samstag abgetastet, vorher wurden nur die Bändchen kontrolliert. Vorsichtshalber waren Rucksäcke und größere Taschen (und Frachtflugzeuge, Containerschiffe usw.) verboten – ja, all diese Sachen wurden tatsächlich im Programmheft aufgezählt. Gut hingegen waren die zersägten Baumstämme vor der Sicherheitsschleuse, die einen irren Amokfahrer im Ernstfall gestoppt hätten.

Hinter uns liegen vier sehr ereignisreiche und unvergessliche Tage. Das RockHarz Open Air ist nicht frei von Kritik, bietet aber für ein mittelgroßes Festival ein ausgewogenes Preis/Leistungsverhältnis und wir können eine klare Besuchsempfehlung aussprechen. Der Termin für die nächste Ausgabe ist bereits bekannt. Vom 04.07. bis 07.07.2018 steigt das 25. Jubiläum auf dem Flugplatz Ballenstedt. HammerFall werden ihre einzige deutsche Festivalshow spielen, desweiteren sind Eisbrecher, Paradise Lost, Knorkator, Amorphis und Equilibrium am Start. Der Vorverkauf der Frühbucherpackages läuft bereits unter https://shop.rockharz-festival.com/. Für weitere Infos steht euch die Homepage zur Verfügung und auf der Facebookseite findet ihr weitere Impressionen. Selbstverständlich halten wir euch über weitere Neuigkeiten auf dem Laufenden. Bis dahin und Cheers!

Blick auf die Doppelbühne
  
Sicherheitsschleuse

 
Festivaleigener Biergarten "Zum Mutantenstadl"

Blick vom Plaza zur Teufelsmauer

Unser Fazit


Gesamterlebnis
8.5
Line-Up
9.1
Preis/Leistung
8.2
Atmosphäre
7.1