IMG_6654

Review: Der Rockfelsen wird zum Rapfelsen – Fanta 4 auf der Loreley

9.1
von 10 Punkten

Wenn eine der wohl großartigsten Livebands der Republik auf einer der schönsten Bühnen der ebensolchen spielt, kann das eigentlich nur ein wunderbarer Abend werden. Die Fantastischen Vier haben auf der Freilichtbühne Loreley ein wahres Feuerwerk an Hits abgefeuert. Kein Wunder, in beinahe 30 Jahren Bandgeschichte hat sich ein stattliches Repertoire an Songs angesammelt, die von den meisten Konzertbesuchern auf dem „Rockfelsen“ lautstark mitgesungen und mitgerappt wurden. Darunter auch viele Eltern mit ihren Kindern, die in bester Hip-Hop-Pose gemeinsam die Hände gen Abendhimmel über dem wunderschönen Mittelrheintal streckten.

Bob Dylan, Joe Jocker, Carlos Santana oder Sting, sie alle haben bereits auf der geschichtsträchtigen Bühne auf dem Loreley-Felsen am Rhein gespielt. Bereits Anfang der 30er Jahre haben die Bauarbeiten für die Freilichtbühne begonnen, seit Mitte der 70er Jahre finden dort auch Rock- und Pop-Konzerte statt. Bis zu 15.000 Menschen finden auf dem als Amphitheater angelegten Konzertgelände Platz. Beinahe ebenso viele dürften wohl auch bei der Show der Fantas dabei gewesen sein, die Ränge jedenfalls zeigten sich voll besetzt. Und von überall hatte man einen Blick auf die Bühne, die für die gerade anlaufende Open-Air-Saison neu gebaut wurde. Neben der malerischen Lage ein echtes Plus der Location.

Zwar haben Michi Beck, Smudo, Thomas D, And.Ypsilon und Band die neue Bühne nicht eingeweiht, erschüttert haben sie sie aber allemal. Es ist immer wieder erstaunlich mit anzusehen, mit welcher Energie die drei Rapper, die ja immerhin mittlerweile alle um die 50 sind, noch immer auf der Bühne umherspringen. „Die heißen doch Fanta 4, wo ist denn eigentlich der Vierte?“, fragt ein Besucher seinen Kumpel. And.Ypsilon, Mitgründer, Produzent und Keyboarder der Band, zeigte sich wie immer bescheiden, hielt sich meist eher im Hintergrund. Das Rampensau-Gen hat bei ihm wohl keinen Niederschlag gefunden. Muss aber auch nicht, seine drei Mitstreiter haben das Publikum nämlich bestens im Griff.

Während die Abendsonne langsam hinter den Steilhängen des Mittelrheintals verschwand, gingen bei den Fantas noch lange nicht die Lichter aus. Bis 23 Uhr gaben die Jungs zwei Stunden Vollgas, peitschten das Publikum von Höhepunkt zu Höhepunkt. Lediglich beim Klassiker „Tag am Meer“ kehrte ein wenig Ruhe ein, das Publikum illuminierte das Amphitheater mit den Lichtern seiner Smartphones. Ein wunderbarer Anblick, an einem wunderbaren Konzertabend, an dem einfach alles stimmte.

Hier geht’s zu den Fotos.

Unser Fazit


Gesamterlebnis
9
Line-Up
9.5
Preis/Leistung
8
Atmosphäre
10