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Review: Tanz im Matsch – HURRICANE FESTIVAL 2017

8.8
von 10 Punkten

Das HURRICANE FESTIVAL war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Bereits zum 21. Mal feierten 80.000 Besucher gemeinsam in Scheeßel.

Doch bevor das Festival richtig losgehen konnte, gab es bereits die ersten Verzögerungen. Der Einlass musste aufgrund einer Unwetterwarnung verschoben werden, die Veranstalter hielten ihre Fans jedoch über Becks Camp FM und die Festival-App rund um die Uhr auf dem Laufenden. Sie forderten sie auch die Besucher, die im Auto angereist waren, dazu auf, andere Besucher bei sich aufzunehmen. Durch die Verzögerung öffneten die Bändchen-Ausgabe und der Campingplatz schließlich um 14 Uhr. Durch das Unwetter wurde die Zugverbindung zwischen Hamburg und Scheeßel unterbrochen und viele Fans mussten stundenlang im Metronom ausharren, da ein Baum auf die Gleise gestürzt war und den Zugverkehr blockierte. Der starke Regen hatte einige Teile des Geländes unter Wasser gesetzt, daher baten die Veranstalter alle Besucher, die ihre Anreise bisher noch nicht angetreten haben, erst am Freitag anzureisen.

Trotz des recht holprigen Anfangs blieb die Stimmung ausgelassen und es gab im weiteren Verlauf des Festivals keine weiteren Verzögerungen. Das Wetter hielt sich den Rest des Wochenendes über eher bedeckt und nur zwischendurch gab es kleinere Schauer.

Neben dem diesjährigen Line-Up gab es auch in diesem Jahr viele Highlights und Neuheiten. Dazu zählt zum einen die Sirene, die auf dem Campinggelände aufgestellt wurde, aber bis auf den Probealarm nicht zum Einsatz kam. Besucher, die einer unangenehmen Situation entkommen wollten oder sich unwohl fühlten, konnten in diesem Jahr mit der Frage „Wo geht es nach Panama?“ schnell und anonym Hilfe von allen Festivalmitarbeitern bekommen und ohne große Erklärungen der Situation entfliehen. Das Projekt hatte bereits vor dem Festival viel positive Resonanz erhalten und wird daher wohl auch im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen. Aufgrund der Sicherheitsverschärfungen durften in diesem Jahr nur Bauchtaschen und leere Tetrapacks auf das Festivalgelände mitgenommen werden. Dafür gab es im Infield eine Vielzahl an Trinkwasserstellen, an denen man jederzeit seine Flaschen auffüllen konnte und günstiges Wasser im Tetrapack. Außerdem gab es über das gesamte Gelände verteilt viele Foodtrucks mit einer großen Auswahl.

Am Donnerstagabend eröffneten Antje Schomaker und Jomo auf der White Stage das Festival. Am Freitag begrüßte das Hurricane Swim Team mit ihrer Hymne des letzten Jahres, „Am sichersten seid ihr im Auto“, die Besucher auf dem Infield. Haftbefehl, der seinen Auftritt vom letzten Jahr nachholen wollte, konnte in diesem Jahr aufgrund einiger unglücklicher Zufälle ebenfalls nicht auftreten. Trotz allem gab es auch an diesem Tag viele gute Künstler, wie beispielsweise SXTN, Gloria, Neonschwarz, OK KID oder die Antilopen Gang. Die diesjährigen Headliner Green Day spielten am Freitag zweieinhalb Stunden lang eine große Auswahl ihrer Songs und integrierten die Fans mit in ihre Show.

Auch am Samstag gab es viele sehenswerte Acts. Dazu gehörten auch die Jungs aus Arizona von Jimmy Eat World, mit deren Pop-Punk viele von uns aufgewachsen sind. Kensington, die als die erfolgreichsten niederländischen Bands aller Zeiten gilt, spielten auf der Red Stage vor einem sehr kleinen Publikum. Selbst Coldplay forderten ihre Fans bereits auf, sich die Songs der Band anzuhören, was wohl besonders an der rauen Stimme des Sängers liegt. Beim Hurricane-Publikum schien das jedoch noch nicht angekommen zu sein. Zeitgleich spielte Lorde auf der Blue Stage. Außerdem spielten am Freitag Blink-182, A Day To Remember, Kontra K, Heisskalt und Editors, die für ihren experimentierfreudigen Mix aus Post-Punk, Synth-Balladen und dunkel angehauchtem Stadion-Rock der Extraklasse bekannt sind. Headliner des heutigen Tages waren niemand geringeres als Linkin Park, die zuletzt viel Kritik für ihr neues Album einstecken mussten. Trotzdem war das Infield vor der Bühne mehr als gut gefüllt, beinahe bis zur White Stage standen die Fans dicht gedrängt.

Am Sonntag, den letzten Tag des Festivals, ging es direkt früh weiter. Die ersten Besucher waren bereits mit der Planung ihrer Abreise beschäftigt und packten bereits fleißig die Autos. Bereits um 12 Uhr eröffneten The Smith Street Band das Festivalgelände. Der Headliner am Sonntag ist Casper, der kurz vorher erst eine Single veröffentlicht hat. Auf einer Plattform schwebte der Rapper über die Bühne. Auch Die Antwoord legten wieder einen Auftritt der Extraklasse hin. Ihre irre Mischung aus Rap, Drum’n’Bass und Electro gepaart mit Texten in Englisch und Afrikaans spalten seit Jahren die Musikgemeinde. Jennifer Rostock holten ihren ausgefallenen Auftritt vom letzten Jahr nach. Außerdem spielten u.a. Callejon, Of Mice and Men und Modestep (DJ-Set).

Auch in diesem Jahr war das HURRICANE FESTIVAL wieder ein tolles Erlebnis mit vielen tollen Künstlern. Die Organisation während der anfänglichen Schwierigkeiten ist super abgelaufen, auch die App war verlässlich und sinnvoll. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr.

Wer beim nächsten HURRICANE FESTIVAL dabei sein möchte, kann sich bereits jetzt sein Ticket für das nächste Jahr sichern, der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Hier findet ihr unsere Fotogalerie vom diesjährigen Hurricane.

Review: Jana Boese

Unser Fazit


Gesamterlebnis
9
Line-Up
9
Preis/Leistung
8
Atmosphäre
9