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Review: 8KIDS – „Denen die wir waren“

7.5
von 10 Punkten

Wer viel in der deutschen Hardcore-Szene unterwegs ist, könnte in den letzten Monaten durchaus schonmal über den Namen 8KIDS gestolpert sein. Nach einer kurzen Findungsphase inklusive Besetzungswechsel an den Drums und dem Switch von englischen auf deutschen Texten drückte das Trio aus Darmstadt direkt aufs Gas, veröffentlichte 2016 seine Debüt-EP „Dämonen“ und ging mit Bands wie To The Rats And Wolves und Rantanplan auf Tour. Nun steht mit „Denen die wir waren“ die erste LP in den Startlöchern.

8KIDS trauen sich, die Grenzen des Post-Hardcore auszuloten und bieten auf „Denen die wir waren“ eine enorme musikalische Bandbreite – neben fast schon poppigen Tracks wie „In den Sternen“ und dem balladesken „Zeit“ sind auch astreine Voll-auf-die-Zwölf-Nummern wie „Zerbrechen“ auf dem Album zu finden. Was sich als roter Faden durch alle Songs zieht, sind die intensiven Lyrics. 8KIDS verpacken tiefe Emotionen wie Liebe, Verzweiflung und Trennungsschmerz in bildhafte Worte und schrammen hierbei zwar stellenweise knapp am Kitsch vorbei, bilden jedoch im Gesamteindruck eine gelungene Symbiose aus Poesie und kantiger Instrumentierung.

Eine zweite große Säule von „Denen die wir waren“ ist das raue, eindringliche Organ von Gitarrist und Lead-Sänger Jonas Jakob, das unweigerlich an Casper erinnert und den Lyrics zusätzlich Intensität verleiht. Hier kommt jedoch auch der größte Kritikpunkt an der Platte ins Spiel: Der mangelnde Facettenreichtum der Vocals. Auch wenn vereinzelte Clean-Gesänge von Gitarrist Hans Koch Akzente einstreuen, lässt dies die Songs etwas schwerfällig wirken.

Nichtsdestotrotz ist „Denen die wir waren“ ein wirklich starkes und erstaunlich eigenständiges Debütalbum, mit dem sich 8KIDS ihre eigene kleine Nische im Post-Hardcore-Genre gesichert haben.

„Denen die wir waren“ erscheint am 26. Mai 2017 via Napalm Records / Universal Music.